Ojo - Nepp und Abzocke in Medellín

hat mehr als 2,2 Millionen Einwohner und 3,2 Millionen in der Agglomeration.
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Eisbaer
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Ojo - Nepp und Abzocke in Medellín

Beitrag von Eisbaer »

Eine Arepa für 160.000 | Kritik an überhöhten Preisen in Medellíns Nobelviertel El Poblado

In den sozialen Medien sorgte eine Rechnung für Aufsehen, bei der 160.000 Pesos für eine überbackene Arepa und 180.000 Pesos für zwei Bailey’s-Shot verlangt wurden. Der Vorfall ereignete sich im Restaurant Hookah im Parque Lleras im Stadtteil El Poblado. Der Gesamtbetrag der Rechnung belief sich auf 6.210.000 Pesos.

Ein junger Mann namens Stiven Arango machte den Fall öffentlich. Er kritisierte nicht nur die überhöhten Preise, sondern auch das Trinkgeld von fünfzehn Prozent.

Die Reaktionen der Internetnutzer fielen unterschiedlich aus. Die meisten bezeichneten den Parque Lleras und El Poblado als überteuert, während andere die Verantwortung beim Kunden sahen.

In jedem Fall zeigt dieser Vorfall, wie wichtig es ist, sich an die geltenden Gesetze und Richtlinien zu halten, um faire Preise und angemessene Trinkgelder zu gewährleisten.

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Bildquelle: stiven @stivenarang
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desertfox
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Ojo - Nepp und Abzocke in Medellín

Beitrag von desertfox »

Ich kenne dieses Lokal nicht, die Preise kommen wir schon sehr hoch vor, aber, normalerweise studiert man doch bevor man was bestellt die Speisekarte wo die Preise sicher angegeben werden. Oder wollte da einer mal einen auf dicke Hose machen und hat sich hinterher gewundert?

Glboetrotter
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Ojo - Nepp und Abzocke in Medellín

Beitrag von Glboetrotter »

Es ist ein sehr teures Restaurant und wer dann noch teure Spirituosen und Essen bestellt, muss mit einer hohen Rechnung rechnen.

Alle diese normalen und teuren Lokale haben Preislisten in Kolumbien.

Selber Schuld.

Empanadafan
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Ojo - Nepp und Abzocke in Medellín

Beitrag von Empanadafan »

Moin, Poblado ist Abzocke pur. Nicht nur beim Essen. Ein Burger hier für 90.000 Pesos, stellt sich die Frage, ob das so auf der Karte stand?
Im Zweifelsfalle Fotos von der Karte machen oder sie bei sich behalten.

Beispiel: Du siehst in der Karte einen Burger, auf dem Foto mit Pommes, Salat, Ketchup. Preis für den Burger: 22.000 Pesos,

Sieht erstmal okay aus. Du sagst den Burger vom Foto.

Dann kommt die Rechnung:
22.000 Pesos Burger
10.000 Pesos die Pommes
8.000 Pesos der Salat
4,000 Pesos der Ketchup
6.000 Pesos für den Käse

Die Zusatzpreise habe ich nicht gesehen auf der Karte.

Oder Zonas Comidas Oviedo. 10.000 Pesos für die angeblich große Portion bei Spaghetti und 8.000 Pesos für den Salat, toll, den hat man dort in ein kleines Saftglas getan.

Da gibt es viele Tricks.

Was ist die Konsequenz: In meinen Hotel wimmelte es abends und Morgens im Minutentrakt von Lieferdiensten.
Das Hotelfrühstück war so ein Miniteller, dafür dann auch 30.000 Pesos mit Kaffee, der aber gut war. Ich habe mir dann immer frisches Baguette vom Carulla geholt (4.100 pesos) und im Appartement gefrühstückt.

Die Restaurants in Poblado sind oft leer, leben von Einmal Gästen, die blöden Touristen will man ausnehmen, die kommen nicht wieder. Scheint zu funktionieren, denn Medellín boomt derzeit noch für die Touristen, viele Latinos aus anderen Ländern kommen jetzt, wo die Drogenkriege vorbei sind.

Meine Tipps habe ich schon genannt.

Absolut für El Pablodo zu empfehlen sind die Restaurants in Supermärkten, z.B. im Jumbo (in C.C Santa Fe gleich unten) und das Carulla in der Nähe von dem Hotel, indem ich wohnte. War immer fettarm und sehr frisch, mit Softdrink ca. 25.000 Pesos. Ansonsten war keine Abzocke bei mir in Sabeneta am Park, und in UNI Nähe. (da in der Zonas Comida sehr günstig, aber eine grausame Qualität). Immerhin aber ein guter Cafe con Leche für 1.900 Pesos, in El Poblado 7.900 Pesos bei Juan Valdez, 12.000 Pesos bei Starbucks, und bei Jumbo oder Carulla 4,500 Pesos.

