Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Druckfrische Pressemeldungen, Analysen und Hintergründe in Deutscher Sprache über Kolumbien.
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Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Beitrag von News Robot »

Über ein großes Tal in Kolumbien sollte sich die neue Autobrücke erstrecken. Doch schon während der Bauarbeiten kam es zur Katastrophe, ein Teil der Brücke stürzte in die Tiefe. Dabei kamen mindestens neun Bauarbeiter ums Leben.

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matija
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Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Beitrag von matija »

Weiss man den eigentlich schon die Ursache für den Einsturz? Mir haben Einheimische erzählt das es in Kolumbien Gang und Gebe ist, am Material zu sparen und sich das überschüssige Geld für solche Projekte (oder beim Ausbau von Infrastruktur) zwischen korrupten Konstrukteuren und Gouverneuren(?) aufteilen.
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Compadre
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Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Beitrag von Compadre »

So könnte es durchaus auch in diesem Fall gewesen sein.

Es gab schon vor Baubeginn Spekulationen und Diskussionen zu dieser Brücke, da die Wegeinsparung durch dieses Objekt nur knapp 30 Minuten ausgemacht hätte.

*

In den letzten Jahren sind einige Brücken eingestürzt.

- 4.8.2014, Monteria
- 2.2.2015, Bogotá
- 19.2.2016, San Jorge
- 22.8.2016, vía Yopal-Villavicencio
- 13.3.2017, San Marcos
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cm81
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Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Beitrag von cm81 »

Wow das sind aber einige!!!
Wenn man sieht, was da bei privaten Bauprojekten alles geschummelt wird, würde es mich überraschen, wenn es im öffentlichen Sektor nicht auch gemacht wird. Bei solchen Mengen Beton liesse sich viel Geld einsparen / abzweigen. Die die davon profitieren, fahren dann aber eher nicht über diese Brücken.
Wenn man will, könnte man das sehr detailliert analysieren und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.
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Puente Chirajara: Unglücksbrücke in Kolumbien gesprengt

Beitrag von News Robot »

Jene Brücke in Kolumbien, bei deren Bau im Jänner neun Arbeiter getötet wurden, ist nun gesprengt worden. Aus noch unbekannten Gründen stürzte ein rund 280 Meter langes Stück in die Tiefe. Die an Stahlseilen befestigte Autobrücke sollte über eine Gesamtlänge von 446 Metern ein Tal überspannen.

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Quelle: news ORF
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Karibikotto
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Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Beitrag von Karibikotto »

Millionen für die Planung, Millionen für den Bau, Millionen in die Taschen von korrupten Politikern und nun Millionen für die Sprengung.

colombia8
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Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Beitrag von colombia8 »

Als der erste Pfeiler stand dachte ich mir dass ich da nicht drüberfahren möchte als wir vor Jahren dort vorbeifuhren,das war der este Gedande und rein instinktiv spürte man dass diese Konstruktion Pfusch ist wie so vieles in Kolumbien, man denke nur an die vielen Hochhäuser in verschiedene Städten die in letzter Zeit eingestürzt sind wo es auch etliche Todesopfer gab, , erst vor kurzen musste in Bogota wieder ein erst paar Jahre altes Hochhaus wegen einsturzgefahr geräumt werden....
Bin ich froh keine Wohnung gekauft zu haben, Koffer gepackt und Addios...
Pfuschen, Betrügen, Rauben, Morden und Vergewaltigen, das können sie ..

Gordi_K
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Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Beitrag von Gordi_K »

@ colombia8

Warum bist du da in diesem Forum also? Die Kolumbianer können noch lange morden, bis sie so viele Menschen umbringen, wie eine Nation, die ich nicht erwähnen will, im 1. und 2. Weltkrieg...

