Oppositionsführer Cepeda kündigt zivilen Widerstand an – Streit um Staatsbürgerschaft des designierten Präsidenten

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Eisbaer
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Oppositionsführer Cepeda kündigt zivilen Widerstand an – Streit um Staatsbürgerschaft des designierten Präsidenten

Beitrag von Eisbaer »

In diesem Thema sollen künftig neutrale Presseberichte und Informationen rund um Iván Cepeda und die Oppositionsarbeit nach den Wahlen gesammelt werden. Die Beiträge geben die Inhalte der jeweiligen Quellen wieder, ohne eigene Bewertung.



[News] Oppositionsführer Cepeda kündigt zivilen Widerstand an – Streit um Staatsbürgerschaft des designierten Präsidenten

Am heutigen Dienstag, 30. Juni 2026, ist mir ein aktueller Bericht der Zeitung El Colombiano aufgefallen, der die politischen Spannungen rund um die bevorstehende Präsidentschaftsübernahme thematisiert. Die Zusammenfassung des Artikels folgt in gewohnter Weise.

Hintergrund des Konflikts

Der Oppositionssenator und frühere Präsidentschaftskandidat Iván Cepeda kündigte demnach an, eine Kampagne des „friedlichen zivilen Ungehorsams" fördern zu wollen, falls vor der Amtseinführung bestimmte Fragen bezüglich des gewählten Präsidenten Abelardo de la Espriella ungeklärt bleiben. Bei einer Pressekonferenz erklärte Cepeda, er werde die Autorität des Mandatars nicht anerkennen, wenn „Zweifel an seiner juristischen Situation und seinen Verbindungen zu den Vereinigten Staaten" fortbestünden.

Zur Begründung führte Cepeda aus: „Ante cualquier conflicto entre la soberanía constitucional de nuestro país y la soberanía constitucional estadounidense, De la Espriella tendría que tomar partido por esta última." („Bei jedem Konflikt zwischen der verfassungsmäßigen Souveränität unseres Landes und der US-amerikanischen verfassungsmäßigen Souveränität müsste sich De la Espriella für letztere entscheiden.") – so zitiert ihn der Artikel.

Rechtliche Lage zur doppelten Staatsangehörigkeit

Die kolumbianische Verfassung enthält nach Angaben des Artikels kein explizites Verbot der doppelten Staatsangehörigkeit für das Präsidentenamt. Dies wird als Gegensatz zu Cepedas Forderung dargestellt. Allerdings hatten bereits vor der Stichwahl eine Gruppe von Verfassungsexperten, darunter ehemalige Richter und Hochschullehrer, ein Schreiben veröffentlicht, in dem sie die US-Staatsbürgerschaft des Kandidaten als „juristisches, ethisches und politisches Hindernis" für das Präsidentenamt bewerteten. Sie verwiesen dabei insbesondere auf den Treueeid, den de la Espriella bei der Einbürgerung 2023 abgelegt hatte.

Die Debatte um die rechtliche Tragweite dieses Eides wird in der Fachwelt unterschiedlich bewertet. Der Artikel stellt klar, dass es hierzu keine einheitliche Rechtsauffassung gibt.

Vorwürfe zu früheren beruflichen Tätigkeiten

Cepeda griff laut dem Bericht erneut die berufliche Verbindung zwischen de la Espriella und dem Unternehmer Alex Saab aus den Jahren 2013 bis 2019 auf. Während de la Espriella dies als Teil seiner anwaltlichen Tätigkeit darstellt, verwies Cepeda auf ein Schreiben von elf demokratischen US-Kongressabgeordneten an den Generalstaatsanwalt und Finanzminister, in dem Untersuchungen zu möglichen finanziellen Vorgängen beantragt wurden, die de la Espriella betreffen könnten. Offizielle Ermittlungen wurden bislang nicht bestätigt – der Artikel kennzeichnet diese Informationen als unbestätigt.

Cepeda forderte zudem Aufklärung darüber, ob de la Espriella „Agent von Nachrichtendiensten der Vereinigten Staaten ist oder war" – eine Behauptung, die laut Artikel unbelegt bleibt.