Im Tesoro war ich zweimal essen, keine Abzocke. Dafür höhere Preise, aber die Qualität hat auch gestimmt, das hieß J & C Delicous. Okay für mich.

In Apartment Hotels oder auch AirNB Wohnungen kann man auch selbst kochen, und erspart sich die brutale Abzocke.
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Eisbaer
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Beitrag von Eisbaer »

Vier Croissants zum Mitnehmen für 128.000 Pesos?

Es ist mir zu Ohren gekommen, dass einem anderen Touristen kürzlich 128.000 Pesos für vier Croissants berechnet wurden. Ein stolzer Preis, wie ich finde.

Wer bereit ist, diesen Betrag zu zahlen und sich später darüber beschwert, ist wohl selbst schuld. Dennoch kann ich nicht umhin festzustellen, dass Medellín sich immer mehr in Richtung Cartagena und Baru bewegt, was die Abzocke von Touristen betrifft.

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coentros
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Beitrag von coentros »

128'000 Pesos/30 Euro für 4 Croissants :we: Völliger Wahnsinn. Wer bezahlt sowas ??

Empanadafan
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Beitrag von Empanadafan »

@coentros: Wer bezahlt sowas?

Kolumbien Neulinge, die den Wechselkurs noch nicht kennen. Touristen, die kein Spanisch können, um zu reklamieren. Touristen die einfach nur geschockt sind. Oder man sieht einfach Croissants im Café an der Theke und bestellt ohne den Preis zu kennen. Die machen das dann individuell.

Ich hatte auch einen Abzock-Versuch in einer Drogerie, da standen nirgendwo Preise. Sie wollten 60.000 Pesos für eine Hautcreme, hab ich nicht gekauft.

Ich hoffe auch weitere Reiseberichte aus anderen Regionen, gerne mit Informationen zu Abzocke oder nicht.

coentros
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Beitrag von coentros »

Den Wechselkurs kennen, die Landessprache zumindest in Grundzügen beherrschen, auf einen Kulturschock gefasst sein, sind Dinge die auf den Kanaren, Rimini oder an der Algarve entfallen. Ein Land wie Kolumbien ist ein ganz anderes Kaliber. Ich hätte vermutet, dass man dort nicht einfach mal so hinreist wie zu den vorgenannten Komfortreisezielen. Nur ein einfacher Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise der Webseite des Auswärtigen Amts lässt keine Zweifel aufkommen. Ich gebe allerdings zu, dass ich gar nicht weiss wie heutzutage die Realitäten in Reisebüros aussehen. Vielleicht werden Medellín und Cartagena inzwischen so wie El Arenal auf Mallorca verkauft, oder auch das All-inclusive-Paket im Punta Cana Resort.

Empanadafan
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Beitrag von Empanadafan »

Europäer und besonders Deutsche sind als Reisegruppe in Kolumbien m.E. völlig unbedeutend. Ich habe in vier Wochen keinen einzigen Deutschen getroffen. Und im Flieger zurück würde ich von maximal 20 Prozent Deutschen ausgehen, davon die Hälfte waren Geschäftsreisende. Die Deutschen haben Angst vor Kolumbien.

Kreuzfahrttouristen, die nur einen Tag in Cartagena verbleiben, darf man meines Erachtens nicht mitzählen.

Es sind Latino US-Amerikaner, und Latinos aus anderen süd- oder mittelamerikanischen Ländern, die nach Kolumbien reisen. Ein Vergleicht mit den Kanaren oder Rimini passt da nicht so ganz, viel zu teuer für diese Klientel.

Eine Statistik nach Anzahl der Touristen nach Land wäre interessant.

Um die Brücke zur Abzocke zu bauen, die Latinos aus Ländern wie Mexiko, Panama etc. werden auch abgezockt. Selbst ein Mitarbeiter meines Hotels, aus Venezuela, meint, er wurde schon von Taxis böse abgezockt.

Ein negatives Beispiel für einen Touristen ohne jegliche Vorbereitung bin ich, meine Vorbereitung war Null, und selbst die Flugbuchung hat für mich ein Reisebüro gemacht.

Dank der Community hier habe ich das Beste draus gemacht, und habe mich für die Tipps mit einem Thread bedankt. Ein Geben und ein Nehmen. Habe aber umfangreiche Reiseerfahrung aus Brasilien und Chile. Immerhin etwas.

Eines ist mir allerdings sehr klar, so wie es derzeit ist, wird Kolumbien kein bedeutendes Reiseland für Deutsche. Kaum einer kann in Kolumbien Deutsch oder Englisch, zu gefährlich, zu hohe Abzockgefahr. Diejenigen, die aber tatsächlich aus Europa kommen, sind in der Regel schon sehr gut vorbereitet, das ist unsere Kultur. Alles wird exakt geplant, die gesamte Route wird vorher festgelegt, die Hostels gesucht etc.

