Säbelrasseln | US-Militärpräsenz vor Venezuelas Küste

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Don Maximo
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Säbelrasseln | US-Militärpräsenz vor Venezuelas Küste

Beitrag von Don Maximo »

⇒ Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:

Jedem anderen Land wären bereits Sanktionen auferlegt oder zumindest angedroht worden.
Trump wird – zum Spott der Weltgemeinschaft und jener Werte der politischen Ethik und Demokratie, die mittlerweile ausgedient zu haben scheinen – wohl, so fürchte und vermute ich, bereits in wenigen Wochen iam WEF in Davos der rote Teppich ausgerollt und ein Podium für eine weitere seiner verabscheuungswürdigen Selbstdarstellungen geboten werden.
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Glboetrotter
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Säbelrasseln | US-Militärpräsenz vor Venezuelas Küste

Beitrag von Glboetrotter »

Der Diktatur Nicholas Maduro hat im letzten Jahr die Präsidentenwahl in Venezuela deutlich verloren und ist dann nicht abgetreten. Er ist somit illegal an der Macht.

Wäre Maduro abgetreten und hätte den rechtmässigen Gewinner als neuen Präsident von Venezuela akzeptiert, dann hätte es auch nicht diesen Militärschlag der USA gegeben.

Selber Schuld.

Wir sollten auf ein besseren Venezuela hoffen, was auch Kolumbien zu Gute kommen wird.

desertfox
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Säbelrasseln | US-Militärpräsenz vor Venezuelas Küste

Beitrag von desertfox »

Ich denke das Problem ist weniger dass Maduro abgesetzt wurde als dass er illegal nach Amerika entführt wurde und die USA eiskalt sagten das Öl gehört nun denen..., die nächste Regierung darf nur das machen was die USA "genehmigt"..., das ist praktisch eine Kolonialisierung.

Und was kommt als nächstes? Kolumbien, Panama, Grönland, ich vergaß Iran und Nigeria.

Genuasd
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Säbelrasseln | US-Militärpräsenz vor Venezuelas Küste

Beitrag von Genuasd »

Das muss man unbedingt getrennt betrachten, denn nicht umsonst haben die USA Maduro offiziell wegen vermeintlicher Drogenvergehen verhaftet.
Solange genügend Venezolaner in diversen Großstädten mit Nationalflaggen feiern und sich Trump als dankbar präsentieren, hat man die Bilder, die man braucht.
Als sei das eine Heldentag gewesen, dabei hatte das vor allem den Zweck der Machtdemonstration und Warnung an die ganze Welt, sei es Schurkenstaat oder NATO-"Verbündeter"... und natürlich eine neue Öl-Quelle.

Dabei ist es auch fast nebensächlich, ob die Ausreise von Maduro abgesprochen war, oder nicht - wobei ich mir das gut vorstellen kann.
Nachdem Guaidó gescheitert ist, war eigentlich klar, dass es nicht ohne Intervention gehen wird.
Ich hatte gehofft, dass man es mit diplomatischem Druck schaffen kann, ohne so einen Pakt mit dem Teufel eingehen zu müssen.
In Deutschland beschreibt man das dann einfach nur als "komplex".
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Don Maximo
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Säbelrasseln | US-Militärpräsenz vor Venezuelas Küste

Beitrag von Don Maximo »

Eine interessante Kurzanalyse zu den jüngsten Ereignissen im Zusammenhang mit Trumps Einmarsch in Venezuela, verfasst von Romeo Rey, ehemaliger Lateinamerika-Korrespondent des «Tages-Anzeigers» und der «Frankfurter Rundschau», heute veröffentlicht auf dem Portal infosperber.ch: Trump will Venezuela gleich selber regieren
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Dolfi
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Säbelrasseln | US-Militärpräsenz vor Venezuelas Küste

Beitrag von Dolfi »

Man sollte mal zur Kenntnis nehmen was Marco Rubio hier sagt: https://x.com/SwipeWright/status/2007851304086126920

Ich finde das nicht unplausibel. Die USA sind der größte Ölproduzent der Welt, und es scheint mir fraglich, ob sie das venezolanische Öl wirklich brauchen. Einleuchtender scheint mir die Absicht, Russland, China und Iran aus der Gegend rauszuhalten. Was haben die da verloren?

