Drogenboss "El Mencho" ist tot
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Don Maximo
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Drogenboss "El Mencho" ist tot
Der Boss „El Mencho“ ist tot, nach Zusammenstoss zwischen Narcos und Polizei am Flughafen von Guadalajara, Mexiko.
Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als El Mencho Anführer des Cártel de Jalisco Nueva Generación (CJNG), wurde bei einer Operation der mexikanischen Sicherheitskräfte in Zusammenarbeit mit den USA, wie das Verteidigungsministerium bestätigte. Das US-Außenministerium hatte eine Belohnung von bis zu 15 Millionen Dollar für Informationen ausgesetzt, die zur Festnahme von Oseguera Cervantes führen, der als einer der einflussreichsten und gewalttätigsten Drogenbosse gilt.
Es wird berichtet, dass das Land nach der Ermordung von „El Mencho” im Chaos versunken ist. Kriminelle Organisationen in verschiedenen Bundesstaaten haben Autobahnen mit brennenden Fahrzeugen blockiert, um den Vormarsch der Armee zu verhindern, was vermuten lässt, dass die Operation nicht nur auf Osegura abzielte, sondern viel weitreichender ist.
Die mexikanischen Behörden versuchen mühsam, insbesondere in den Geschäften von Jalisco, wo der öffentliche Nahverkehr seit Stunden eingestellt ist, wieder Ruhe herzustellen. Die Behörden haben die Einwohner aufgefordert, zu ihrer eigenen Sicherheit zu Hause zu bleiben. Die Straßensperren wurden dann auf die angrenzenden Bundesstaaten ausgedehnt. Die Behörden haben staatliche und bundesstaatliche Beamte eingesetzt, um die Kontrolle über die Straßen zurückzugewinnen.
Mehrere in den sozialen Medien verbreitete Videos zeigten Menschen auf der Flucht am Flughafen von Guadalajara, der Hauptstadt des Bundesstaates Jalisco, wo es zu Schusswechseln zwischen Drogenkartellen und Sicherheitskräften gekommen ist.
Laut Medien soll es zudem zu einer Massenflucht aus dem Gefängnis von Ixtapa gekommen sein. Weiter nördlich, in San Juan de Los Lagos, sollen Drogenhändler eine Basis der Nationalgarde angegriffen haben.
Die mexikanische Regierung hat eine Mitteilung veröffentlicht, in der sie die Sperrung des Luftraums über Tapalpa, ebenfalls im Bundesstaat Jalisco, anordnet, wo die Black Hawks der mexikanischen Luftwaffe den Bodentruppen Luftunterstützung leisten und die Konvois der Drogenhändler bombardieren sollen. Eine Schätzung der Opferzahlen liegt noch nicht vor.
Das US-Außenministerium hat nach den ausgebrochenen Unruhen eine dringende Warnung an US-Bürger herausgegeben, sich in Sicherheit zu bringen.
Die Ereignisse in Mexiko haben auch erhebliche Auswirkungen auf den Flugverkehr: Volaris und Air Canada haben anscheinend die Einstellung ihrer Flüge vom internationalen Flughafen Puerto Vallarta angekündigt. Die kanadische Fluggesellschaft erklärte, sie werde die Lage weiterhin beobachten und rät ihren Passagieren, nicht in die Region zu reisen. Die Medien zeigen Bilder, auf denen mehrere Rauchsäulen in vielen Teilen der Touristenstadt und zahlreiche Sirenen von Krankenwagen zu sehen sind.
Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als El Mencho Anführer des Cártel de Jalisco Nueva Generación (CJNG), wurde bei einer Operation der mexikanischen Sicherheitskräfte in Zusammenarbeit mit den USA, wie das Verteidigungsministerium bestätigte. Das US-Außenministerium hatte eine Belohnung von bis zu 15 Millionen Dollar für Informationen ausgesetzt, die zur Festnahme von Oseguera Cervantes führen, der als einer der einflussreichsten und gewalttätigsten Drogenbosse gilt.