Mag sein, dass dir Kolumbien nicht gefallen hat und ich kann es auch verstehen - aber das gibt dir kein Recht, dieses Forum mit Dummheiten zu verseuchen...
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Fusagasugeno
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Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Beitrag von Fusagasugeno »

Dankeschön gordi, hast mir eine noch krassere Antwort erspart
Eres feliz, eres Fusagasugeño :-)
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Ernesto
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Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Beitrag von Ernesto »

@colombia8

berichte uns doch warum du so auf Kolumbien schimpfst. Das in Bogotá ein Haus und eine Brücke eingestürzt sind wird kaum der Grund sein.
Vielleicht können wir dann deine Wut etwas besser verstehen.
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CaribicStefan
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Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Beitrag von CaribicStefan »

dafür sollen die neuen tunnel auf der strecke von bogota nach villavicencio ganz gut geworden sein...
https://www.youtube.com/watch?v=GJm7H9IP5SU

Don-Pedrinio
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Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Beitrag von Don-Pedrinio »

Eine Brücke stürzt ein, die Ursache dessen ist vom Laien schnell gemacht.
Beim direkten Bau wurde an Zement und Stahl gespart.
Der korrupte Baumeister und Politiker haben sich abermals an Objekten der öffentlichen Hand bereichert!! :nie:
Fertig alles klar, es ist so wie immer!!!

Nicht für jeden ist das so. es gibt auch welche das Hinterfragen. Und nicht direkt dem Baumeister oder Politiker die Schuld zuschieben. Zumeist ist es ein klitzekleines Puzzleteil, dass zur Katastrophe geführt hat. Und umso grösser ein Objekt ist, desto schwieriger ist es den genauen Schuldigen zu finden. Eher selten aber liegt die Schuld beim Ing oder der Planung, meistens sind es doch irgendwelche bauliche Fehler während der Konstruktion dessen. Ein Politiker wie vom Pueblo angenommen, kann man allerhöchstens am Rande mit einbeziehen. Im indirekten möglicherweise und der Vergabe von Objekten.
In den ALLERWENIGSTEN Fällen bei solchen im Bau befindenden Einstürzen lag es letztlich am Einsparen von Baumaterial wie Zement oder Eisen. Wie es eben der Laie annimmt. Es sind eine Reihe von anderen Faktoren, die einen Ausschlag gaben.

Stürzt eine normale Betondecke ein, so lag es oft daran, dass er Unterbau fahrlässig erstellt wurde und die Kontrolle dessen ebenso fahrlässig überprüft wurde. Ich in meinem Beruf musste damals bei jeder Betondecke schriftlich bestätigen, dass der Unterbau (oder auch Lehrgerüst genannt) korrekt erstellt wurde.
Eine Brücke wird aber anders gebaut. Das sogenannte Lehrgerüst hängt an der zu erstellenden Brücke und wird mit dem Baufortschritt vorangetrieben. Dabei gibt es viele verschiedene Typen von Lehrgerüsten. Dies als Laie zu verstehen ist äussert schwierig.

Diese beiden Videos erklären wie so etwas funktioniert.
=> youtube.com/watch?v=RFMazS96wXY

bitte beim 2. Film nicht lachen. Es ist der einzige Film den ich gefunden habe, bei dem auch ein Laie versteht was beim Bau einer Brücke genau passiert. Vor allem die 2.Haelfte ist perfekt.
=> youtube.com/watch?v=-TjiR4RR8C8

Nach dem Studium dessen sollte auch dem Laien ersichtlich sein, warum bei einem Einsturz einer im Bau befindlichen Brücke nicht unbedingt der Baumeister die Schuld trägt und es auch keinen Einfluss hatte ob ein Politiker bestochen wurde.
Der Grund also eher wo anders zu suchen ist.

Warum verzögerte sich der Bau des Flughafens Berlin um viele Jahre?
Was schrieb die Presse darüber?
Soweit mir bekannt ist = gravierende architektonische Planungsfehler.

Was hat also so ein Bauwerk mit einem Architekten zu tun?
Architekten sind begabte Zeichner und es entstehen in ihren Händen die kühnsten Bauten. Wie eben auch in diesem Fall.
Ein Ingenieur muss dann versuchen den statischen Bereich so zu erstellen, damit ein Bauwerk nicht einstürzt. Mit unter manchmal ein fast unlösbares Problem. Steht dann das tolle Bauwerk darf sich der Architekt bestätigt fühlen was für ein Übermensch er ist. Stürzt ein Objekt ein, dann trägt der Architekt nie die Schuld. – Grundgesetz Nummer eins im Bauwesen- der Architekt ist nie Schuld.
Architekten bekommen Bauaufträge direkt vom Bauherrn. Architekten sind damit oft die sagende Kraft = Grundsatzregel Nummer 2. Alle andern in der Kette der Konstruktion müssen sich des Architekten Anweisungen fügen.