Das wäre ein legitimes Interesse, schließlich sind dieaggressiven Absichten dieser Länder bekannt.
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Bogotano
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Säbelrasseln | US-Militärpräsenz vor Venezuelas Küste

Beitrag von Bogotano »

Im Anschluss an Don Maximos Hinweis auf den Bericht „Trump will Venezuela gleich selber regieren“ und Dolfis Gedanken zu den geopolitischen Interessen der USA stellt sich für mich eine Frage:
Ist es tatsächlich legitim, wenn die USA fremde Mächte wie Russland, China oder Iran aus der Region fernhalten wollen, oder dient dieses Vorgehen am Ende nur als Vorwand für die eigene Dominanz in Lateinamerika?
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s-dedalus
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Säbelrasseln | US-Militärpräsenz vor Venezuelas Küste

Beitrag von s-dedalus »

Was meinst du mit "legitim" in diesem Zusammenhang, Bogotano? Völkerrechtlich "legal" ist es sicherlich nicht, und moralisch verwerflich obendrein. Legitimiert im Sinne von "berechtigt" sieht sich Trump u.a. durch die "Monroe--Doktrin" ("Donroe-Doktrin", sagt er), die er aber falsch versteht. Sie hatte nicht primär die Dominanz der USA in Latam zum Ziel, sondern den Schutz der gerade unabhängig gewordenen Staaten in ganz Amerika gegen die kolonialen Europäer.
Generell glaube ich, dass man Trump zu viel Ehre antut, wenn man ihm klare Pläne (im Sinne von klar umrissenen Zielen mit abgeleiteten Zielerreichungswegen) unterstellt. Wie oft hat er sich in der Vergangheit selbst widersprochen, seine erklärten Ziele geändert oder nachweislich gelogen? Oft hat er damit auch seine eigenen Minister verwirrt (man sehe z.B. nur in der Pressekonferenz die Reaktion des verdatterten Rubio auf Trumps Ankündigung, Venezuela "selbst" zur regieren!). Ich denke er wird stark durch sein chauvinistisches Bauchgefühl gesteuert, das gelegentlich durch luzide Momente erhellt oder durch seine Minister/Berater etwas abgefedert wird, wenn sie es sich gerade trauen.
{So, jetzt darf ich wahrscheinlich nie wieder in die USA einreisen.... :)) }
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Fusagasugeno
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Säbelrasseln | US-Militärpräsenz vor Venezuelas Küste

Beitrag von Fusagasugeno »

@ s-dedalus
Schlimmer noch, Du wirst als Terrorist eingestuft und must mit Entführung oder einem Drohnenangriff rechnen.
Eres feliz, eres Fusagasugeño :-)
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s-dedalus
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Beitrag von s-dedalus »

richtig, Fusagasugeno, jejeje!

Carlo
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Säbelrasseln | US-Militärpräsenz vor Venezuelas Küste

Beitrag von Carlo »

Ein bisschen Humor in einer ernsten Diskussion schadet sicher nicht. Das lockert die Atmosphäre und verhindert, dass wir uns zu sehr verbeißen. Wichtig ist nur, dass niemand das so ernst nimmt wie damals ein Mitglied, das auf schwarzen Humor überreagiert hat. Am Ende geht es darum, die Beiträge im Kontext zu sehen und nicht gleich persönlich zu werden.
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s-dedalus
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Beitrag von s-dedalus »