Ich bin gespannt auf die nächste Reisemesse sowie Sprachmesse in Berlin, werden die Kolumbianer als Veranstalter kommen? Ich werde dann hier berichten.

Benny56
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Beitrag von Benny56 »

Das ist wirklich unglaublich! 6.210.000 Pesos für ein Essen zu zweit - das ist mehr, als ich in einem ganzen Monat an Rente bekomme. Es ist interessant, zu sehen, wie verschieden die Leben sind.

coentros
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Beitrag von coentros »

Die Analogie sehe ich auch bei Nicht-Europäern. Ein Japaner sollte besser nach Thailand reisen als in ein schwierigeres Land wie Kolumbien. Der US-Amerikaner eher nach Punta Cana ins Resort oder gleich im eigenen Land bleiben.
Zumindest bei den Latinos entfällt dann die Sprachproblematik. Wenn sie also nicht rechnen können oder wollen (Wechselkurs) und dann halt eben 30 Euro für vier Croissants bezahlen ist es ihr eigenes Problem, alternativ sei es ihnen gegönnt. (Für die Multimillionäre, denen die Preise egal sind).
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Bogotano
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Beitrag von Bogotano »

Es ist wirklich wichtig, sich vor einer Reise gründlich über die Preissituation im Urlaubsland zu informieren. Besonders bei einer Fernreise nach Kolumbien ist es hilfreich, zumindest ein grundlegendes Interesse an der Landessprache zu haben. Wer das vernachlässigt, ist meiner Meinung nach selbst schuld, wenn er abgezockt wird.

Aus meiner Sicht tragen ausländische Touristen eine gewisse Verantwortung für die Situation. Indem sie jeden geforderten Preis zahlen, ermutigen sie lokale Anbieter dazu, überhöhte Preise zu verlangen. Man muss kein Multimillionär sein, um sich im kolumbianischen Urlaub auszuleben. Die Auswirkungen dieses Verhaltens sind deutlich zu sehen: Medellín bekommt wieder einmal einen schlechten Ruf.

Es ist an der Zeit, dass Touristen ihre Verantwortung erkennen und sich bewusst sind, wie ihr Verhalten die lokale Wirtschaft und den Ruf einer Stadt beeinflussen kann.

Empanadafan
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Beitrag von Empanadafan »

Der Tourist ist für mich das Opfer, nicht der Schuldige
Sie zahlen überhöhte Preise, vielleicht einige Male, dann reagieren sie. Sie bestellen sich dann z.B. eben das Essen bei Rappi. RAPPI UND Co sind die großen Gewinner bei dieser Abzocke.

Die kolumbianischen Abzocker schaden damit auch den Restaurants, die nicht abzocken. In El Poblado allerdings eher selten. 🙂

Aber hehe, der Tipp mit Sabaneta war spitze. Lob an das Forum, ich habe viel von Euch gelernt.

coentros
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Beitrag von coentros »

@Benny56, 6.2Mio COP ist auch deutlich mehr als die durchschnittliche staatliche Rente in Deutschland. Jeder, der sich in estrato 6 oder jedem anderen Land der Welt in der höchsten Schicht oder z.B. solchen Restaurants bewegt sollte sich bewusst sein dass dort zunehmend dieselben „Regeln“ herrschen. Da sollte sich jeder zuerst an der eigenen Nase fassen und fragen ob einem das wirklich gefällt.
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Eisbaer
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Tiktoker entlarvt betrügerischen Souvenir-Verkäufer in Medellín

Beitrag von Eisbaer »

Der Content-Ersteller Ángel Linero, bekannt durch TikTok, beschloss, die Ehrlichkeit von Souvenirverkäufern in Medellín zu testen. Ein ähnliches Experiment hatte er bereits in Cartagena durchgeführt, um herauszufinden, wie viele Touristen in Kolumbien betrogen werden. Sein Ziel war es, zu zeigen, dass überhöhte Preise nicht nur an der Küste, sondern auch in anderen Teilen des Landes zu finden sind.

Linero gab vor, ein amerikanischer Tourist zu sein, der kein Spanisch spricht. Er näherte sich einem Souvenirverkäufer und führte ein Gespräch auf Englisch, um den Verkäufer zu irritieren. Dann fragte er mit amerikanischem Akzent nach dem Preis für eine handgefertigte Figur. Der Verkäufer verlangte 100.000 kolumbianische Pesos. Als Linero sich als “Costeño” (Bewohner der Küstenregion) zu erkennen gab, senkte der Verkäufer den Preis auf 20.000 Pesos. Linero entlarvte den Betrüger und zeigte, dass auch in Medellín Touristen Opfer von überhöhten Preisen werden.

Es ist wichtig, auf solche Praktiken aufmerksam zu machen, um Touristen vor Betrug zu schützen.
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