Eskalation der Gewalt in Kolumbien: Zwischen staatlicher Ohnmacht und wachsender Unsicherheit

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Kamikazedrohnen im Dschungel: Wie die Guerrilla den Kolumbien-Konflikt aufrüstet

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In den abgelegenen Regionen Kolumbiens wie dem Cauca, Nariño oder dem Catatumbo hat der bewaffnete Konflikt eine neue, gefährliche Wendung genommen. Was früher mit Minen, Hinterhalten und selbstgebauten Mörsern ausgetragen wurde, verlagert sich zunehmend in die Luft. Wie die Zeitung El Colombiano und andere Medien berichten, setzen sowohl die FARC-Dissidenten als auch die ELN-Guerilla verstärkt auf modifizierte kommerzielle Drohnen, die als Präzisionsbomber oder als „Kamikaze“-Sprengsätze eingesetzt werden.

Die Methoden sind dabei so simpel wie effektiv – Experten sprechen bereits vom „Marschflugkörper des armen Mannes“: Für oft unter 1.000 Euro beschaffen sich die Gruppen handelsübliche Quadrokopter. Mit Klettverschlüssen oder Auslösemechanismen aus dem 3D-Drucker werden Handgranaten, Mörsergranaten oder selbstgebaute Sprengsätze angebracht.
Anfangs dienten die Fluggeräte nur dazu, Truppenbewegungen des Militärs auszuspähen. Inzwischen steuern Guerilleros die Drohnen gezielt über Militärstützpunkte, Polizeistationen oder Patrouillen im dichten Gelände.
Es werden nicht nur einzelne Ladungen abgeworfen, sondern die Drohnen werden auch direkt in ein Ziel gesteuert, um beim Aufprall zu detonieren. Bei Angriffen im Verbund („Enjambre“) wird die Luftabwehr der Einheiten gezielt überfordert.

Während man sich gegen Schüsse oft am Boden oder hinter Bäumen in Sicherheit bringen kann, kommt die Bedrohung aus der Luft laut Bewohnern betroffener Dörfer völlig geräuschlos und unvorhersehbar. Immer wieder treffen Fehlwürfe Wohnhäuser und zwingen ganze Gemeinden zur Flucht.

Für das kolumbianische Militär und die Polizei stellt dieser „Drohnen-Krieg“ eine enorme Herausforderung dar. Während die Streitkräfte an bürokratische Beschaffungsprozesse gebunden sind, um Abwehrsysteme oder Signal-Störsender (Jammer) zu kaufen, rüsten die illegalen Gruppen in Hochgeschwindigkeit auf. In Internetgruppen suchen die Aufständischen bereits gezielt nach Experten und Drohnenpiloten, um eigene Spezialeinheiten auszubilden.

Der Konflikt hat damit eine technologische Schwelle überschritten, die die Sicherheitslage vor allem im ländlichen Raum auf absehbare Zeit massiv verändert.
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Buenos Aires (Cauca): Tödlicher Drohnenangriff fordert Opfer unter kolumbianischen Soldaten

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Wie das Portal Infobae berichtet, hat ein erneuter Angriff mit sprengstoffbestückten Drohnen im Cauca-Departement zu einem Todesopfer in den Reihen des kolumbianischen Militärs geführt. Bei den Gefechten in der ländlichen Gemeinde Bellavista, die zum Verwaltungsbezirk Buenos Aires gehört, kam der Berufssoldat Alejandro López Quintero ums Leben. Drei weitere Soldaten wurden bei dem Zwischenfall verletzt und mussten nach der Erstversorgung im Feld in Spezialkliniken ausgeflogen werden.

Der Angriff ereignete sich am Mittwochmorgen während Routineoperationen zur Territoriumskontrolle durch die Fuerza de Despliegue Rápido N.° 5. Militärangaben der 3. Division zufolge steckt die FARC-Dissidentengruppe „Frente Jaime Martínez“ hinter der Attacke. Die Gruppierung ist im Norden des Departements sowie im berüchtigten Micay-Canyon aktiv und greift in den letzten Monaten immer häufiger auf unbemannte Flugobjekte zurück, um Sprengsätze über Militärstellungen abzuwerfen. Das Armeekommando verurteilte den Einsatz dieser Technologie scharf als Verstoß gegen das Völkerrecht, da er nicht nur die Einsatzkräfte, sondern auch die ansässige Zivilbevölkerung massiv gefährdet.
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FARC-Dissidenten entführen Mitglied der französischen Fremdenlegion

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In Nariño verschleppt: FARC-Dissidenten entführen Mitglied der französischen Fremdenlegion

Wie die Deutsche Welle unter Berufung auf militärische Quellen und Agenturmeldungen berichtet, ist im Südwesten Kolumbiens ein Angehöriger der französischen Fremdenlegion entführt worden. Bei dem Entführten handelt es sich um den Unteroffizier (Cabo) José Olger Melo Charry, einen kolumbianisch-französischen Staatsbürger, der seit vier Jahren im Elitecorps der französischen Streitkräfte dient.