Die nächsten Glieder direkt unter dem Architekten sind die Kombination von Ingenieur, Bauleiter und Baumeister. Diese drei versuchen die architektonischen Fehler in einem Bauwerk so zu lösen (sorry, ein Architekt macht grundsaetzlich nie Fehler), dass es auch in allen Bereichen funktioniert und es nie Langzeit Schäden gibt. Oder nie geben sollte. Wie bereits festgestellt: Grundgesetz Nummer eins zusammen mit Grundgesetz Nummer2= führen dann eben doch immer wieder zu Problemen, welche eine Bauleitung damals nicht ganz regeln konnte oder gar der Architekt zu Gunsten seiner Schnörkel bewusst Baufehler einging.

Architekten sind extrem stur, haben oft katastrophale Ansichten was bauen betrifft. Als Beispiel= als geilste Architektur gilt in den letzten Jahren, dass in der CH alle Betonecken scharfkantig gebaut werden müssen. Das geht hin bis zu Kinderspielplätzen oder Banken wo die Mitarbeiter oft Seidenhemden tragen, welche dann bei zu nahem vorbei gehen an einer Ecke aufgerissen werden. Oder Kinder sich an scharfen Kannten eines Spielplatzes verletzen können.
Was daraus als Erfahrung bleibt, ist, dass der Architekt auf keinen Fall Einsicht dazu haben will. In der CH im Nachhinein Objekt für Objekt für X Millionen von Franken Menschenfreundlicher umgebaut werden muss. (abschleifen der scharfen Betonkanten zu Lasten der Bauherren). Scharfe Betonkannten können mit einer Messerklinge verglichen werden.

Warum das ganze drum herum Gerede.
Nachfolgend ein Film der das Bauwerk unter die Lupe nimmt und Gründe sucht warum es eingestürzt sein könnte.

Die Form der Tragkonstruktion stellt sich dabei als äusserst heikel dar. Weltweit auf diese Form verzichtet wird und stattdessen andere Formen der Grund-Tragkonstruktionen gewählt werden. Formen welche ein einknicken eher verhindern als eben genau bei diesem Objekt. Ein jeder Bau der erstellt wird, ist auf dem Zeichenbrett eines Architekten entstanden. Und umso einflussreicher dieser ist, desto weniger kann man ihn von möglichen Fehlern bewahren. Fast jeder Architekt vom Stolz getrieben wird, der grösste und beste sein zu wollen, mit den geilsten Formen seiner Objekte.
Hier der erste Film zum Objekt:
=> youtube.com/watch?v=rOCJVDIYbsA

Im Nachhinein die alleinige Schuld an der sehr heiklen Form zuschieben ist aber auch falsch.
Zurück zur einfachen Betondecke. In 95% aller Fälle wo eine Decke einstürzt passiert dies beim fast letzten Einbringen des Betons. Dann wirken die grössten Kräfte auf die darunter liegende Schalung oder Unterbau genannt. Ist nur an einer kleinen Stelle ein zu schwaches Element vorhanden (das kann ein Holz sein, ein Spriess oder das Fundament darunter), so führt es zu einer Kettenreaktion und ein Grossteil der ganzen Fläche des frisch eingebauten Betons stürzt ein.
Beton erhärtet schnell. Wenn es sein müsste könnte man nach 24 Std. bereits jede 2. Abstützung des Unterbaues entfernen. Aber in der Zeit davor wirkt die ganze Last auf dem worauf es steht. In diesem Fall in jenem Knick wie auf dem vorigen Film gezeigt.
Zu welchem Zeitpunkt ist der erste Teil der Brücke eingestürzt?
In diesem 2. Film wird dies aufgezeigt. Just beim Einbauen der letzten Betonier Etappe. 24Std. später hätten bereits Kabel in der Brückenfahrbahn Kräfte übernommen und es wäre nicht mehr zur Katastrophe gekommen.
=> youtube.com/watch?v=Cz4l57_6Zoc