Genau, Carlo. Meine Bemerkung zur USA-Einreise bezog sich übrigens auf den Umstand, dass bei der Einreise nach USA jetzt häufiger das handy nach trump-feindlichen social media posts etc. durchsucht werden soll. Das könnte möglicherweise manchen hier im Forum treffen (vielleicht noch mehr als die von Fusagasugeno erwähnten Drohnen und Entführungen, hehehe!).Schade, dass Trump in seinem Land faktisch nicht so viel Redefreiheit gewährt, wie er u.a. für Deutschland fordert.
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Eisbaer
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Säbelrasseln | US-Militärpräsenz vor Venezuelas Küste

Beitrag von Eisbaer »

Heute, am 06. Januar 2026, hat das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte eine neue Pressemitteilung veröffentlicht. Darin wird mit deutlichen Worten die aktuelle Lage in Venezuela nach der US-Militäraktion am Wochenende bewertet. Ich möchte diese Erklärung hier dokumentieren, da sie den Kern des internationalen Rechts berührt und die Menschenrechte in den Mittelpunkt stellt.

Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte äußert tiefe Besorgnis über die Situation in Venezuela nach der militärischen Operation, die am Wochenende von den Vereinigten Staaten von Amerika durchgeführt wurde. Es ist offensichtlich, dass diese Operation ein fundamentales Prinzip des Völkerrechts untergraben hat: Kein Staat darf mit Gewalt drohen oder Gewalt anwenden gegen die territoriale Integrität oder die politische Unabhängigkeit eines anderen Staates.

Die Vereinigten Staaten haben ihre Intervention mit dem Hinweis auf die Menschenrechtsverletzungen durch die venezolanische Regierung gerechtfertigt. Dennoch darf die Rechenschaft für Menschenrechtsverletzungen nicht durch eine einseitige militärische Intervention erfolgen, die das Völkerrecht verletzt. Das Volk von Venezuela verdient einen gerechten Prozess der Verantwortlichkeit, der die Opfer in den Mittelpunkt stellt.

Wie die Berichte des Menschenrechtsbüros seit mehr als einem Jahrzehnt verdeutlichen, ist die Lage in Venezuela kontinuierlich schlechter geworden, und die Rechte des venezolanischen Volkes sind viel zu lange verletzt worden. Wir befürchten, dass die aktuelle Instabilität und die verstärkte Militarisierung des Landes infolge der US-Intervention die Situation weiter verschlimmern werden.

Der von den venezolanischen Behörden am Samstag ausgerufene Ausnahmezustand gibt Anlass zur Sorge, da er Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, die Beschlagnahmung von Gütern für die nationale Verteidigung sowie die Aussetzung des Versammlungs- und Protestrechts erlaubt – unter anderem Maßnahmen, die die Grundrechte erheblich beeinträchtigen.

Der Hohe Kommissar ruft die US-amerikanischen und venezolanischen Behörden sowie die internationale Gemeinschaft dazu auf, das Völkerrecht einschließlich der Menschenrechte vollständig zu respektieren.

Die Zukunft Venezuelas muss ausschließlich vom venezolanischen Volk bestimmt werden – mit vollem Respekt seiner Menschenrechte, einschließlich des Rechts auf Selbstbestimmung und der Souveränität über sein Leben und seine Ressourcen.

Quelle: Portavoz del Alto Comisionado de las Naciones Unidas para los Derechos Humanos Ravina Shamdasani - Ginebra
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Glboetrotter
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Beitrag von Glboetrotter »

Verneint man hier bewusst, dass der sozialistische Diktator Maduro im Sommer 2024 nicht mehr wieder gewählt wurde, sondern die westlich orientierte und kapitalistische Opposition (wobei die Hauptkandidatin aus fadenscheinigen Gründen nicht zur Wahl antreten durfte) hat mit grossem Vorsprung gewonnen?
Er trat jedoch nicht ab, weshalb es zur Gefangennahme durch die USA kam. Bravo, super gemacht.