Weitere politische Forderungen

Über die Staatsangehörigkeitsfrage hinaus stellte Cepeda weitere Bedingungen:
- Die Achtung der judikativen Souveränität und nationalen Sicherheit Kolumbiens
- Den Verzicht auf Bemühungen zur Auslieferung des amtierenden Präsidenten Gustavo Petro
- Die Einstellung von Verfolgungsoperationen gegen oppositionelle Führungskräfte durch US-Justizbehörden

Zudem kritisierte Cepeda öffentlich die Ankündigung, Kolumbien in die Initiative „Escudo de las Américas" einzubinden. Er bezeichnete diese als Mechanismus zur militärischen Anpassung an die strategischen Interessen der USA. Konkrete Beweise für geheime Sicherheitsabkommen wurden in dem Artikel nicht genannt.

Quelle: El Colombiano, 30. Juni 2026
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Nico
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Oppositionsführer Cepeda kündigt zivilen Widerstand an – Streit um Staatsbürgerschaft des designierten Präsidenten

Beitrag von Nico »

Ob das eine gute Idee ist, wage ich doch sehr zu bezweifeln …

Cepeda mag politisch frustriert sein, nachdem die Wahl so haarscharf verloren ging. Aber jetzt direkt mit „zivilem Ungehorsam“ und der Nichtanerkennung der gewählten Regierung zu drohen, nur weil Abelardo de la Espriella auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, halte ich für ein brandgefährliches Spiel mit dem Feuer.

Rechtlich ist die Sache in der kolumbianischen Verfassung eindeutig geregelt: Für Kolumbianer von Geburt an ist die doppelte Staatsbürgerschaft kein Hindernis für das Präsidentenamt. Das war unter Petro nicht anders, der nebenbei die italienische Nationalität besitzt, und da hat es die Linke verständlicherweise auch nicht gestört.

Jetzt die politische Stabilität des Landes aufs Spiel zu setzen und die Institutionen zu delegitimieren, bevor die neue Regierung am 7. August überhaupt im Amt ist, schadet Kolumbien im In- und Ausland massiv. Als schlechter Verlierer direkt zur Blockade aufzurufen, bringt uns nicht weiter. Das Land braucht jetzt Pragmatismus und keine Dauer-Konfrontation auf der Straße.

desertfox
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Oppositionsführer Cepeda kündigt zivilen Widerstand an – Streit um Staatsbürgerschaft des designierten Präsidenten

Beitrag von desertfox »

@Nico,

Rechtlich für Kolumbien mag es klar sein, aber bei der Erteilung der Amerikanischen Staatsangehörigkeit schwört man praktisch der alten ab und ist sich NUR der USA verpflichtet..., das ist was nicht wenigen sauer aufstößt.
Der genaue Passus des Schwurs wurde hier schonmal gepostet…, das erspare ich mir also.

Nico
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Oppositionsführer Cepeda kündigt zivilen Widerstand an – Streit um Staatsbürgerschaft des designierten Präsidenten

Beitrag von Nico »

@desertfox

Den Text des US-Schwurs kennt wohl jeder, der sich mit dem Thema beschäftigt hat. Aber wir sollten hier die symbolische Formel nicht mit der gelebten Verfassungswirklichkeit verwechseln.

Die USA dulden die doppelte Staatsbürgerschaft in der Praxis seit Jahrzehnten völlig problemlos. Und viel wichtiger: Aus Sicht des kolumbianischen Rechts verliert ein von Geburt an freiwillig eingebürgerter Kolumbianer seine Nationalität durch diesen Eid schlichtweg nicht. De la Espriella ist und bleibt vor dem Gesetz zu 100 % Kolumbianer, mit allen Rechten und Pflichten.

Worauf es am Ende aber wirklich ankommt, ist doch der politische Pragmatismus: Wenn die Opposition jetzt das Land mit zivilem Ungehorsam und Blockaden überziehen will, nur weil ihnen der rechtlich völlig saubere Pass des gewählten Präsidenten nicht passt, dann ist das kein moralischer Kampf für Souveränität. Das ist schlicht der Versuch, ein demokratisches Wahlergebnis auf der Straße zu sabotieren. Und genau deshalb ist Cepedas Aufruf ein brandgefährlicher Fehler für die Stabilität Kolumbiens.