Was wir am Ende des Filmes sehen ist ein Wagenheber. Es zeigt dem Laien auf, dass dort die schwächste Stelle dieser Bauweise vorhanden ist und eben auch genau dort auseinandergebrochen ist. Just in dem Moment als die Last des gesamten Bauwerkes am grössten war. Das schwächste Glied der ganzen Konstruktion hat dem Gewicht nicht standgehalten.
Wären es 2 weit auseinander liegende Füsse gewesen, so hätte beim Bauen ein Grossteil der Last senkrecht nach Unten übertragen worden. Alles was via der beiden hohen Mäste nach unten gedrückt hat. In diesem Fall wirkte alles auf dieses Moment
Was genau passierte wird man nie herausfinden können. Hier gibt es viele verschiedene Faktoren wegen diesen es zur Kettenreaktion kam. Stürzt eine Betondecke ein, so kann wie oben beschrieben eine einzige Abstützung schuld sein. Eine einzige Abstützung die zu schwach gebaut wurde. Heisst jener Knick war zu schwach.

Es kann bei den Berechnungen des Ingenieurs liegen = Annahme 50%
Es kann beim einbauen des Betons eine Schwachstelle produziert worden sein = Annahme 20%
Es können Spannkabel nicht richtig angezogen worden sein. = Annahme 10%
Oder der Spezial Mörtel der danach in die Rohre gefüllt wird, wurde nicht richtig eingebaut. =Annahme 10%
Das Objekt könnte sich wirklich etwas gebogen haben wie auf dem ersten Film. Und jenes wurde nicht berücksichtigt = 10%

Warum ich bei dem Bereich Berechnung und Ing. auf 50-60% gehe. Ein jedes Objekt das gebaut wird müsste eine mehrfache Sicherheit haben. Dass wenn irgendwo etwas nicht 100%-ig verbaut ist, es dennoch hält. Ausserdem ist der Ing. verpflichtet die Stahlbetonarbeiten zu überprüfen. Wäre also bei den Stahlbetonarbeiten gepfuscht worden, hätte er diese Arbeiten stoppen müssen. Hätte bedingt, dass irgendein Ing. auf die ca. 50m hohen Pfeiler hätte klettern müssen. was vielleicht nie geschah.
So in etwa die mir bekannten Möglichkeiten.

Der erste Film besagt: warum? warum wurde so eine heikle Konstruktion gewählt, wo weltweit zu Gunsten der Sicherheit andere ähnliche Konstruktionen gebaut werden, welche bedeutend höhere Sicherheiten haben.

Hier geht es zurück zum Architekten. Dieser wollte sich hier ein Denkmal setzen.
In Europa werden solche Projekte von Profis analysiert, ehe sie gebaut würden. Ist eine Konstruktion zu heikel, so wird vielleicht die Variante eines anderen Architekten gewählt. Heisst in anderen Worten= wer hat diese Konstruktion genehmigt und ist da vielleicht Geld geflossen.

Was ich in Kolumbien als eines der grössten Probleme sehe, ist die Kontrolle von geschultem Fachpersonal. Diese schwirren zwar wie Ameisen auf den Baustellen herum, aber ob sie auch wissen weswegen sie ihr Chef dahin geschickt hat bezweifle ich immer wieder. Dies lässt sich anhand eines anderen Beispiels beweisen.
Wir sind im ganzen Land am Autobahn bauen. Warum dann in aller Welt, sind solche erst gerade fertig gestellt, schon nach wenigen Monaten mit Schlaglöchern übersähet. (letztes Jahr extrem aufgefallen bei der Ruta del Sol zwischen la Dorada und Puerto Triunfo). Belag muss frisch in Frisch eingebaut werden. Pausen von 30-60Min sind nicht erlaubt, da dann genau bei diesen Übergängen der Asphalt aufbricht. Kolumbianer und Strassenbau. Da wird auf jeden Fall immer eine Mittagpause eingelegt. Das geschulte Kontrollpersonal tut dies ja auch. Und meist in der doppelten Zeit wie die Ausführenden Arbeiter. Schäden am Belag sind also Tag für Tag vorprogrammiert. Wen interessierts? niemand. Die Mehrkosten die dadurch entstehen bezahlt das Pueblo und denkt dabei das der korrupte Politiker schuld ist.

