NATIONALPARK „LOS KATÍOS“

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Eisbaer
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NATIONALPARK „LOS KATÍOS“

Beitrag von Eisbaer »

DER NATIONALPARK „LOS KATÍOS“ WURDE IN DIE LISTE DES GEFÄHRDETEN WELTERBES AUFGENOMMEN ...

Am Ende seiner 33. Tagung im spanischen Sevilla hat das UNESCO-Welterbekomitee den Nationalpark „Los Katíos“ in die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen.

Mit diesem Schritt soll mehr internationale Unterstützung für den Schutz des Parks ermöglicht werden, der vor allem durch Rodung und illegalen Holzschlag in ein einigen Gebieten sowie Überfischung und Wilderei bedroht ist.

Der 1974 geschaffene Nationalpark hat eine Größe von 72.000 ha und beherbergt einige der wichtigsten Ökosysteme Kolumbiens und Lateinamerikas. Zudem ist er ein Zentrum der Artbildung und der ökologischen Verbindung zwischen Mittel- und Südamerika. Da der Park an der Grenze zu Panama liegt, wo er an den Nationalpark „El Darién“ grenzt, der ebenfalls zum Welterbe und Biosphärenreservat erklärt wurde, impliziert der Nationalpark zudem eine große Verpflichtung Kolumbiens zum Schutz von Flora und Fauna der Region.

Die Aufnahme des Nationalparks in die Liste für bedrohtes Welterbe ist das Ergebnis einer abgestimmten Initiative von Außen-, Umwelt- und Kulturministerium, deren Ziel es ist, das öffentliche Bewusstsein bezüglich der Bedeutung des Ortes zu steigern sowie internationale Unterstützung für seine Bewahrung zu mobilisieren.

Fuente: Kolumbianisches Ministerium für Auswärtige Beziehungen

Vor Reisen dorthin wird gewarnt.
Bericht einer Entführung
Montag, 10.03.1997, 00:00

Der Münchner Marian Muzinic, nach einem Monat aus der Geiselhaft in Kolumbien befreit, über sein Leben im Lager der FARC-Rebellen

FOCUS: Herr Muzinic, als einer der zwei Überlebenden des Geiseldramas im Darién-Dschungel kehren Sie nach München zurück. Ihre letzte Urlaubsreise nach Kolumbien?

Muzinic: Ich werde wiederkommen. Der Tod von Alexander Scheurer und Johann Kehrer ist sehr tragisch, aber ich liebe die Natur, den Dschungel und den Strand dort. Ich kenne kein schöneres Land, die Leute sind eigentlich sehr nett.

FOCUS: Die linksgerichteten FARC-Guerillas haben Sie entführt.


Muzinic: Wir waren mit Führern und Parkrangern im Nationalpark Los Katios nahe Panama. 25 Bewaffnete, meist zwischen 13 und 16 Jahre alt, stoppten die Gruppe. Sie brachten uns tief in den Dschungel. Unsere einheimischen Begleiter blieben zurück. Aber gemeldet haben sie die Entführung nicht. Offenbar wollten die Ranger die Rebellen nicht verpfeifen, weil sie da draußen um ihr Leben bangen.

FOCUS: Wie erging es Ihnen im Dschungellager?

Muzinic: Die Rebellen haben uns relativ gut behandelt. Sie trennten uns in bewachte Zweiergruppen. Nur am Anfang trugen wir Fesseln. Es gelang uns, in einer Schnupftabakdose, die wir über die Guerillas weiterreichten, geheime Nachrichten auszutauschen. Aber als wir uns für 5000 Dollar freikaufen wollten, haben sie nur gelacht. Die forderten 15 Millionen.

Wir aßen drei Mahlzeiten pro Tag, meist Reis und Rindfleisch, durften Schach spielen. Einmal sollten wir marxistische Bücher lesen. Als uns das nicht interessierte, ließen die Entführer uns damit in Ruhe.

FOCUS: Dann kam die Befreiung.

Muzinic: Die Rebellen wurden plötzlich nervös, müssen gemerkt haben, daß die Armee angreifen wollte. Sie schickten Manfred Kehrer und mich zum Fluß, die anderen beiden mußten auf einen Berg.

Beim Waschen hörten wir Schußwechsel und Granaten. Ich dachte, jetzt ist es vorbei. Dann machten sich unsere Bewacher plötzlich aus dem Staub, und wir standen in Unterhosen vor den kolumbianischen Soldaten. Erst später erfuhren wir, daß die anderen beiden von einer Rebellin erschossen worden waren.

FOCUS: Wußten Sie nicht, daß Sie sich in einem Gebiet mit etwa 15 000 Guerillakämpfern aufhalten?

Muzinic: Nein. Obwohl wir uns vorher bei den Behörden informiert haben, hat uns keiner gewarnt. Erst später erfuhren wir, daß Entführungen in der Gegend anscheinend üblich sind.

In der Botschaft hat man uns erzählt, daß kürzlich ein deutsches Pärchen drei Wochen von Rebellen festgehalten wurde. Erst als es sich nach der Freilassung bei der Botschaft meldete, wurde der Fall bekannt.
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