Trinkgelder, Almosen, Schuhputzer und andere "Gebühren"

Allgemeines zu Land und Leuten und die vielen Fragen, die nichts direkt mit der Reise zu tun haben.

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Calma
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Beitrag von Calma »

Ich würde gerne wissen wie das in Kolumbien so üblich ist mit Almosen etc.

Was gibt man einem "Bettler" in Kolumbien?
Mein Vater war damals einer von denen die extrem gut verdient haben in Deutschland und hat einer obdachlosen Frau in Kolumbien einmal Almosen gegeben - Die Frau hat ungläubig geguckt und ist weggelaufen weil sie scheinbar dachte dass es ein versehen war.
1) Also was ist zu wenig und was ist zu viel für einen Bettler oder eventuell Straßenkünstler?

2) Wie sieht es aus mit Geldern/Trinkgeldern für Kofferträger und Zimmerservice im Hotel?

Ich habe auch von aufdringlichen Kofferträgern am Flughafen gehört die Roll-Trolleys auf den Arm nehmen!?

Das sind die die mir jetzt einfallen und die habe ich auch nicht im Forum gefunden.
Ich würde mich sehr freuen wenn ihr mir da Klarheit bringen könntet, so dass ich niemanden ungewollt beleidige :O
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Ernesto
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Beitrag von Ernesto »

Bettlern gebe ich generell nichts, da ich deren Geschäft nicht auch noch unterstützen will. Wenn du was geben willst Münzen 2 a 200 COP. Auch gibt es so viele, da weißt du nicht, wer es wirklich braucht und wer es nur aus Geschäft macht.
Strassenkünstern würde ich auch nichts geben. Vielleicht 500 COP.
Aufdringliche Kofferträger würde ich abwimmeln und meinen Koffer selber tragen. Dann verschwindet er auch nicht. No gracias ...
In vielen Restaurants ist das Trinkgeld schon in der Rechnung enthalten. Ich meide solche Lokale. Ansonsten je nach Service etwa 10%.
Im Hotel, wenn das Zimmermädchen gut arbeitet, würde ich der bei der Abreise 5000 COP geben.
Schuhe würde ich mir selber putzen, da das schon unverschämte Preise annimmt.
Nie auf Gespräche einlassen, immer den Spruch "No gracias" ablassen und weitergehen. In einer Kneipe, dasselbe und die Person einfach nicht mehr beachten.

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Calma
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Beitrag von Calma »

Okay, danke für die Tipps :)
Dann werde ich je nach Situation entscheiden. Ich wusste nicht das Leute damit auch "Geschäfte machen".
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Eisbaer
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Beitrag von Eisbaer »

Geschäfte machen ist gar kein Ausdruck. Da gibt es Leute, die sitzen am Straßenrand, mit einer großen verkrusteten Wunde am Bein, daneben ein Schild, wie krank sie sind und ein Topf fürs Geld. Das ist ein Beispiel aus Medellín. Ärzte und ONG´s wollten die OP-Kosten übernehmen, der Bettler hat abgelehnt, weil seine Einnahmen durch Mitleid wichtiger sind als ein gesundes Bein. Andere sausen im Rollstuhl durch die Gegend. Wieder andere, meist junge Frauen haben ein "gemietetes" Kleinkind bei sich, um Mitleid zu erwecken. Andere laufen mit einem in Plastik eingeschweißtem Rezept durch die Gegend.

Generell immer etwas Kleingeld in der Tasche haben um eventuell lästige Leute einfach loszuwerden.

Auch beim Taxifahren empfehle ich immer den ungefähren Betrag parat zu haben, da sich einige Taxifahrer angewöhnt haben kein Wechselgeld zu haben, was auch eine üble Masche ist.
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Bambus
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Beitrag von Bambus »

Wenn ich im Zentrum von Medellin bin, dann sehe ich immer einen Saxophonspieler, da bleib ich dann hin- und wieder mal stehen und lasse 500 Peso in seien Hut fallen. Im Parque Berrio gibt es auch viele Musiker die für keines Geld fast jedes Thema für einen spielen. Ganz schlimm finde ich die Verkäufer oder Musiker in den Bussen, das hasse ich, die haben auch fast alle die gleiche Geschichte, vertrieben, keine Arbeit, Kinder krank. Alles sehr gewöhnungsbedürftig.

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Calma
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Beitrag von Calma »

Ich danke euch sehr. Jetzt stehe ich auch nicht ratlos da wenn ich jemanden sehe.
Für Straßenkünstler, Musiker etc die schöne Musik machen (und nicht aufdringlich sind) bin ich aber auf jeden Fall bereit ab und zu mal 500COP dazulassen :)

Ihr seid alle sehr weit im Norden des Landes oder? Ich höre immer Medellin, Cartagena usw - Ich fliege nach Cali weil dort meine Familie wohnt. Mal sehen wie die Situation da aussieht :)
Ihr werdet in 2-3 Wochen auf jeden Fall euren Reisebereicht bekommen, das habt ihr euch mit der ganzen Hilfe verdient :)
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Nasar
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Beitrag von Nasar »

Gute Reise, viel Glück und viele bleibende gute Eindrücke, das wünsche ich dir auf der grossen Reise :app:
Fünf sind geladen, zehn sind gekommen, gieß Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen.
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bruchita
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Beitrag von bruchita »

Ich geben Musikern und Zauberern, die in die Busse einsteigen, meistens auch etwas Kleingeld (200-500 Pesos).
Die Tüteneinpacker im Supermarkt (Exito, Olimpica) bekommen auch zwischen 300-500 (manchmal auch 1000 Pesos, wenn der ganze Wagen voll ist und sie beim Einladen helfen), da ich gehört habe, dass sie nicht vom Supermarkt bezahlt werden und nur das verdienen, was sie von den Kunden bekommen...