Es wird berichtet, dass das Land nach der Ermordung von „El Mencho” im Chaos versunken ist. Kriminelle Organisationen in verschiedenen Bundesstaaten haben Autobahnen mit brennenden Fahrzeugen blockiert, um den Vormarsch der Armee zu verhindern, was vermuten lässt, dass die Operation nicht nur auf Osegura abzielte, sondern viel weitreichender ist.
Die mexikanischen Behörden versuchen mühsam, insbesondere in den Geschäften von Jalisco, wo der öffentliche Nahverkehr seit Stunden eingestellt ist, wieder Ruhe herzustellen. Die Behörden haben die Einwohner aufgefordert, zu ihrer eigenen Sicherheit zu Hause zu bleiben. Die Straßensperren wurden dann auf die angrenzenden Bundesstaaten ausgedehnt. Die Behörden haben staatliche und bundesstaatliche Beamte eingesetzt, um die Kontrolle über die Straßen zurückzugewinnen.
Mehrere in den sozialen Medien verbreitete Videos zeigten Menschen auf der Flucht am Flughafen von Guadalajara, der Hauptstadt des Bundesstaates Jalisco, wo es zu Schusswechseln zwischen Drogenkartellen und Sicherheitskräften gekommen ist.
Laut Medien soll es zudem zu einer Massenflucht aus dem Gefängnis von Ixtapa gekommen sein. Weiter nördlich, in San Juan de Los Lagos, sollen Drogenhändler eine Basis der Nationalgarde angegriffen haben.
Die mexikanische Regierung hat eine Mitteilung veröffentlicht, in der sie die Sperrung des Luftraums über Tapalpa, ebenfalls im Bundesstaat Jalisco, anordnet, wo die Black Hawks der mexikanischen Luftwaffe den Bodentruppen Luftunterstützung leisten und die Konvois der Drogenhändler bombardieren sollen. Eine Schätzung der Opferzahlen liegt noch nicht vor.
Das US-Außenministerium hat nach den ausgebrochenen Unruhen eine dringende Warnung an US-Bürger herausgegeben, sich in Sicherheit zu bringen.
Die Ereignisse in Mexiko haben auch erhebliche Auswirkungen auf den Flugverkehr: Volaris und Air Canada haben anscheinend die Einstellung ihrer Flüge vom internationalen Flughafen Puerto Vallarta angekündigt. Die kanadische Fluggesellschaft erklärte, sie werde die Lage weiterhin beobachten und rät ihren Passagieren, nicht in die Region zu reisen. Die Medien zeigen Bilder, auf denen mehrere Rauchsäulen in vielen Teilen der Touristenstadt und zahlreiche Sirenen von Krankenwagen zu sehen sind.
Virtus Junxit Mors Non Separabit
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coentros
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Drogenboss "El Mencho" ist tot
Eine gute Nachricht - sollte man meinen.
Aber in Folge dessen Teile Mexikos im Ausnahmezustand, Gewaltexzesse, 74 Tote, mindestens 24 getötete der Nationalgarde. Furchtbares Leid. Das zeigt wie mächtig dort der zweite Staat im Staat geworden ist. Wie konnte es soweit kommen ? "Das Böse hat es leicht wenn das Gute schweigt". Der vorherige Präsident, Andres Manuel Lopez Obrador, mit dem Motto "abrazos, no balazos". So leid es mir tut. Wie krank muss man sein um zu glauben, dass solche Schwerstkriminelle für so einen Quatsch in irgendeiner Form empfänglich sein könnten ? Zugegebenermassen, man ist aussenstehend. Ich kann nur glauben was ein Querschnitt der Presse beschreibt. Die Historie und Verstrickungen sicherlich enorm komplex. Aber dennoch: Wie kann man als Politiker so unglaublich naiv sein im Umgang mit solchen Kartellen ?
Es erinnert mich fatalerweise an Kolumbien. Schwerstkriminelle als "Friedenstauben" einsetzen. Zu glauben man könnte verhandeln. Ausbaden werden es andere.
