Operación Orión in Comuna 13 von Medellín: 20 Jahre Straflosigkeit und Mangel an Wahrheit

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Eisbaer
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Operación Orión in Comuna 13 von Medellín: 20 Jahre Straflosigkeit und Mangel an Wahrheit

Beitrag von Eisbaer »

Die "Operación Orión" war eine Militäroperation, die im Jahr 2002 im Stadtteil 13 (Comuna 13) von Medellín, Kolumbien, stattfand. Ihr Ziel war die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung in einem von Gewalt und bewaffneten Gruppen geplagten Viertel. Trotz vergangener zwei Jahrzehnte bleibt die Operation von strafrechtlicher Straflosigkeit und einem Mangel an umfassender Wahrheitsfindung geprägt.

Die Comuna 13 war in den 1990er Jahren ein Epizentrum des bewaffneten Konflikts in Kolumbien. Paramilitärische Gruppen, Guerillaeinheiten und kriminelle Banden rivalisierten um die Kontrolle über das Gebiet, was zu einer hohen Rate von Gewalt und Unsicherheit führte. Die Operation Orión wurde eingeleitet, um die Kontrolle der bewaffneten Gruppen zu brechen und die Sicherheit der Bevölkerung wiederherzustellen.

Am 16. Oktober 2002 begannen Militär und Polizei die Operation, bei der Panzer, Hubschrauber und mehrere Tausend Sicherheitskräfte eingesetzt wurden. Die Straßen von Comuna 13 wurden von bewaffneten Konflikten erschüttert, und viele Zivilisten gerieten zwischen die Fronten. Es wurde berichtet, dass Menschenrechtsverletzungen stattfanden, einschließlich willkürlicher Verhaftungen, Folter und außergerichtlicher Hinrichtungen.

Trotz zahlreicher Vorwürfe und Berichte über Menschenrechtsverletzungen während der Operation hat es in den vergangenen 20 Jahren nur begrenzte Fortschritte bei der strafrechtlichen Verfolgung von Verantwortlichen gegeben. Die Opfer und ihre Familien warten immer noch auf Gerechtigkeit. Es gibt auch einen Mangel an umfassender Wahrheitsfindung, was es den Überlebenden schwer macht, die Ereignisse zu verstehen und damit abzuschließen.

Die Operation Orión hat tiefe Narben in der Gemeinde 13 hinterlassen. Das Misstrauen gegenüber den Sicherheitskräften, Traumata und sozioökonomische Herausforderungen sind anhaltende Probleme. Die fehlende strafrechtliche Verfolgung hat dazu beigetragen, ein Klima der Straflosigkeit zu schaffen, das die Rechte der Bürger weiterhin gefährdet.

Verschiedene Menschenrechtsorganisationen, Opfergruppen und Aktivisten setzen sich weiterhin für Gerechtigkeit und Wahrheit in Bezug auf die Operation Orión ein. Sie fordern eine gründliche Untersuchung der Menschenrechtsverletzungen, die während der Operation begangen wurden, und die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen.

Fazit: Die Operation Orión in der Comuna 13 von Medellín bleibt ein dunkles Kapitel in der Geschichte Kolumbiens. Die andauernde Straflosigkeit und der Mangel an umfassender Wahrheitsfindung unterstreichen die Herausforderungen bei der Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen in Zeiten des bewaffneten Konflikts. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Bemühungen zur Gerechtigkeit verstärkt werden, um die Opfer zu respektieren und langfristige Heilung und Versöhnung in der Gemeinschaft zu fördern.
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Hoffnung bei der Suche nach den Verschwundenen

Beitrag von News Robot »

In Kolumbien gibt es juristische Fortschritte bei nicht aufgeklärten massenhaften Tötungen in den letzten Jahrzehnten. Nene deutet über das Häusermeer des Viertels Comuna 13, das ganz oben am Rande des Talkessels von Medellín liegt. »Dort drüben, jener weiße, große Fleck, dass ist die Müllkippe La Escombrera, wo etliche der gewaltsam Verschwundengelassenen verscharrt wurden«, erklärt er. Nene alias Carlos Alberto Sánchez Mosquera ist Hip-Hop-Sänger – Rapero, wie es hier heißt –, Fremdenführer und Sozialaktivist in Personalunion.
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Petro volvió a hablar de la Operación Orión y apuntó hacia Uribe: “El peor crimen contra la humanidad en la historia”

Beitrag von News Robot »

In einem neuen, ausführlichen Beitrag auf seinem X-Profil ging der Präsident der Republik, Gustavo Petro, erneut auf die Ereignisse in der Comuna 13 von Medellín während der sogenannten Operation Orion ein, die im Oktober 2002 unter der ersten Regierung von Álvaro Uribe Vélez durchgeführt wurde. Dies geschah im Anschluss an seine jüngsten Äußerungen vor dem Hintergrund der Suche nach vermissten Leichen in La Escombrera, die von forensischen Anthropologen unter der Leitung der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (JEP) durchgeführt wird.
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Operación Orión in Comuna 13 von Medellín: Konflikt um Wandgemälde und Wahrheit