für mich sind es die Kontrollorgane. Ingenieure wie auch die Agencia Nacional de Infraestructura. Welche lieber solche Filmchen erstellt. Im Mittel Landesweit 3 Filme pro Woche. DAS kostet und ist brutal Geld zum Fenster hinaus geschmissen.

Ist die Konstruktion 100% sicher, warum wurde dann die 2. Hälfte jetzt gesprengt?

3 Möglichkeiten die ich sehe. Die Spannkabel im noch stehenden Teil können nicht mehr benutzt werden. Oder nachträgliche Berechnungen von andern Ingenieuren haben ergeben, dass auch die 2. Etappe mitunter zu schwach berechnet ist. Oder 3. Dass man der schlanken Figur die gebaut wurde jetzt im Nachhinein nicht mehr traut. Irgendwann fahren viele Fahrzeuge über die Brücke und es könnte durchaus sein, dass ein Erdbeben die Brücke erschüttert und dadurch horizontale Querkräfte freigesetzt werden. Jene wirken dann direkt auf jene Stelle welche beim ersten Teil zum Einsturz führten.

So bleibt am Ende wieder die Frage:
Warum wurde diese Form gewählt. Die Antwort dazu liegt in der Feder des zeichnenden Architekten der sich mit diesem Objekt die Krone Aufsetzen wollte.
Die Schuld hingegen, die wird NIENALS bei ihm gesucht.
So ist das bauen…

Ich habe mich die letzten 15 Jahre von dieser Art bauen abgewandt gehabt. Habe mich spezialisiert auf Umbauten, wo das zweite Glied in der Kette hinter dem Architekten zumeist das Sagen hat, da Architekten bei sehr komplizierten Umbauten komplett überfordert sind. Denn wie man aus meinem Text ablesen kann, von der Feder des Architekten halte ich nicht viel…

Zum Abschluss noch eine Variante wie eine Brücke gebaut wird. Jener Viadukt bei Cartagena
Da hier an vielen Stellen weder ein Kran noch ein Schiff eingesetzt werden konnte, wurde die aufwendige Lösung von oben gewählt. Alles wird von der fertigen Fahrbahnplatte aus erstellt.
=> youtube.com/watch?v=7AcAmwgCZ-s
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Macondo
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Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Beitrag von Macondo »

Don Pedrinio,
Ich entnehme deinem Beitrag, dass du etwas gegen Architekten hast. Jedoch liegst du falsch. Es sind heutzutage überwiegend Bauingenieure und nicht Architekten, die Brücken planen. Ingenieure und Architekten, die heute Brücken planen und bauen, befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen den Anforderungen bautechnischer und statischer Berechnungen und ästhetischen Ansprüchen. In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich zudem zunehmend die Nachfrage nach landschaftlicher Passung und ökologischer Integration. Nicht zuletzt sei die Kosten-Nutzen-Relation erwähnt. Waren in früheren Zeiten vor allem die Verfügbarkeit von Materialien und die reine Funktionalität im Fokus brückenbautechnischer Bemühungen, so entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte durch die Entdeckung neuer Materialien und Legierungen sowie durch die Erweiterung bautechnischer Kenntnisse im Hinblick auf Statik und andere Berechnungen ein spezifisches Berufsfeld für Spezialisten im Brückenbau. Berühmte Meisterleistungen gelangen immer dann, wenn ein Brückenbauer in der Lage war, die tradierten Erfahrungen kreativ zu nutzen, um mit brandneuen Materialien, heißen sie nun Stahlbeton oder in jüngster Zeit kohlenstoffverstärkte Kunststoffe, ein an die Umgebung angepasstes innovatives Design zu verwirklichen. Die Frage, ob Brückenbauer eher Ingenieure oder Architekten seien, zielt ebenfalls darauf ab, ob eher dem Design oder der technischen Leistung Vorrang gegeben wird. Letztendlich würde jedoch jede Brückenplanung scheitern, wenn nicht die Topographie und die Bodenbeschaffenheit berücksichtigt würden. Die meisten Brückenbauer sehen sich deshalb eher als Ingenieure denn als Architekten oder gar Künstler. Am Ende dreht sich doch alles um Konstruktion und die Balance zwischen Einwirkungen und Tragwerkswiderstand, das das Kernstück bei den Planungen bedeute und somit den Ingenieur stärker als den Architekten fordert. Die Ausbildung für das Berufsfeld des Brückenbaus gehört zum Studium des Bauingenieurswesen, das in Hoch- und Tiefbau unterteilt wird. Brückenbau ist ein Teilgebiet des Hochbaus und wird heute an einschlägigen Universitäten oder Fachhochschulen gelehrt.

