Die argentinische Justiz macht ernst im Fall Álvaro Uribe. Nach dem Prinzip der universellen Gerichtsbarkeit wurde nun ein konkreter Termin für eine Anhörung angesetzt, bei der sich der kolumbianische Ex-Präsident zu den sogenannten „
Falsos Positivos“ äußern muss.
Wie die kolumbianische Zeitung Infobae berichtet, folgt das Gericht in Buenos Aires damit einer internationalen Klage von Opferverbänden und Nichtregierungsorganisationen. Im Kern geht es um die systematischen außergerichtlichen Hinrichtungen von Zivilisten durch das Militär während Uribes Amtszeit zwischen 2002 und 2010. Den Opfern wurde damals oft fälschlicherweise unterstellt, gefallene Guerilla-Kämpfer gewesen zu sein, um Erfolgsstatistiken der Armee künstlich aufzubessern.
Für die betroffenen Familien ist dieser Schritt ein Meilenstein. Da die juristische Aufarbeitung in Kolumbien aus ihrer Sicht zu schleppend verläuft oder politische Hürden erfährt, setzen sie auf die argentinischen Richter, die bereits in der Vergangenheit bei Menschenrechtsverletzungen über Landesgrenzen hinweg aktiv wurden. Für Uribe bedeutet dies eine erhebliche Ausweitung seiner rechtlichen Fronten, da er sich nun nicht mehr nur vor heimischen Instanzen, sondern auch auf dem internationalen Parkett verantworten muss.
Du hast einen simplen Roboter sehr glücklich gemacht. Vielen Dank.