Ein kleiner Zwischenbericht über meine Erfahrungen mit Produkten im europäischen Stil oder Geschmack.
Käsefondue:
Ich hatte hier bereits über zwei Fertigprodukte berichtet, die bei Exito erhältlich sind. Ein Fertigfondue aus Schweizer Produktion und eines der einheimischen Herstellers „Alpina“, das lange Zeit nicht lieferbar war.
Nun, das Schweizer Produkt war – wie ich bereits berichtet hatte – eine absolute Enttäuschung, die ehrlich gesagt nichts mit einem Fondue zu tun hat. Weder im Geschmack noch in der Konsistenz. Später habe ich dann herausgefunden, dass der Hersteller, eine Schweizer Käserei, derselbe ist, von dem ein Fertigfondue in den Schweizer Regalen eines grossen deutschen Discounters zu finden ist. Ebenso ungeniessbar, und die vernichtenden Kommentare und Bewertungen der Verbraucher decken sich mit meiner Erfahrung (in Kolumbien wie in der Schweiz) mit diesem Hersteller.
Bei meinem letzten Besuch bei Exito in Envigado, nachdem es lange Zeit nicht mehr erhältlich war, stand das Fondue von Alpina wieder in den Regalen, allerdings nur eine einzige Packung. Obwohl ich die passenden Käsesorten gefunden hatte, um mir zu Hause ein Fondue zuzubereiten, wollte ich das Produkt probieren, um mir ein Bild davon zu machen und der Verkäuferin am Käsestand, die mich danach gefragt hatte, meine Einschätzung mitzuteilen.
Nun, das Fondue von Alpina ist deutlich teurer als das Schweizer Fondue in den Regalen von Exito (ca. 66.000 $ für Alpina und rund 40.000 $ für das Schweizer Produkt, jeweils für 400 g Fertigprodukt).
Im Gegensatz zum Schweizer Fondue war es zumindest geniessbar (das Schweizer Fondue wurde damals nach nur drei Gabelbissen vom Tisch entfernt!), auch wenn es geschmacklich fade war und die Konsistenz nicht überzeugte. Nachdem wir es nachgewürzt hatten, haben wir es immerhin aufgegessen.
Fazit: Das Fondue von Alpina könnt ihr euch auch sparen.
Ich persönlich greife auf Tilsiter und Gruyère von Alpina oder Colanta oder andere Hersteller zurück (weit entfernt von den Originalprodukten, die hier jedoch so gut wie unauffindbar sind). Als Wein nutze ich einen Chardonnay von „D1“, den ich immer im Haus habe.
Auf Kirsch im Fondue verzichte ich schlussendlich. Zu teuer in Kolumbien, und für den, den ich aus der Schweiz mitgebracht habe, wäre es schade.
Ich ziehe es vor, ihn pur und sparsam bei passenden Gelegenheiten zu geniessen.
Ich ersetze den Kirsch nun durch Brandy, eine absolut vertretbare Alternative, sowohl zum Aromatisieren als auch zur Stabilisierung der Konsistenz des Fondues. Im Piemont wird übrigens auch gerne auf Grappa zurückgegriffen.
Das Fondue Brot backe ich wie immer selbst. Ich backe ein flaches Brot, speziell für das Fondue. Mit einer Mehlmischung nach momentaner Laune und im haushalt vorhandenen Mehlsorten (z. B. dunkles Roggenmehl, Weizenmehl, Vollkornmehl und Hartweizenmehl) und langer Gärzeit, mit „massa madre“. So trägt bereits das Brot selbst mit seinem Geschmack und seiner Bekömmlichkeit entscheidend zum gastronomischen Fondue Erlebnis bei (und gleicht auch ein wenig die Mängel der industriellen Käsesorten aus).
Raclette:
Ich weiss nicht mehr genau, ob es Ende letzten Jahres oder Anfang dieses Jahres war, aber der kleine Laden von D1 hier im Pueblo hatte in den Regalen mit den vorübergehenden Sonderangeboten einen Tisch-Raclette-Grill. Natürlich haben wir zugeschlagen. Auch für das Raclette verwende ich teils dieselben Käsesorten.
Wir haben auch schon ein paar Mal Leute von hier vom Land eingeladen, die den Ruf haben, nichts zu essen, was sie nicht kennen, aber zu unserer Überraschung waren sie total begeistert vom Raclette.
Essiggurken:
Wie allgemein bekannt ist, sind die hier in Kolumbien erhältlichen Essiggurken meist süsslich. Hier auf dem Land findet man nichts anderes. Neben den deutschen Cornichons, die ich früher in Medellín gekauft habe, habe ich dann die spanischen „Pepinillos“ von Helios aus den Regalen von Exito entdeckt und probiert.