Aber in Folge dessen Teile Mexikos im Ausnahmezustand, Gewaltexzesse, 74 Tote, mindestens 24 getötete der Nationalgarde. Furchtbares Leid. Das zeigt wie mächtig dort der zweite Staat im Staat geworden ist. Wie konnte es soweit kommen ? "Das Böse hat es leicht wenn das Gute schweigt". Der vorherige Präsident, Andres Manuel Lopez Obrador, mit dem Motto "abrazos, no balazos". So leid es mir tut. Wie krank muss man sein um zu glauben, dass solche Schwerstkriminelle für so einen Quatsch in irgendeiner Form empfänglich sein könnten ? Zugegebenermassen, man ist aussenstehend. Ich kann nur glauben was ein Querschnitt der Presse beschreibt. Die Historie und Verstrickungen sicherlich enorm komplex. Aber dennoch: Wie kann man als Politiker so unglaublich naiv sein im Umgang mit solchen Kartellen ?
Es erinnert mich fatalerweise an Kolumbien. Schwerstkriminelle als "Friedenstauben" einsetzen. Zu glauben man könnte verhandeln. Ausbaden werden es andere.
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Don Maximo
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Drogenboss "El Mencho" ist tot
Die Ermordung von Oseguera (el Mencho), dem Anführer des CJNG-Kartells, und mögliche Auswirkungen in Kolumbien
Das Kartell Jalisco Nueva Generación (CJNG) hat strategische Allianzen und Kooperationen mit verschiedenen bewaffneten Gruppen, Kartellen und kriminellen Vereinigungen in Kolumbien (sowie in anderen Länder weltweit) geschlossen und seine Aktivitäten über den reinen Drogenhandel hinaus ausgeweitet. Diese Allianzen erleichtern gegenseitig den Drogenhandel nach Mittelamerika, Nordamerika, Europa und Asien sowie den Betrieb illegalen Minen.
Das CJNG hat seine Aktivitäten in Kolumbien ausgeweitet, um Kokain und Gold zu kaufen, aber auch um Netzwerke für Menschenhandel und Zwangsrekrutierung aufzubauen. Die Opfer, hauptsächlich schutzbedürftige Kolumbianer, werden mit falschen Versprechungen von Arbeitsplätzen getäuscht, die über soziale Netzwerke, Videospielplattformen und persönliche Kontakte verbreitet werden. Diese Angebote versprechen hohe Gehälter, Unterkunft, Prämien und sofortige Einstellung in Sicherheitsberufen, als persönliche Assistenten oder Produktverpacker, Kindermädchen oder im Haushaltsdienst.
Sobald die Opfer darauf antworten, werden sie zu vermeintlichen Vorstellungsgesprächen an Bushaltestellen bestellt. Dort werden sie gewaltsam rekrutiert, oft nachdem sie bezahlte Fahrkarten erhalten haben. In Mexiko angekommen, werden sie in abgeschottete Strukturen, Bordelle oder Lager in Bergregionen gebracht, wo sie unter erbärmlichen und überfüllten Bedingungen leben, körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt ausgesetzt sind und gezwungen werden, beim Verpacken von Drogen, in der Prostitution, als Wachpersonal oder sogar als Auftragskiller zu arbeiten.
Die Rekrutierung richtet sich auch gegen ehemalige kolumbianische Soldaten, denen eine Stelle im privaten Sicherheitsdienst angeboten wird. Nach ihrer Ankunft in Mexiko werden sie gezwungen und gewaltsamen Loyalitätsprüfungen unterzogen. Nicht selten nehmen ehemalige kolumbianische Soldaten an ihrer Ausbildung teil.
Das CJNG hat - wie erwähnt - Allianzen mit kriminellen Gruppen in Kolumbien geschlossen, um im Bereich der illegalen Gewinnung von Gold, Kohle und Mineralien tätig zu sein. Die Kontrolle dieser illegalen Minen ist mit illegalem Ressourcenhandel, Drogenhandel und Geldwäsche verbunden und hat verheerende Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschenrechte.
