Der jüngste globale Bericht zur Ungleichheit, der im Dezember 2025 vom World Inequality Lab veröffentlicht wurde, beleuchtet die starke Konzentration von Reichtum und Einkommen in Kolumbien. Laut dem von Lucas Chancel, Ricardo Gómez-Carrer, Rowaida Moshrif und Thomas Piketty koordinierten Dokument besitzen die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung 71 Prozent des nationalen Reichtums, während das oberste Prozent fast 38 Prozent hält. Beim Einkommen erzielen die obersten 10 Prozent etwa 60 Prozent des Gesamteinkommens, wohingegen die untersten 50 Prozent nur auf 7 Prozent kommen. Die Kluft zwischen den oberen und unteren Schichten hat sich in den Jahren 2014 bis 2024 weiter vertieft, das Verhältnis stieg dabei von 59 auf 90. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei rund 12.000 Euro (kaufkraftbereinigt) und der durchschnittliche Reichtum bei 39.000 Euro, was die strukturellen Ungleichgewichte unterstreicht. Zudem hat sich die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt nur mäßig von 36,2 auf 39,4 Prozent verbessert, was nicht ausreicht, um die Disparitäten zu mindern.
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro reagierte auf den Bericht über seinen offiziellen X-Account und hob die Reichtumskonzentration bei den obersten zehn Prozent von 71 Prozent hervor. Dies mache Kolumbien zu einem der Länder mit der höchsten Ungleichheit weltweit. Der Bericht betont, dass global gesehen die reichsten zehn Prozent 75 Prozent des Weltreichtums kontrollieren und mehr als die Hälfte des Einkommens erzielen. Dabei besitzt der oberste Tausendstel Prozent mehr Vermögen als die Hälfte der Weltbevölkerung. Zudem wird ein Zusammenhang zu Themen wie dem Klimawandel hergestellt: Die reichsten zehn Prozent sind für 77 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich, während die Ärmsten mit nur drei Prozent Beitrag am stärksten betroffen sind. Die Geschlechterungleichheit bleibt bestehen: Frauen erhalten nach wie vor nur ein Viertel des Arbeitseinkommens – ein Wert, der seit 1990 unverändert ist.
Die Studie, an der über 200 Forscher:innen beteiligt waren, plädiert für politische Maßnahmen wie progressive Steuern auf große Vermögen sowie höhere Investitionen in Bildung und Gesundheit, um Ungleichheiten abzubauen.
Hohe Vermögensungleichheit in Kolumbien: Die reichsten 10 % besitzen 71 % des Reichtums
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Eisbaer
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