Es sind ausgewählte Gewürzgurken, genau richtig knackig, in Weinessig und Salz eingelegt, ohne weitere Gewürze. Sowohl meine Frau als auch ich waren sofort begeistert. Gurken in reinem Weinessig und Salz, so wie sie sie meine "Nonna" einlegte, haben nostalgische Erinnerungen in mir wachgerufen.
Thunfischmousse und Räucherlachs:
Die
Thunfischmousse, ein kulinarisches Produkt, das aus der französischen Küche stammt und in der europäischen Gastronomie weit verbreitet ist. Wie ich feststellen muss, ist sie hier jedoch eher wenig bekannt oder verbreitet. Dies liegt sicherlich auch an hygienischen und haltbarkeitstechnischen Aspekten, die klimatisch bedingt sind.
Frisch zu Hause zubereitet, gibt es jedoch keinen Grund, darauf zu verzichten.
Schnell und einfach zuzubereiten. Meine Variante ist an die hier bei uns im Pueblo leicht erhältlichen Zutaten angepasst. Thunfisch aus der Dose (in Salzwasser oder in Öl), griechischer Joghurt und Mayonnaise.
Köstlich als Aperitif oder Zwischengang, auf gerösteten Baguettescheiben zu streichen oder auch als Beilage zu Crackern, Chips, usw.
Mit einem Messer schneide ich den zuvor gut abgetropften Thunfisch sehr fein. Gib ihn nicht in einen Mixer, da er sonst zu wenig Konsistenz hätte. In eine Schüssel gebe ich eine Mischung aus ca. 3/4 Naturjoghurt und 1/4 Mayonnaise. Je nach Salzgehalt des Thunfischs füge ich eventuell etwas Salz hinzu und nach Belieben einen Schuss Brandy oder Whisky (nur wenig, um die Konsistenz nicht zu verändern). Nach Belieben könnt ihr das Ganze mit Kapern (gewaschen und gut abgetropft), gehackten Oliven oder Petersilie verfeinern. Mengenverhältnisse: Auf 300 g Thunfisch ca. 70–75 g griechischen Joghurt und 25–30 g Mayonnaise.
Wenn Ihr das Ganze auf gerösteten Brotscheiben oder Ähnlichem serviert, erst kurz vor dem Servieren darauf streichen, damit die Knusprigkeit nicht verloren geht.
Geräucherter Lachs:
Ein Produkt, das hier in Kolumbien definitiv zur Kategorie der gastronomischen Luxusprodukte gehört. Es ist jedoch auch zu einem erschwinglichen Preis (10.950 $ für 70 g) beim Discounter D1 erhältlich. Ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis, wobei die Qualität absolut mit ähnlichen Produkten vergleichbar ist, die in den Kühlregalen europäischer Händler angeboten werden.
Geräucherter Lachs in Scheiben, aus chilenischer Zucht in praktischen 70-g-Packungen. Ideal für einen Aperitif, einen Snack oder auch für ein Abendessen zu zweit.
Sei es als Lachsbrötchen, Lachs-Mousse oder Lachs-Pasta. Letzteres ist ein nicht alltägliches Gericht, das sich dennoch schnell und einfach zubereiten lässt, auch wenn man unerwarteten Besuch hat (der vakuumverpackte Räucherlachs ist im Kühlschrank lange haltbar; achtet im Laden darauf, eine Packung mit langem Verfallsdatum zu kaufen).
Ein einfaches und schmackhaftes Gericht, das bei uns zu Hause immer sehr beliebt ist, insbesondere auch bei Gästen.
Die „
Fettuccine al salmone“ sind ein Nudelgericht mit einer delikaten Lachssauce, ideal als „Primo“ oder als Hauptgericht.
Es gibt verschiedene italienische Varianten der Zubereitung von Fettuccine al salmone mit Räucherlachs, die von Zubereitungen mit weisser Sauce und Sahne bis hin zu Sossen mit Weisswein reichen.
Eine klassische, cremige Variante:
In Streifen geschnittener Räucherlachs, kurz in Butter oder nativem Olivenöl extra angebraten. Flüssige Sahne hinzufügen und leicht einkochen lassen. Nach Belieben Parmesankäse und Zitronenschale hinzufügen, um den Geschmack zu unterstreichen. Die al dente gekochte Pasta wird dann direkt in der Pfanne mit der Sauce geschwenkt und in vorgewärmten tiefen Tellern serviert.
Eine weitere Variante besteht darin, eine weisse Sauce oder die Weissweinsauce zuzubereiten und anschliessend den in feine Streifen geschnittenen Räucherlachs hinzuzufügen, ohne ihn anzubraten oder separat in Butter anzubraten. Die Fettuccine al dente abgiessen und sie im Koch Topf mit der Sauce anrichten und wie oben in vorgewärmten Tellern servieren.
Buon Appetito!