Wenn ein grosser Boss stirbt, ändern sich oft die Strukturen und es kommt zu interne Machtkämpfen und Abspaltungen, in denen auch externe kriminellen Organisationen und Kartelle involviert sind. Mit gezielten Gewalttaten und Unruhen gegenüber Bürgern und Strafverfolgungsbehörden wollen sie aber auch ihre Resistenz, Macht und Widerstandsfähigkeit demonstrieren.
Die jüngsten Ereignisse – angesichts der oben genannten Allianzen und Kooperationen – werden unweigerlich auch Auswirkungen auf Kolumbien haben. Wie sich diese konkret gestalten werden, ist schwer vorherzusagen, aber leider, so befürchte ich, wenig erfreulich.
Das Kartell Jalisco Nueva Generación (CJNG) hat strategische Allianzen und Kooperationen mit verschiedenen bewaffneten Gruppen, Kartellen und kriminellen Vereinigungen in Kolumbien (sowie in anderen Länder weltweit) geschlossen und seine Aktivitäten über den reinen Drogenhandel hinaus ausgeweitet. Diese Allianzen erleichtern gegenseitig den Drogenhandel nach Mittelamerika, Nordamerika, Europa und Asien sowie den Betrieb illegalen Minen.
Das CJNG hat seine Aktivitäten in Kolumbien ausgeweitet, um Kokain und Gold zu kaufen, aber auch um Netzwerke für Menschenhandel und Zwangsrekrutierung aufzubauen. Die Opfer, hauptsächlich schutzbedürftige Kolumbianer, werden mit falschen Versprechungen von Arbeitsplätzen getäuscht, die über soziale Netzwerke, Videospielplattformen und persönliche Kontakte verbreitet werden. Diese Angebote versprechen hohe Gehälter, Unterkunft, Prämien und sofortige Einstellung in Sicherheitsberufen, als persönliche Assistenten oder Produktverpacker, Kindermädchen oder im Haushaltsdienst.
Sobald die Opfer darauf antworten, werden sie zu vermeintlichen Vorstellungsgesprächen an Bushaltestellen bestellt. Dort werden sie gewaltsam rekrutiert, oft nachdem sie bezahlte Fahrkarten erhalten haben. In Mexiko angekommen, werden sie in abgeschottete Strukturen, Bordelle oder Lager in Bergregionen gebracht, wo sie unter erbärmlichen und überfüllten Bedingungen leben, körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt ausgesetzt sind und gezwungen werden, beim Verpacken von Drogen, in der Prostitution, als Wachpersonal oder sogar als Auftragskiller zu arbeiten.
Die Rekrutierung richtet sich auch gegen ehemalige kolumbianische Soldaten, denen eine Stelle im privaten Sicherheitsdienst angeboten wird. Nach ihrer Ankunft in Mexiko werden sie gezwungen und gewaltsamen Loyalitätsprüfungen unterzogen. Nicht selten nehmen ehemalige kolumbianische Soldaten an ihrer Ausbildung teil.
Das CJNG hat - wie erwähnt - Allianzen mit kriminellen Gruppen in Kolumbien geschlossen, um im Bereich der illegalen Gewinnung von Gold, Kohle und Mineralien tätig zu sein. Die Kontrolle dieser illegalen Minen ist mit illegalem Ressourcenhandel, Drogenhandel und Geldwäsche verbunden und hat verheerende Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschenrechte.
Wenn ein grosser Boss stirbt, ändern sich oft die Strukturen und es kommt zu interne Machtkämpfen und Abspaltungen, in denen auch externe kriminellen Organisationen und Kartelle involviert sind. Mit gezielten Gewalttaten und Unruhen gegenüber Bürgern und Strafverfolgungsbehörden wollen sie aber auch ihre Resistenz, Macht und Widerstandsfähigkeit demonstrieren.
Die jüngsten Ereignisse – angesichts der oben genannten Allianzen und Kooperationen – werden unweigerlich auch Auswirkungen auf Kolumbien haben. Wie sich diese konkret gestalten werden, ist schwer vorherzusagen, aber leider, so befürchte ich, wenig erfreulich.