Beitrag von News Robot »

In mehreren Teilen Kolumbiens, darunter Medellín, Bogotá und Calí, kommt es zu Auseinandersetzungen um Wandmalereien mit dem Schriftzug "Las cuchas tienen razón" (Die Mütter haben recht). Das erste Wandgemälde (Mural) dieser Art entstand im Norden von Medellín zwischen dem 11. und 12. Januar 2025 und wurde von Künstler:innenkollektiven geschaffen.

Ziel dieser Initiative war es, im Kontext der Verbrechen des bewaffneten Konflikts auf die Opfer der Operación Orion in der Comuna 13 in Medellín aufmerksam zu machen und Solidarität mit den Müttern der Ermordeten zu zeigen. In jenem Stadtteil führte das Militär 2002 im Zuge eines bewaffneten Einsatzes außergerichtliche Hinrichtungen und gewaltsame Verschleppungen durch.
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Kolumbien: »Es braucht eine neue Operation Orión«

Beitrag von News Robot »

La Escombrera (auf Deutsch »der Schutthaufen«) in Medellín wird als das größte Massengrab Kolumbiens bezeichnet. Die Angehörigen klagen an, dass die Leichen von mehr als 400 gewaltsam Verschwundenen unter tonnenweise Schutt dort begraben liegen. Mitte 2024 begannen dort Ausgrabungen, aber am 1. April 2025 hat die Sondereinheit zur Suche verschwundener Personen (UBPD) vorerst die Suche eingestellt. Wie kam das?
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Die Suche nach Verschwundenen in La Escombrera

Beitrag von News Robot »

14. Mai 2025 | NPLA

La Escombrera („der Schutthaufen”) wird als das größte Massengrab Kolumbiens bezeichnet. Die Bauschuttdeponie liegt in Medellín im Randbezirk Comuna 13. Zwischen 1997 und 2003 wurde die Comuna 13 zum Konfliktschauplatz. In jenen Jahren gab es zahlreiche Operationen des Militärs in Zusammenarbeit mit paramilitärischen Gruppen. Offiziell sollte die Comuna 13 von städtischen Milizen der Guerillas „gesäubert“ werden, inoffiziell übernahmen die Paramilitärs die Kontrolle.

Massengräber unter Bauschutt

Die Operación Orión am 16. und 17. Oktober 2002 ist wegen des Ausmaßes an Gewalt und der offensichtlichen Zusammenarbeit des Staats mit den Paramilitärs die Bekannteste dieser Militäroperationen. Das Ergebnis waren zahlreiche Tote, Verschwundene und Verletzte. „Es kam zu ‚Säuberungen‘, und die Paramilitärs übernahmen die Kontrolle in der Zone. Über ein Jahr lang hat der Staat das Viertel den paramilitärischen Gruppen überlassen” erklärt der Soziologe Max Yuri Gil Ramírez. Rund 400 Fälle von gewaltsamem Verschwindenlassen wurden in diesem Zeitraum angezeigt. „Das sind die Opfer der Paramilitärs”, ergänzt Gil Ramírez. Einen ihrer Stützpunkte in der Zone hatten die Paramilitärs zu dieser Zeit in der Bauschuttdeponie La Escombrera in der Comuna 13. Seitdem prangern Menschenrechtsorganisationen und Angehörige der Opfer an, dass viele der Leichen der gewaltsam Verschwundenen in La Escombrera unter tonnenweise Schutt begraben liegen. Zeugenaussagen von Überlebenden, von ehemaligen Paramilitärs und auch Gerichtsurteile belegen, dass dort Menschen „verhört, gefoltert, ermordet, zerstückelt und heimlich verscharrt” wurden, beschreibt Gil Ramírez. Trotz dieser Beweise wurden in La Escombrera jahrelang weiter „Millionen Tonnen Bauschutt aus der ganzen Stadt” abgeladen” berichtet der Soziologe, was dazu führte, dass sich “an einigen Stellen das Bodenniveau um bis zu 25 Meter anhob”.

