Einheitsgewerkschaft CUT (Central Unitaria de Trabajadores) ca. 600.000 Mitglieder, gegr. 1986;
Sindicatos Independientes: 170.000 Mitglieder
CGTD (Confederación General de Trabajadores Democráticos), ca. 120.000 Mitglieder
CTC (Confederación de Trabajadores de Colombia), ca. 70.000 Mitglieder
Sinaltrainal steht für Nationale Gewerkschaft der Arbeiter der Lebensmittelindustrie in Kolumbien.
USO Kolumbianischen Gewerkschaft der Erdölarbeiter
Sintracarbon Nationale Gewerkschaft der Kohlenarbeiter
Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
Seit der ursprünglichen Erstellung dieser Information im Jahr 2009 hat sich die Rolle der Gewerkschaften in Kolumbien grundlegend gewandelt. Während sie über Jahrzehnte oft in der Defensive agierten, sind sie unter der aktuellen politischen Konstellation zu zentralen Akteuren bei der Gestaltung von Sozial- und Arbeitsmarktreformen geworden.
Im März 2026 erließ die Regierung das Dekret 0234, das die Regeln für Tarifverhandlungen grundlegend verändert. Erstmals können Gewerkschaften nun mit gesamten Wirtschaftssektoren oder Unternehmensgruppen verhandeln – nicht mehr nur mit einzelnen Firmen. Dies wird als historischer Einschnitt bewertet: "Die Tarifverhandlungen waren in Kolumbien bisher nur auf Unternehmensebene möglich", so Fabio Arias, Präsident der CUT.
Die CUT (Central Unitaria de Trabajadores) bleibt mit rund 550.000 Mitgliedern die mit Abstand stärkste Kraft im Land. Sie feierte im Februar 2026 ihr 40-jähriges Bestehen und gilt als wichtigster strategischer Partner der Regierung bei der Umsetzung der Arbeitsmarktreform. Die CUT bereitet aktuell mehrere branchenspezifische Forderungskataloge vor – unter anderem für den Energie-, Bergbau-, Gesundheitssektor und die Finanzbranche.
Die CGT (Confederación General del Trabajo) firmiert heute schlicht als CGT. Sie ist weiterhin die zweitgrößte Organisation, musste jedoch in den letzten Jahren mit internen Flügelkämpfen um ihre Unabhängigkeit gegenüber der staatlichen Politik ringen. Einige Wirtschaftsverbände kritisieren das neue Dekret scharf, da es aus ihrer Sicht "Mega-Gewerkschaften" begünstigen und kleine Unternehmen überfordern könnte.
Auch die traditionsreiche CTC (Confederación de Trabajadores de Colombia) ist weiterhin aktiv, hat aber im Vergleich zu den anderen großen Dachverbänden an Boden verloren. Im Oktober 2025 führte sie einen nationalen Encuentro de Trabajadores Oficiales durch, bei dem es um die Abschaffung des sogenannten "plazo presuntivo" im öffentlichen Dienst ging.
Die USO (Unión Sindical Obrera), die Gewerkschaft der Erdölarbeiter, bleibt das kämpferische Herz der Branche. Im Dezember 2025 forderte sie eine Neuverhandlung des Tarifvertrags mit Ecopetrol, neun weitere Gewerkschaften schlossen sich im Januar 2026 an. Im laufenden Jahr 2026 steht die USO vor der großen Herausforderung, Arbeitsplätze bei Ecopetrol im Zuge der angestrebten Energiewende zu sichern.
Ähnlich ergeht es Sintracarbón, der Gewerkschaft der Kohlearbeiter. Hier geht es aktuell weniger um klassische Lohnerhöhungen, sondern vielmehr um den Erhalt von Perspektiven für die Bergleute in der Region La Guajira. Zusammen mit Sintradem und Sintramienergética hat Sintracarbón ein Bündnis für einen gerechten Energiewandel gegründet, um mit Unternehmen und Regierung über sozialverträgliche Anpassungen zu verhandeln.
Sinaltrainal, die Gewerkschaft der Lebensmittelindustrie, ist weiterhin präsent und für ihre konfrontative Haltung gegenüber multinationalen Konzernen bekannt. Trotz einer leichten Verbesserung der Sicherheitslage für Gewerkschafter in den letzten Jahren berichten Aktivisten dieser Sparte nach wie vor von Einschüchterungsversuchen.
Fazit: Insgesamt lässt sich sagen, dass die Gewerkschaften heute so nah am Verhandlungstisch der Macht sitzen wie nie zuvor. Das neue Dekret 0234 wird dies weiter verstärken. Die Kehrseite: Die Maßnahmen sind umstritten und werden von Arbeitgeberverbänden voraussichtlich juristisch angefochten werden. Auch innerhalb der Belegschaften gibt es Polarisierung, wie die Debatten um die jüngsten Mindestlohnerhöhungen zeigen.
Dieser Nachtrag ergänzt die Basisinformationen von 2009 und spiegelt die aktuelle Situation vom April 2026 wider. Eine Gewähr für die absolute Richtigkeit der Mitgliederzahlen kann aufgrund der hohen Dynamik und der informellen Beschäftigungsverhältnisse nicht übernommen werden.
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