Und dass Maduro's an Krebs verstorbener Vorgänger Hugo Chavez anfangs der 2000 Jahre die ausländischen Ölfirmen illegal verstaatlicht hatte ohne nennenswerte finanzielle Entschädigung? Ein klarer Diebstahl von ausländischen Firmen. Man stelle sich vor, Kolumbien verstaatlicht Siemens oder Nestle - als Beispiel. Ok für Euch hier? Dadurch gingen Hunderttausend gut bezahlter Jobs verlieren.
Verständlich, dass die USA dies wieder zurückhaben wollen. Glaubt hier wirklich jemand, dass es früher vor 20 / 25 Jahren schlechter war als heute in Venezuela? Und das es ab jetzt mit einer US freundlich gesinnten Regierung noch schlechter als heute für die Bevölkerung werden könnte? Sehr unwahrscheinlich.

Madura hat seit 2013 genug Zeit gehabt, sein Land zu verbessern. Es wurde jedoch noch viel schlimmer mit über 90 % Armut der um 30 Millionen Venezuelaner, weshalb viele ausgewandert sind. Das scheint man hier bewusst auszublenden, Maduros komplette Inkompetenz und seiner regierungsnahen Drogengeschäften mit den hiesigen zwei Guerrillagruppen. Alles bestens dokumentiert durch mehrere wichtigen Zeugenaussagen, um den langjährigen US Gefängnisaufenthalt zu entgehen oder zu reduzieren.

Die dortige Militärführung und aktuelle Vizepräsidentin akzeptieren den neuen Arbeitgeber, um deren eigene Haut und Vermögen zu retten anstelle vom amerikanischen Zuchthaus.

Ich kenne nur Venezuelaner in Kolumbien, die diesen Wechsel gut finden und auf eine bessere Zukunft schauen. Mit recht, sage ich!

Das scheint hier aber niemanden zu stören im Forum. Unglaublich!

P.S. Die Menschenrechtslage ist bestimmt besser in Venezuela als in den USA ... oder irre ich mich - nicht oder doch? Bitte schaut einmal genau hin, was in Venezuela passiert ist in den letzten 25 Jahren. Oder auch hier in Kolumbien! Wetten wir, dass die Situation in den USA heilig dagegen ist.

desertfox
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Säbelrasseln | US-Militärpräsenz vor Venezuelas Küste

Beitrag von desertfox »

@Globetrotter,

es wurde hier schon von mehreren, auch von mir, geschrieben dass man die Absetzung von Maduro positiv gegenübersteht.

Aber, Entführung ist zunächst ein Verbrechen…, und sich die Bodenschätze unter den Nagel reißt ist Diebstahl.
Wenn Du das alles gut findest…, nun ja, Deine Neo-Liberale Gesinnung ist hier gut bekannt.

Menschenrechte…, ist denke auf der Skala der Menschenrechte stehen aktuell Venezuela und die USA nicht weit auseinander…

Übrigens, Verstaatlichung..., Venezuela kann Siemens nicht verstaatlichen da es sich um eine Deutsche Firma handelt, sie kann evtl. die Venezolanische Dependenz oder wenn es dort eine Fabrik gäbe, verstaatlichen., dito mit Nestle, die wenn ich adhoc recht weiß, in der Schweiz zuhause ist,

Was Venezuela tat, war die Öl-Konzessionen zu stornieren und dafür wurden die ausländischen Firmen entschädigt...

Genuasd
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Beitrag von Genuasd »

@Glboetrotter
auch wenn es schon gesagt wurde:
wenn man das Eingreifen auf diese Art und Weise der USA kritisiert, dann hat das erstmal nichts mit Maduro zu tun.
Würde Maduro eine Gefahr für andere Länder darstellen, weil er sie mit Atomwaffen bedroht, wäre das etwas anderes, aber in dem Fall geht es erstmal um Innenpolitik von Venezuela.

Jeder ist froh, dass Maduro weg ist, aber der Zweck heiligt nicht die Mittel.

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