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Das Thema Lastabwurf ist tatsächlich ein technischer Schutzmechanismus, aber mit E-Autos oder Klimaanlagen hatte der Vorfall am Sonntag in der Kaffeezone eher weniger zu tun, @desertfox.Kolumbien hat im privaten Sektor so gut wie keine E-Autos – die machen auf den Straßen kaum zwei Prozent aus, und flächendeckende Smart-Meter, die von den Energiekonzernen zentral abgeschaltet werden könnten, gibt es hier im Alltag schlichtweg noch nicht. Der automatische Lastabwurf (Edac) wird von XM dann ausgelöst, wenn im nationalen Netz schlagartig die Frequenz einbricht, weil ein Großkraftwerk oder eine wichtige Fernleitung ungeplant vom Netz geht. Das ist eine automatische Notbremse, um einen landesweiten Blackout zu verhindern, keine geplante Verbrauchssteuerung.
Dass viele Energieunternehmen in tiefen roten Zahlen stecken und vor dem Kollaps stehen, hat einen ganz handfesten politischen Grund, den du komplett ausblendest: Die abgewählte Regierung Petro hat dem Sektor finanziell die Luft abgeschnürt. Der Staat hat über viele Monate hinweg die gesetzlichen Subventionen für die Estratos 1, 2 und 3 schlichtweg nicht an die Elektrolieferanten weitergeleitet. Die Firmen mussten die Rabatte gewähren, bekamen aber das Geld vom Staat nicht erstattet. Zusammen mit den Altlasten der Opciones Tarifarias hat sich da ein milliardenschwerer Schuldenberg aufgetürmt, der den Unternehmen jegliche Liquidität für Wartungen oder Netzausbau raubt.
Den Bogen zur EU und den Staubsaugern würde ich da eher nicht schlagen – das ist eine völlig andere Baustelle. In Kolumbien kämpfen wir nicht mit einer "grünen Wende", sondern mit den akuten Trümmern und der chronischen Unterfinanzierung der bisherigen Energiepolitik.