desertfox
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Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Beitrag von desertfox »

Sowas kommt überall auf der Welt vor, auch bei mir im der Heimat (Nähe Würzburg) ist ein Brückenteil während der Bauphase eingestürzt...

Don-Pedrinio
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Kolumbien: 280 Meter langes Brückenteil stürzt in die Tiefe

Beitrag von Don-Pedrinio »

eigentlich habe ich ja nur gesucht, wann die Strasse Bogota - Villavicencio wieder geoeffnet wird.
am Ende habe ich keine Antwort dazu.

dafuer bin ich auf das hier gestossen und habe mehrere Zeitungsartikel gelesen und am Ende eben auch Videos angesehen.

die Untersuchungen damals fuehrte die US Firma Modjeski and Masters. auch eine spanische Uni erstellte eine generelle Studie darueber.
die neue Bruecke plant jetzt eine Weltweit bekannte franzoesische Firma.

=> rcnradio.com/judicial/errores-de-diseno-y-de-construccion-causaron-el-colapso-del-puente-chirajara-fiscalia

=> rcnradio.com/colombia/chirajara-un-ano-despues-de-la-tragedia


schau an schau an....
am einsparen von Zement und Beton lag es nicht, auch nicht am sparen von Eisen auch kaum anzunehmen ist, dass Geld an Politiker floss.

mehrere Fehler bei der Planung und der Ueberpruefung dieser Planung tragen gemaess einem profisorischen und vom Konzessionsnehmer der Bruecke anerkannten Bericht die Schuld am Einsturz der Bruecke. waere sie korrekt geplant und gebaut gewesen, sie kaum eingestuertzt waere.

der aller wesentlichste Faktor liegt bei den Horizontalen Kraeften welche mit knapp 15% UNTER des nachgerechneten Wertes lag.
in Europa werden solche spezielle und wichtigste Elemente mit 1,5 bis 2 facher Sicherheit gebaut.
hier und mit falschem berechnen nur 0,85 der berechneten Kraefte.

dereinst wurde der Wettbewerb fuer diese Bruecke gewonnen.
die effektiven Bauplaene des Konzessionsnehmers waren am Ende aber anders.
weshalb sie anders waren? keine Ahnung. das wissen wohl nur die Planer selbst.

dazu das Video 1

was geplant wird MUSS von einem dritten Organ ueberprueft und nachgerechnet werden.

im 2. Bericht, wird ausfuehrlich darueber geredet, dass dieses dritte Organ versagt haben koennte.
wenn, koennte, vielleicht...
man koennte es ev. mit dem Flugzeugbauer Boeing und dem 737 Max vergleichen.
((wobei hierbei an die ANI = Agencia Nacional de Infrastructura moeglicherweise Geld geflossen sein koennte))
denn ein drittes Organ (andere fremde Ingenieure fuer ihre Arbeiten bezahlt werden muessen). und das dritte Organ eben diese ANI fungiert.
regelt man diese Kleinigkeit unter dem Tisch, hier viel Geld eingespart werden kann. wie eben auch bei Boeing...
da es aber nur eine Annahme ist, distanziere ich mich davon.