Virtus Junxit Mors Non Separabit
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Nico
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Drogenboss "El Mencho" ist tot
Ein sehr fundierter und wichtiger Beitrag danke für diese detaillierte Analyse. Besonders der Hinweis auf die Diversifizierung in den Bereich der illegalen Gewinnung von Gold und Mineralien in Kolumbien ist entscheidend.
Es unterstreicht, dass das CJNG längst kein klassisches Drogenkartell mehr ist, sondern als transnationales kriminelles Konglomerat agiert, das ökologische Zerstörung und Ressourcenkontrolle als festes Geschäftsmodell nutzt. Deine Befürchtung, dass die Auswirkungen der aktuellen Ereignisse "wenig erfreulich" sein werden, teile ich. Historisch gesehen führt ein Machtvakuum an der Spitze in Mexiko oft dazu, dass lokale "Franchisenehmer" oder Partner in Kolumbien versuchen, ihre Autonomie gewaltsam auszuweiten. Das macht die Lage für die betroffenen Regionen und die Umwelt leider extrem volatil.
Es unterstreicht, dass das CJNG längst kein klassisches Drogenkartell mehr ist, sondern als transnationales kriminelles Konglomerat agiert, das ökologische Zerstörung und Ressourcenkontrolle als festes Geschäftsmodell nutzt. Deine Befürchtung, dass die Auswirkungen der aktuellen Ereignisse "wenig erfreulich" sein werden, teile ich. Historisch gesehen führt ein Machtvakuum an der Spitze in Mexiko oft dazu, dass lokale "Franchisenehmer" oder Partner in Kolumbien versuchen, ihre Autonomie gewaltsam auszuweiten. Das macht die Lage für die betroffenen Regionen und die Umwelt leider extrem volatil.
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gordito54
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Drogenboss "El Mencho" ist tot
@coentros: "abrazos, no balazos"
Wie man auf die Idee kommen kann, daß sich Schwerstkriminelle auch nur ansatzweise auf sowas einlassen, habe ich nie verstanden. Die lachen über so viel Dummheit. Deren "Geschäftsmodell" ist eine völlig andere Welt. Das, was gerade geschieht, ist leider nur eine der Konsequenzen dieses Gutmenschentums, das zumindest in Mexiko auf ganzer Linie gescheitert ist.
@Don Maximo:
Danke für die ausführlichen Informationen, das wurde sonst nirgendwo so erklärt.
Herzliche Grüße an alle aus Cartago
Wie man auf die Idee kommen kann, daß sich Schwerstkriminelle auch nur ansatzweise auf sowas einlassen, habe ich nie verstanden. Die lachen über so viel Dummheit. Deren "Geschäftsmodell" ist eine völlig andere Welt. Das, was gerade geschieht, ist leider nur eine der Konsequenzen dieses Gutmenschentums, das zumindest in Mexiko auf ganzer Linie gescheitert ist.
@Don Maximo:
Danke für die ausführlichen Informationen, das wurde sonst nirgendwo so erklärt.
Herzliche Grüße an alle aus Cartago
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axko
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Drogenboss "El Mencho" ist tot
Als in DE in 80zigern der heisse Herbst war mit der RAF, Entführung von H.M.Schleyer, Flugzeugentführung, etc. War ein Politiker der sagte, der Staat lässt sich nicht erpressen. Wie es ausgegangen ist ja bekannt. Die Verantwortlichen existieren nicht mehr und dieser Guerillakrieg ging sein Ende zu. Ich sehe es als ein Fehler mit diesen Verhandlungen. Die ehemaligen Chefs der Banden FARCS, Paras, etc. saßen mit politisch Verantwortlichen an einen Tisch und es wurde ein "Deal" gemacht. Die leben weiterhin in Saus und Braus mit Straffreihet dafür Schweigen die Waffen. Die Gewinner sind die Bosse, die kleinen Soldaten schauen jetzt in die Röhre und aktivieren sich wieder in neue Gruppen. Die Verantwortlichen sollten diese Scheinverhandlungen stoppen und zeigen, dass der Staat nicht kraftlos ist.
