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@Dolfi, es handelt sich nicht um Einbürgerungen, wie verschiedene Medien fälschlicherweise berichten, sondern um ein außerordentliches Regularisierungsverfahren für angeblich bis zu 500.000 Menschen, die bereits ohne Aufenthaltsgenehmigung in Spanien leben.Dies würde ihnen für einen begrenzten Zeitraum von einem Jahr ermöglichen, weiterhin legal in Spanien zu leben, legal Zugang zum Arbeitsmarkt zu erhalten und reguläre Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen. Nach einem Jahr müssen sie ein reguläres Verfahren zur Beantragung einer Aufenthaltsgenehmigung durchlaufen (was u. a. den Nachweis einer Arbeit bzw. der Fähigkeit zur Selbstversorgung beinhaltet).
Eine eventuelle Einbürgerung unterliegt keinen Erleichterungen und erfordert die regulären Voraussetzungen.
Für kolumbianische Staatsbürger ist ohnehin eine erleichterte Einbürgerung nach zwei (statt 10) Jahren ununterbrochenem und legalem Aufenthalt in Spanien möglich.
Es ist zu beachten, dass das Zeitfenster für die Einreichung des Antrags auf diese Aufenthaltslegalisierung auf drei Monate begrenzt ist, beginnend am 1. Juni.
Die Idee und Absicht hinter dieser außerordentlichen Regularisierung (@Dolfi erwähnt die von 2005, aber tatsächlich gab es in den letzten 40 Jahren bereits acht davon) ist nachvollziehbar und an sich mit plausiblen Argumente begründet. Wie @bastians zu Recht anmerkt, hat Spanien dringenden Bedarf an Arbeitskräften, insbesondere in bestimmten Branchen (nicht zuletzt, weil die Spanier auswandern, um eben in Deutschland oder in der Schweiz zu arbeiten!).
Die Kritik, dass es mehr Menschen gibt, die mit den Spaniern um medizinische Leistungen, Wohnungen usw. konkurrieren, ist kurzsichtig, denn erstens handelt es sich um Menschen, die sich bereits in Spanien befinden (und bereits Wohnungen bewohnen; obwohl sie nicht gemeldet sind, nutzen sie inoffiziell und faktisch Dienstleistungen wie die der Krankenhäuser, doch die Krankenhäuser können die Leistungen nicht in Rechnung stellen!), und zweitens tragen sie als reguläre (und nicht schwarz arbeitende) Arbeitnehmer endlich auch wirtschaftlich zum Sozialsystem bei. Diese Maßnahme zielt darauf ab, den Aufenthaltsstatus von Arbeitnehmern ohne Aufenthaltsgenehmigung zu legalisieren und damit auch einen Beitrag zur spanischen Gesellschaft zu leisten. (Legale Arbeitnehmer tragen zur Finanzierung des Sozialsystems, der Renten usw. bei, das aufgrund des hohen Anteils älterer Menschen und der Abwanderung junger Arbeitskräfte lückenhaft ist.)
Die bisherige Situation ist sicherlich für alle weniger vorteilhaft. Insbesondere würde ich jene (nicht wenigen) Arbeitgeber sanktionieren, die Personen ohne die gesetzlichen Voraussetzungen beschäftigen, sie ausbeuten, Steuern und Sozialabgaben hinterziehen usw. Aber hier ist Spanien keine Ausnahme. Es wird überall nur mit Wasser gekocht.
Zweifellos lässt sich nicht leugnen, dass diese Legalisierung (die faktisch als Amnestie betrachtet werden kann) zweifellos einen Nebeneffekt auf viele Menschen haben wird, nämlich eine Ermutigung, diesen Weg der illegalen Einreise zu beschreiten.
Um künftigen illegalen Einreisen entgegenzuwirken, wäre es angebracht gewesen, diese außerordentliche Maßnahme parallel mit einer entschlossenen Politik und einer Verschärfung der Präventivmaßnahmen zu begleiten, die darauf abzielen, illegale Einwanderung zu verhindern.




