Datum: 02.07.2026
Quelle: Infobae
Kategorie: Politik / Innere Sicherheit Kolumbien
Während des feierlichen Akts zum Kommandowechsel der Streitkräfte auf dem Militärgelände José María Córdova in Bogotá hat der kolumbianische Präsident Gustavo Petro eine tiefgreifende Analyse der aktuellen Sicherheitslage des Landes dargelegt. In seiner Ansprache vertrat das Staatsoberhaupt die Ansicht, dass die traditionellen Guerillabewegungen in Kolumbien als politische und ideologische Akteure in der Realität nicht mehr existieren würden. Laut Petro handele es sich bei den verbleibenden Gruppierungen vielmehr um eine „Fiktion“, die primär durch die Medien aufrechterhalten werde.
Der Präsident argumentierte, dass die heutigen bewaffneten Strukturen den ideologischen Charakter der Vergangenheit verloren hätten. Anstelle des Kampfes für gesellschaftliche Veränderungen stünde nun die Kontrolle über illegale Ökonomien, insbesondere der internationale Kokainhandel, im Vordergrund. Diese Transformation betrifft nach Petros Einschätzung sowohl das Ejército de Liberación Nacional (ELN) als auch die Splittergruppen der ehemaligen FARC, wie den Estado Mayor Central (EMC) und die Segunda Marquetalia. Er betonte, dass diese Organisationen nicht mehr das Ziel verfolgten, die Macht im Staat zu übernehmen, sondern sich auf die Sicherung von Schmuggelrouten an den Landesgrenzen und Küsten konzentrieren würden.
Diese Positionierung des Präsidenten sticht inmitten einer Phase intensiver Spannungen und Rückschläge innerhalb seiner Politik des „Totalen Friedens“ hervor. Kritiker aus dem Oppositionslager sowie verschiedene Sicherheitsanalysten weisen Petros Darstellung vehement zurück. Sie argumentieren, dass trotz der Verschiebung hin zu kriminellen Geschäftsfeldern die internen Hierarchien, die militärische Kapazität und die soziale Kontrollfunktion dieser Gruppen in vielen Regionen des Landes weiterhin der klassischen Struktur einer Guerilla entsprechen. Zudem wird darauf verwiesen, dass die anhaltenden Anschläge, Rekrutierungen und territorialen Kämpfe eine reale und messbare Bedrohung für die Zivilbevölkerung darstellen, die weit über eine mediale Fiktion hinausgehe.
Petro forderte die neuen Führungskräfte des Militärs und der Polizei dazu auf, ihre Strategien an diese veränderte Kriminallandschaft anzupassen. Der Fokus der Streitkräfte müsse sich von der klassischen Aufstandsbekämpfung hin zur systematischen Zerschlagung der Logistikketten des Drogenhandels verlagern. Nur durch den Entzug der finanziellen Grundlagen an den Ausfuhrpunkten des Landes könne den bewaffneten Gruppen nachhaltig die Existenzbasis entzogen werden.
Gustavo Petro erklärte, dass es in Kolumbien „keine Guerillas mehr gibt“: „Sie sind nur noch eine Fiktion
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Gustavo Petro erklärte, dass es in Kolumbien „keine Guerillas mehr gibt“: „Sie sind nur noch eine Fiktion
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