Manchmal reicht es auch, aufdringlichen Bettern auf der Strasse etwas zu trinken zu geben, das ist mir schon im Zentrum von Barranquilla passiert. Er wollte partout nicht weggehen, war aber dann mit der ñapa jugo de caña zufrieden. Anstatt Geld gebe ich lieber was zu essen oder trinken...

Beim Essen, hab ich gemerkt, wird nur in einigen Restaurants Trinkgeld erwarten (max 10%), oft wurde ich aber unglübig angeschaut, wenn ich die Rechnung aufrunden wollte ;)

Weiss eigentlich jemand, ob man beim Frisör ein Trinkgeld gibt??
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Eisbaer
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Beitrag von Eisbaer »

Trinkgeld gibt man da wo man zufrieden mit der erbrachten Leistung ist. Gute Frage zum Frisör ... ich lebe in einer kleinen Stadt, da verlangt man, wo ich immer hingehe, 4.000 Peso für eine gute Arbeit mit Schere und Messer. Abwechselnd bezahle ich den geforderten Preis und beim nächsten mal gebe ich 1.000 Peso mehr.

@Calma - gute Reise und vergesse uns nicht, auch in Kolumbien gibt es Internet :fel:
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supakran
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Beitrag von supakran »

Wie verhält es sich bei Taxifahrten? Ist es üblich Taxifahrern Trinkgeld zu geben? Dies ist ja auch von Land zu Land unterschiedlich.
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DanKie
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Beitrag von DanKie »

Das mit den Trinkgeldern ist in der Tat echt schwierig... immer wenn ich ein kleines Trinkgeld geben wollte hat meine Freundin gemeint das das nicht nötig wäre. Hab dann einmal im Bus von Bogota nach Chia den Betrag "aufgerundet" und der Junge hat mich angekuckt als ob ich bescheuert wäre :-)

Gute Reise Calma und viel Spaß... bin auf deinen Erfahrungsbericht schon gespannt :-)
Manche Menschen leben so vorsichtig......die sterben fast wie neu :-)
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Eisbaer
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Beitrag von Eisbaer »

@supakran

Üblich ist es nicht Taxifahrern Trinkgeld zu geben.

Ausnahme die schleppen Dein Gepäck durch die Gegend.

Für reine Taxifahrten würde ich kein Trinkgeld geben.
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Franca
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Beitrag von Franca »

Fuer Busfahrten gebe ich auch kein Trinkgeld, fuer Taxis runde ich ab und zu auf, wenns ein netter Taxifahrer ist. Ein einziger hat es versucht und gesagt das das Trinkgeld nicht im Preis inbegriffen ist :)

Einpacker im Supermarkt bekommen auch immer etwas. Auf der Strasse und in den Bussen wenn etwas verkauft wird oder sich Muehe gegeben wird 200-500. Beeindruckende Kuenstler, zb ein richtig guter Rapper oder Bastler bekommen schon mal 1000Pesos. Midleidsgeschichten 0Pesos.

Kaffee wurde schon mehrmals abgelehnt und nach Essensspende mit 'Tengo aaaaaambre' weitergebettelt.
Versuche konsequent zu bleiben und Kindern nichts zu geben.
Puh, bei den Frauen mit Babys bin ich zwiespaeltig. Kinder wurden nicht saubergemacht, auch ich etwas dafuer geben habe, es ist warscheinlich tatsaechlich schlecht fuers Geschaeft. Gebe aber schon mal etwas, eher Essen oder Windeln, habe ja oefter mal welche dabei.

Wenn nach Restaurantbesuch etwas leckeres uebrig bleibt, lasse ich es einpacken und biete es an wenn ich auf Geld angesprochen werde. Wird genommen.

In Mexico habe ich viel oefter erlebt, dass Leute richtig sauer werden wenn man nichts gibt, oder wenn es nicht genug ist, hier eher nicht. Hoechstens mal ein gemeckertes 'Danke fuer nichts' wenn der Ertrag im Bus nicht gut genug war.

Dolfi
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Beitrag von Dolfi »

Ich habe festgestellt dass in Medellín viele Restaurants einfach 10% Trinkgeld auf die Rechnung setzen. Aufgepasst!

Franca
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Beitrag von Franca »

Das ist auch in Bogota so ueblich, zumindest in groesseren Restaurants. Allerdings gibt es seit ca. 1 Jahr eins Gesetz, das vorschreibt den Gast diesbezueglich vorher um Zustimmung zu fragen.

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