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Genuasd
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Drogenboss "El Mencho" ist tot
Vielen Dank an alle für die Infos und Einschätzungen. Das hilft da überhaupt einen Überblick zu bekommen.
Dieser Eisberg kommt erst bei solchen Eskalationen ein bisschen zum Vorschein.
Jetzt gerade steht ein OF Model im Fokus, die womöglich einen wichtigen oder den entscheidenden Tipp abgegeben hat.
Ich muss da an El Chapo und Sean Penn denken.
Dieser Eisberg kommt erst bei solchen Eskalationen ein bisschen zum Vorschein.
Jetzt gerade steht ein OF Model im Fokus, die womöglich einen wichtigen oder den entscheidenden Tipp abgegeben hat.
Ich muss da an El Chapo und Sean Penn denken.
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Don Maximo
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- Registriert: 2. Mai 2015, 01:51
Drogenboss "El Mencho" ist tot
Wie @coentros zu Recht bemerkt, ist das Thema äusserst komplex. Einer der heiklen Punkte ist meiner Meinung nach gerade die Reduzierung und Vereinfachung auf mehreren Ebenen. Angefangen beim Laien über die Medien bis hin zu Politikern und leider nicht selten auch bei einigen (vermeintlichen) Experten.
Das Thema berührt so viele Disziplinen wie es Facetten hat. Es gibt also kein einheitliches Patentrezept. Ob Deeskalation oder Krieg gegen die Kartelle, spielt keine Rolle.
Ich möchte daran erinnern, dass die Deeskalationsstrategie von López die Antwort auf die harte Politik der Vorgängerregierung unter Felipe Calderón war, die zu ihrer Zeit ebenfalls nur zu mehr Opfern geführt hatte. Ein Misserfolg nach dem anderen.
Das Motto „Abrazos no balazos” (Umarmungen statt Kugeln) ist keine Erfindung von López; es wurde ursprünglich verwendet, um Frieden und Gewaltlosigkeit zu fördern, als Gegenpol zur Kriegsrhetorik der 1960er Jahre. In den folgenden Jahren verbreitete sich das Konzept in der gesamten mexikanischen (und mexikanisch-amerikanischen) Kultur.
Der Begriff wurde dann im mexikanischen politischen Kontext während des Wahlkampfs von Andrés Manuel López wieder in den Vordergrund gerückt, der ihn zur Kennzeichnung und Slogan seiner Sicherheitsstrategie verwendete. Sein Ansatz, der auf der Reduzierung von Gewalt durch Sozialprogramme, strukturelle Reformen und Prävention statt bewaffneter Auseinandersetzungen basierte, war eine klare Ablehnung der bisherigen Politik des Krieges gegen die Kartelle, die ihrerseits bereits gescheitert war.
Die Politik von Präsidentin Sheinbaum zur Bekämpfung der Drogenkartelle zeichnet sich durch einen erneut aggressiveren Ansatz als unter der vorherigen Regierung López aus.
Sheinbaum verfolgt eine Strategie, die militärische Massnahmen, die Beschlagnahmung von Drogen und Waffen sowie die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit kombiniert.
Die Strategie steht jedoch zwischen zwei Anforderungen: Eindämmung der inneren Gewalt und Wahrung der nationalen Souveränität (denn die USA üben starken Druck mit zweifelhaften Interessen aus, die nicht nur oder vorwiegend durch eine Politik der Drogenbekämpfung motiviert sind, sondern vielmehr durch ihre eigenen kommerziellen und geopolitischen Interessen).
Die zuvor von Präsident López umgesetzte Anti-Drogen-Politik hatte zu beginn einem teilweisen und leichten Rückgang der Gewalt geführt, der zumindest teilweise auf die veränderte Strategie gegenüber der Amtszeit von Calderóns zurückzuführen war, der die Drogenkartelle mit massiven militärischen Mitteln bekämpft hatte. Andererseits hat das Fehlen aktiver Repressionen zu einer Machtsteigerung der Drogenkartelle geführt und es kriminellen Gruppen ermöglicht, in neue Gebiete zu expandieren, was wiederum die Gewalt angekurbelt hat.
