Im Norden des Departements Antioquia sorgt derzeit ein sehr ungewöhnlicher Vermisstenfall für große Unruhe. Die Behörden haben eine Eilsuche nach einem französischen Staatsbürger namens Hamel Leo Thierry Florina eingeleitet. Der Mann gilt je nach offizieller Quelle seit einigen Tagen oder womöglich schon seit einem ganzen Monat im ländlichen Raum der Gemeinde Ituango als vermisst.
Besonders brisant ist der Ort, an dem sich seine Spur verliert: das Corregimiento El Aro. Wer sich ein wenig mit der jüngeren Geschichte Kolumbiens beschäftigt hat, weiß, dass El Aro ein tief traumatisiertes Pflaster ist – berüchtigt durch ein schweres
Paramilitär-Massaker Ende der 1990er Jahre. Bis heute ist die Region extrem abgelegen und stark vom bewaffneten Konflikt gezeichnet. Aktuell bekämpfen sich dort der „Clan del Golfo“ und die FARC-Dissidenten der 18. Front, weshalb sich kaum jemals Fremde oder gar internationale Touristen dorthin verirren.
Wie die regionale Zeitung El Colombiano berichtet, wirft der Aufenthalt des Europäers vor Ort viele Rätsel auf. Lokale Quellen und Dorfbewohner äußerten sich überrascht und gaben an, den Mann überhaupt nicht zu kennen oder seine Präsenz im Dorf gar nicht bemerkt zu haben. Gleichzeitig gibt es Medienberichte von Blu Radio, nach denen der Franzose in einigen Weilern der Umgebung gesehen wurde und dort angeblich versucht haben soll, mit dem Verkauf von Hühnern ein Geschäft aufzubauen.
Die Migrationsbehörden registrierten seine letzte offizielle Grenzkontrolle im März 2025. Nachdem der Kontakt zu seiner Familie in der Heimat komplett abgerissen war, schlugen die Angehörigen Alarm. Inzwischen haben die Regionalregierung von Antioquia, die Generalstaatsanwaltschaft (Fiscalía) und die örtliche Ombudsstelle (Personería) einen dringenden Suchmechanismus aktiviert. Die Behörden bitten die Bevölkerung inständig um diskrete Hinweise, um Licht in dieses undurchsichtige und besorgniserregende Verschwinden zu bringen.