⇒ Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:
@Axko, erlaube mir eine Präzisierung für die, die es ev. nicht ganz mitbekommen haben: Herr de la Espriella besitzt keine doppelte, sondern eine dreifache Staatsangehörigkeit. Kolumbianische, italienische und seit 2023 US-amerikanische. Gerade der Eid, den er für den Erwerb der letztgenannten Staatsangehörigkeit geleistet hat, ist an sich nicht mit einem Präsidentschaftsamt in Kolumbien vereinbar (siehe spoiler in meinem letzten Beitrag). Was die Immobilienpreise in der Toskana angeht, sehe ich keinen Zusammenhang mit der Frage. Ich kann dir jedoch versichern, dass du für ein gutes Anwesen in der Toskana in deinen Geldbeutel weitaus tiefer greifen musst als für ein vergleichbares Anwesen in Kolumbien. Aber an Mitteln mangelt es Espriella sicherlich nicht. Deiner Bemerkung „Der Wählerschaft fehlt der Sachverstand! Nicht nur in Kolumbien! Weltweit!“ stimme ich voll und ganz zu. Hier kommen wir genau auf das Thema der politischen Mündigkeit zu sprechen, das ich angedeutet hatte und das natürlich nicht nur Kolumbien betrifft. Da möchte ich an dieser Stelle z. B. auf "A Cult of Ignorance" von Isaac Asimov hinweisen, der es ziemlich auf den Punkt gebracht hatte und was er für die USA meinte, kann man getrost auf die ganze westliche Demokratie übertragen. Wer frei wählen möchte, wird zudem nicht selten von vornherein behindert oder bedroht. Selbst in der Schweiz musste ich in meiner eigenen Familie miterleben, wie Familienmitglieder systematisch dazu gezwungen wurden, so zu wählen, wie es mein Vater und mein Großvater vorschrieben. Die Wahlumschläge kamen nach Hause. Sie wurden zu Hause ausgefüllt, in den Umschlag gesteckt und am Wochenende zur Wahlurne gebracht. Unnötig zu erwähnen, dass man die Stimmzettel unter den strengen und aufmerksamen Blicken meines Vaters oder meines Grossvaters ausfüllen musste. Noch heute ist es in vielen Familien so gut wie selbstverständlich, dass Frauen und andere Familienmitglieder die vom Familienoberhaupt diktierte Stimme abgeben, auch wenn diese von der eigenen Meinung abweicht.Gerade an diesem Wochenende wurde die von der Rechtsgerichteten populistischen Schweizer Partei SVP lancierte 10-Millionen-Initiative an der Urne immerhin abgelehnt. Diese Initiative ist ein Beispiel für die Doppelmoral und politische Heuchelei der Schweiz. Unternehmen von Schweizer Politikern der SVP, die die Initiative lanciert hat, weisen selbst eine der höchsten Quoten an ausländischen Mitarbeitern auf. Gerade sie ziehen mit ihrer Politik der Erleichterungen und Steuerprivilegien gezielt ausländische Unternehmen und Arbeitskräfte an. Viele Schweizer sehen sich dann nicht zu unrecht als "versäckelt" an.
Aber zurück zu Kolumbien:
Was ich im Fall von Espriella besonders alarmierend finde, ist seine unbestreitbare Ausrichtung und Zugehörigkeit zu jener globalen politischen neofaschistischer Bewegung, mit der er unbestreitbar tief verwurzelt ist. Und wenn ich einen Vergleich mit Frau Meloni in Italien anstelle, ist diese im Vergleich dazu (mittlerweile) geradezu harmlos.





