Petro-Anpassung der UPC 2026: Höherer Zuwachs für ärmere Bevölkerungsschichten – doch reicht es aus?

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Petro-Anpassung der UPC 2026: Höherer Zuwachs für ärmere Bevölkerungsschichten – doch reicht es aus?

Beitrag von Eisbaer »

Die Regierung von Präsident Gustavo Petro hat Ende 2025 eine Anpassung der Unidad de Pago por Capitación (UPC) vorgenommen, also des Betrags, den der Staat jährlich pro versicherter Person an die Entidades Promotoras de Salud (EPS) zahlt, um medizinische Leistungen zu finanzieren. Diese Anpassung sieht für das Jahr 2026 einen globalen Zuwachs von rund 12,94 Prozent vor, was einem zusätzlichen Budget von mehr als 11,6 Billionen Pesos entspricht. Im Detail steigt die UPC im subventionierten Regime – das vor allem ärmere Bevölkerungsschichten abdeckt – um 16,49 Prozent, während sie im beitragspflichtigen Regime nur um 9,03 Prozent zunimmt. Diese Differenzierung soll historische Ungleichheiten ausgleichen, wie es der Verfassungsgerichtshof in früheren Urteilen gefordert hat. Dennoch kritisieren Fachverbände und Patientenorganisationen den Schritt als unzureichend, da er die steigenden Kosten für Personal, Medikamente und Behandlungen nicht vollständig abdecke und die anhaltende Finanzkrise im Gesundheitswesen nicht behebe.

Besonders betroffen von dieser Situation ist die ärmere Bevölkerungsschicht Kolumbiens, die größtenteils im subventionierten Regime versichert ist und auf staatlich geförderte EPS angewiesen bleibt. Viele Familien in niedrigen Einkommensschichten oder in ländlichen Regionen haben ohnehin nur begrenzten Zugang zu qualitativ hochwertiger Versorgung. Wenn die EPS aufgrund knapper Mittel Verzögerungen bei Terminen, Medikamentenausgaben oder Operationen hinnehmen müssen, trifft das diese Gruppe am härtesten: Lange Warteschlangen, fehlende Arzneimittel oder die Notwendigkeit, privat zuzahlen, verschärfen die ohnehin prekäre Lebenssituation. Die Kritik lautet, dass der moderate Zuwachs die bestehenden Defizite nicht ausgleicht und die Gefahr birgt, dass weitere Kliniken schließen oder Dienstleistungen eingeschränkt werden – mit direkten Folgen für Millionen Menschen in den unteren sozialen Schichten, die keine Alternativen im privaten Sektor haben.
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