im 2. Film wird hauptsaechlich ueber diese horizontalen Kraefte geredet. und bildlich gezeigt, was passiert, wenn die effektiven Kraefte hoeher sind, als die Kraft des Elementes selbst.
die eben anders ausgefuehrte Hauptfundation kann zusaetzlich ein Faktor gewesen sein.
ein dritter Faktor und weshalb wir in Europa mit erhoehter Sicherheit bauen.
die horizontalen Kraefte werden mit Drahtseilspannkabeln gebaut. es kann immer wieder aus irgendwelchen Gruenden dazu fuehren, dass eben nicht alle Spannkabel volle Kraft uebernehmen koennen. (beginnend mit Materialfehler die Liste sehr lang ist).
die Werte dieser Spannkabel MUESSEN zusammen mit einem Ingenieur aufgenommen werden. sind die kompletten Werte aller tiefer als die benoetigte Menge, muss die Ingenieur Firma nachrechnen ob es dennoch reicht. erst danach darf weiter gebaut werden.
sollte dies nicht der Fall sein, gibt es heute Moeglichkeiten, diese Kraefte nachtraeglich zu verstaerken. mann nennt solches = Klebearmierungen. theoretisch sollte aber auch die Moeglichkeit vorhanden sein, nachtraeglich neue Kabel einbauen zu koennen. (sehr aufwaendig und kompliziert und Zeit raubend)

die Nachrechnungen ergaben, dass 375 Tonnen gebraucht wuerden.
die Planung berechnete 317 Tonnen.
ob diese 317 Tonnen letztlich auch erreicht wurden entzieht sich meinen Kenntnissen.

ganz ganz am Ende der Liste von moeglichen Fehlern auch der Faktor Baumeister vorhanden ist. und er irgendwo unsachgemaess Beton verbaut hat. sein Fehlerquantum bei diesem Objekt und der Bruchstelle aber den mit Sicherheit den geringsten Schadenanteil traegt. ist aber nicht auszuschliessen, da irgendwo von einer Kraftuebernehmenden Kopfplatte die rede ist und jene ist mit Sicherheit von eingebautem Beton umhuellt. sollten dort beim einbauen groessere Loftporen entstanden sein (Luft die nicht genuegenbd weichen konnte), dort deswegen eine unbekannte zusaetzliche Schwachstelle haette entstehen koennen. auch jenes genaues und spezielle Detail muessten andere vorgaengig und nachtragelich studiert und ueberprueft haben.

ob heute schon ein abschliessender Bericht und die Schuldfrage ganz geklaert ist, entzieht sich ebenefalls meiner Kenntnissen.
zumindest hat die Staatsanwaltschaft Anzeige gegen die Planung erhoben.
und interessanterweise wurde jetzt eine franzoesische Firma damit beauftragt.
kann klar als Misstrauensbeweis gegen kolumbianische Ingenieure und derer Kontakte gewertet werden.
just dazu steht im ersten Video dieser uebersetzte Text =
Für das neue Design ist es wichtig, dass Ani über ein unabhängiges Audit verfügt (es darf nicht vom Designer oder Konzessionsnehmer abhängen).

eine neue Bruecke soll nach 27 Monaten beginnend mit dem 9.Okt. 2018 Betriebsbereit sein. mit der typisch Kolumbianischen Verzoegerung vielleicht 5 Monate spaeter.

Video 3 = so soll die neue Bruecke gebaut und aussehen

=> youtube.com/watch?v=CaTkMcYK93U

=> youtube.com/watch?v=CaTkMcYK93U

=> youtube.com/watch?v=WrdIiSDAJcU


eigentlich bin ich ja an was ganz anderem und das hier hat mich nur unnoetig Zeit gekostet.
woran ich dran bin nennt sich Turismo San Jose de Guaviare. wo ich schon einiges habe aber fortlaufend noch weiteres finde. jetzt wollte ich lediglich Flugweg und Kosten sowie Landweg und Kosten nachpruefen. etwas dazu habe ich ja bereits irgendwo veroeffentlicht.