Opfer oft als Kriminelle oder Drogenabhängige diffamiert

Im Jahr 2019 ordnete die Sonderjustiz für den Frieden (JEP) an, in La Escombrera Ausgrabungen durchzuführen und den weiteren Schuttabwurf zu stoppen. Seit Mitte 2024 laufen die Ausgrabungen. Im Dezember 2024 wurden die ersten fünf Leichen gefunden, von denen bisher zwei identifiziert werden konnten. Luz Amparo Mejía ist Mitglied des Kollektivs „Mujeres caminando por la Verdad“, das in Medellín und Umgebung nach Opfern von Verschwindenlassen sucht. Sie bezeichnet die Bergung der Toten als „feierlichen Moment“, der den Angehörigen neue Hoffnung gegeben habe. Es sei sehr wichtig, dass es weitere Leichenfunde gibt, so Luz Amparo Mejía, weil dies beweise, dass die Suchenden „nicht verrückt sind”. Jahrelang habe man das gewaltsame Verschwinden der Opfer geleugnet und die Arbeit der Suchenden missachtet, kritisiert Mejía. Den Müttern wird unterstellt, nur auf finanziellen Entschädigungen aus zu sein oder den Staat zu verleumden. Die Opfer selbst werden oft als Kriminelle oder Drogenabhängige diffamiert. La Escombrera sei somit ein „historischer Referenzpunkt“, der auf die massenhaften Menschenrechtsverletzungen in Medellín aufmerksam mache, so Mejía.

Medellín: ein riesiges Massengrab

Die Hoffnungen der Angehörigen werden jedoch weiterhin auf die Probe gestellt. Die Suche nach den Verschwundenen gestaltet sich aufgrund des Ausmaßes dieses Verbrechens als sehr schwierig. Laut Zahlen der Sondereinheit zur Suche verschwundener Personen (UBPD) wurden in den letzten 60 Jahren mehr als 124.000 Menschen im Rahmen des bewaffneten Konflikts Opfer von gewaltsamem Verschwindenlassen. „Viele der Opfer sind unauffindbar. Sie wurden zerstückelt, in Flüsse geworfen, ihre Leichen verbrannt. Einige der Täter leben nicht mehr, oder es fehlt jede Spur von ihnen”, erklärt Max Yuri. Die ohnehin schwierige Suche wird in der Comuna 13 dadurch erschwert, dass die Opfer nicht nur in der Escombrera verscharrt sind- sondern auch an anderen Orten der Stadt. Und auch in La Escombrera liegen mutmaßlich die Leichen von Menschen aus anderen Vierteln Medellíns und der Umgebung. Deshalb bezeichnet Max Yuri Gil Medellín als ein „riesiges Massengrab”. Die Stadt und ihre Randgebiete wurden in der Vergangenheit immer wieder genutzt, um Leichen zu verscharren. Die UBPD geht davon aus, dass in Medellín um die 6000 Menschen Opfer von gewaltsamem Verschwindenlassen wurden.

USAID-Kürzungen beeinträchtigen die Suche

Ende März 2025 kam ein weiterer Rückschlag für die Angehörigen und die Suchenden. Die UBPD kündigte an, die Ausgrabungen zum 1. April vorerst einzustellen. Als Grund nannte die Institution fehlende Ressourcen, um den Einsatz der Schwermaschinerie zu finanzieren. Diese wurden durch Kürzungen internationaler Entwicklungshilfen verursacht. Die US-amerikanische Entwicklungsagentur USAID hatte zuvor Projekte der kolumbianischen Übergangsjustiz, darunter auch die Arbeit der UBPD, mitfinanziert. Derzeit ist unklar, wie es mit den Sucharbeiten in La Escombrera weitergeht. Die Stadt Medellín hat zwar angekündigt, Mittel aus dem städtischen Haushalt bereitstellen zu wollen, um die Suche wieder aufzunehmen. Doch die Ernsthaftigkeit dieser Absicht ist fraglich. Der rechte Bürgermeister Federico Gutiérrez ist ein dezidierter Gegner der progressiven Regierung von Gustavo Petro ebenso wie der Umsetzung des Friedensabkommens.

Las cuchas tenían razón

Nachdem die ersten Leichen gefunden wurden, hat im Januar ein Künstler*innenkollektiv ein Wandbild mit der Aufschrift „Las cuchas tenían razón” („Die Mütter hatten Recht”) gemalt. In weniger als 24 Stunden war es nach einer Anordnung der Stadtverwaltung von Medellín grau überpinselt worden. Als Reaktion darauf begannen landesweit – und sogar im Berliner Mauerpark – Kollektive und Initiativen, das Wandbild zu vervielfältigen. Der Bürgermeister vertrete „eine leugnende und revisionistische Haltung”, so Max Yuri Gil. Das Übermalen der Wandbilder habe als Ziel, „das Geschehene unsichtbar zu machen oder es sogar zu rechtfertigen”. Das Wandbild ist ein Akt der Solidarität mit den Suchenden, gegen das Vergessen, für Wahrheit und Gerechtigkeit, und es macht die Verbrechen sichtbar, die vom Staat in Zusammenarbeit mit den Paramilitärs begangen wurden, Es „war der Auslöser, der den Menschen weltweit das Thema des gewaltsamen Verschwindenlassens ins Bewusstsein brachte”, sagt Luz Amparo Mejía.

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