Nach bisherigen Erkenntnissen befand sich der Fremdenlegionär auf Heimaturlaub in seinem Herkunftsland. Auf einer Überlandfahrt im Südwesten des Landes – in der ländlichen Region des Departements Nariño nahe dem Río Patía – geriet er in einen illegalen Straßenkontrollpunkt bewaffneter Einheiten. Die Angreifer ordnen sich der FARC-Dissidenz unter der Führung von „Iván Mordisco“ zu. Sie verschleppten den Soldaten, nachdem sie seine Zugehörigkeit zu den französischen Streitkräften festgestellt hatten.

Der Vorfall unterstreicht einmal mehr die prekäre Sicherheitslage in den ländlichen Regionen Kolumbiens, in denen bewaffnete Gruppen und FARC-Splittergruppen trotz staatlicher Präsenz weiterhin das Territorium kontrollieren. Internationale Menschenrechtsorganisationen wurden bereits eingeschaltet, um in dem Fall zu vermitteln.
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Drohnenangriff im Norden des Cauca: Sieben Zivilisten in Suárez verletzt

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Im Norden des Departements Cauca kommt die Zivilbevölkerung nicht zur Ruhe. Im Ortsteil Asnazú, der zur Gemeinde Suárez gehört, wurden bei der Detonation eines Sprengsatzes sieben Menschen verletzt, darunter vier Minderjährige.

Wie die Zeitung El Tiempo berichtet, wurde der Sprengsatz offenbar von einer Drohne aus abgeworfen und schlug im Bereich von Wohn- und Geschäftsstraßen ein. Unter den Verletzten sind drei Erwachsene im Alter von 18, 33 und 59 Jahren sowie vier Kinder und Jugendliche. Aufgrund der Schwere der Verletzungen mussten fünf der Betroffenen zur Notfallversorgung in Kliniken nach Cali ausgeflogen werden, während zwei weitere vor Ort im Krankenhaus von Suárez stabilisiert werden konnten.

Der Bürgermeister von Suárez, César Lizardo Cerón, und Caucas Gouverneur Octavio Guzmán verurteilten den erneuten Anschlag scharf und wiesen darauf hin, dass es sich bei allen Opfern um unbeteiligte Zivilisten handelt. Die regionale Politik fordert ein dringendes Eingreifen der Militärführung und des Verteidigungsministeriums, da der Einsatz von mit Sprengstoff bestückten Drohnen im Cauca in den letzten Monaten massiv zugenommen hat und die lokale Bevölkerung den Auseinandersetzungen der bewaffneten Gruppen weitgehend schutzlos ausgeliefert ist.
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ELN-Drohung im Magdalena Medio: Region Santander rüstet sich für möglichen „Paro Armado“

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Sprengstoffanschlag vor Polizeistation in Los Patios: Ein Toter und elf Verletzte

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Sprengstoffanschlag vor Polizeistation in Los Patios: Ein Toter und elf Verletzte nahe der venezolanischen Grenze

In der Nacht zu Dienstag erschütterte eine schwere Explosion das Grenzgebiet zu Venezuela. Wie die Deutsche Welle berichtet, wurde gegen 23:15 Uhr vor der Polizeistation der Gemeinde Los Patios im Nordosten Kolumbiens (Departamento Norte de Santander) eine Autobombe gezündet.

Bei dem Anschlag kam ein 23-jähriger Mann aus Venezuela ums Leben. Elf weitere Personen erlitten Verletzungen, darunter zwei Polizisten sowie neun Anwohner und Passanten. Die Wucht der Detonation löste Brände an der Polizeiwache aus, zerstörte mehrere geparkte Motorräder der Einsatzkräfte und beschädigte umliegende Wohnhäuser und Geschäfte schwer. Durch die Welle der Zerstörung fiel im gesamten Viertel vorübergehend der Strom aus, was bei der Bevölkerung große Panik auslöste.

Die Nationale Polizei und die Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen aufgenommen, um die Hintergründe der Tat aufzuklären. In der Region um Cúcuta und im angrenzenden Catatumbo-Gebiet sind verschiedene illegale bewaffnete Gruppen aktiv, darunter die Guerillaorganisation ELN sowie Einheiten der FARC‑Dissidenten (Frente 33). Bereits Ende Juli gab es in der benachbarten Stadt Cúcuta einen ähnlichen Anschlag mit einer Autobombe nahe dem Polizeihauptquartier.
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