Die Situation wurde durch den internen Bruch innerhalb des Sinaloa-Kartells weiter kompliziert, der zu einem Krieg zwischen internen Fraktionen mit einem beispiellosen Anstieg von Morden und extremer Gewalt geführt hat. Diese Instabilität hat den Aufstieg des Jalisco Nueva Generación-Kartells (CJNG) stark begünstigt, das neue Allianzen geschlossen und seinen Einfluss und seine Betriebskapazitäten erweitert hat, insbesondere im Geschäft mit den sehr lukrativen synthetischen Drogen.
Infolge dieser Entwicklungen hat Präsidentin Claudia Sheinbaum die sanfte Linie ihres Vorgängers verlassen und die Operationen gegen die Kartelle intensiviert. Der zunehmende Druck seitens der Vereinigten Staaten, insbesondere unter der zweiten Amtszeit von Donald Trump, hat die Situation jedoch weiter verkompliziert: Die Einstufung der mexikanischen Kartelle als ausländische terroristische Organisationen hat den Weg für mögliche einseitige militärische Interventionen, wie den Einsatz von Drohnen, geebnet und damit absolut berechtigte Bedenken hinsichtlich der Souveränität Mexikos ausgelöst.
Die fast lautlose Revolution der synthetischen Drogen verändert zudem den Markt durch eine dezentrale und leichter zugängliche Produktion, die die Kontrolle der traditionellen Kartelle schwächt und die Fragmentierung der kriminellen Macht verstärkt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die klassischen Kartelle in diesem Sinne neue Formen und Strukturen angenommen haben, die – unternehmerisch ausgedrückt – als Franchising und Diversifizierung bezeichnet werden können.
Insbesondere das hier diskutierte Kartell, Jalisco Nueva Generación (CJNG), hat sich zu einer hoch diversifizierten und weltweit stark expandierenden kriminellen Organisation entwickelt.
Dies macht diese "innovative" Kartelle flexibler und schwieriger zu zerschlagen als die, mit den alten feudalen Modelle.Die Eliminierung des Anführers El Mencho trifft zwar die Spitze, zerstört aber kaum die operative Struktur der Gruppe, die seit Jahren auf einem Netzwerk regionaler Kommandanten und lokaler Allianzen basiert.
Die wirksamste Taktik zur Bekämpfung der Drogenkartelle basiert nicht ausschliesslich auf Repression oder der Ausschaltung ihrer Anführer, wie die erfolglosen Ergebnisse der „Kingpin-Strategie“ zeigen. Die Erfahrungen in Mexiko und die allgemeinen Drogenpolitiken zeigen, dass der vielversprechendste Ansatz Prävention, öffentliche Gesundheit, soziale Entwicklung und internationale Zusammenarbeit integrieren muss.
Meiner Meinung nach ist insbesondere auch ein neuer integrativer Ansatz zur Bekämpfung der Geldwäsche dringend erforderlich. Dieser Aspekt wird meiner Wahrnehmung nach oft in einer überwiegend wirtschaftlichen abgetrennte Perspektive betrachtet.
Ein weiterer heikler Aspekt ist die Rolle der USA in der gesamten Angelegenheit.
Die Vereinigten Staaten spielen eine zentrale Rolle in der Dynamik der Drogenkartelle, nicht nur als Hauptmarkt, sondern auch als Faktor, der den Konflikt schürt und verschärft. Die unstillbare Nachfrage nach illegalen Drogen in den Vereinigten Staaten gilt als Hauptantriebskraft des Drogenhandels.
Die Rolle und Verantwortung der Vereinigten Staaten erstreckt sich auch auf die Finanzierung und Versorgung: Der Großteil der Finanzierung der Kartelle stammt von US-Konsumenten, während Geldwäsche und der Handel mit Schusswaffen, die in den Vereinigten Staaten leicht zugänglich sind, die militärische Macht der Kartelle stärken.
Über 80 % der Waffen, mit denen kriminelle Gruppen in Mexiko ausgerüstet sind, stammen aus den USA.
Insbesondere die derzeitige Regierung unter Trump versucht verbissen, die Verantwortung vollständig auf die Regierungen von Ländern wie Mexiko abzuwälzen.
Bei näherer Betrachtung der Position der Vereinigten Staaten in dieser Angelegenheit treten eine Reihe entscheidender Dynamiken und Rollen zutage, die den Vereinigten Staaten eine massgebliche Mitverantwortung für diese tragische Entwicklung der Drogenkartelle und die damit einhergehende Realität zuweisen.
Um diesem Phänomen wirksam entgegenzuwirken, ist ein vielschichtiger Ansatz im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit erforderlich. Dies setzt unter anderem eine intensive und auf einem neuen Ansatz basierende Beteiligung der USA voraus. Dies wiederum würde eine langwierige entsprechende ehrliche innenpolitische Aufarbeitung voraussetzen.
Das Thema berührt so viele Disziplinen wie es Facetten hat. Es gibt also kein einheitliches Patentrezept. Ob Deeskalation oder Krieg gegen die Kartelle, spielt keine Rolle.
Ich möchte daran erinnern, dass die Deeskalationsstrategie von López die Antwort auf die harte Politik der Vorgängerregierung unter Felipe Calderón war, die zu ihrer Zeit ebenfalls nur zu mehr Opfern geführt hatte. Ein Misserfolg nach dem anderen.
Das Motto „Abrazos no balazos” (Umarmungen statt Kugeln) ist keine Erfindung von López; es wurde ursprünglich verwendet, um Frieden und Gewaltlosigkeit zu fördern, als Gegenpol zur Kriegsrhetorik der 1960er Jahre. In den folgenden Jahren verbreitete sich das Konzept in der gesamten mexikanischen (und mexikanisch-amerikanischen) Kultur.
Der Begriff wurde dann im mexikanischen politischen Kontext während des Wahlkampfs von Andrés Manuel López wieder in den Vordergrund gerückt, der ihn zur Kennzeichnung und Slogan seiner Sicherheitsstrategie verwendete. Sein Ansatz, der auf der Reduzierung von Gewalt durch Sozialprogramme, strukturelle Reformen und Prävention statt bewaffneter Auseinandersetzungen basierte, war eine klare Ablehnung der bisherigen Politik des Krieges gegen die Kartelle, die ihrerseits bereits gescheitert war.
Die Politik von Präsidentin Sheinbaum zur Bekämpfung der Drogenkartelle zeichnet sich durch einen erneut aggressiveren Ansatz als unter der vorherigen Regierung López aus.
Sheinbaum verfolgt eine Strategie, die militärische Massnahmen, die Beschlagnahmung von Drogen und Waffen sowie die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit kombiniert.
Die Strategie steht jedoch zwischen zwei Anforderungen: Eindämmung der inneren Gewalt und Wahrung der nationalen Souveränität (denn die USA üben starken Druck mit zweifelhaften Interessen aus, die nicht nur oder vorwiegend durch eine Politik der Drogenbekämpfung motiviert sind, sondern vielmehr durch ihre eigenen kommerziellen und geopolitischen Interessen).
Die zuvor von Präsident López umgesetzte Anti-Drogen-Politik hatte zu beginn einem teilweisen und leichten Rückgang der Gewalt geführt, der zumindest teilweise auf die veränderte Strategie gegenüber der Amtszeit von Calderóns zurückzuführen war, der die Drogenkartelle mit massiven militärischen Mitteln bekämpft hatte. Andererseits hat das Fehlen aktiver Repressionen zu einer Machtsteigerung der Drogenkartelle geführt und es kriminellen Gruppen ermöglicht, in neue Gebiete zu expandieren, was wiederum die Gewalt angekurbelt hat.
Die Situation wurde durch den internen Bruch innerhalb des Sinaloa-Kartells weiter kompliziert, der zu einem Krieg zwischen internen Fraktionen mit einem beispiellosen Anstieg von Morden und extremer Gewalt geführt hat. Diese Instabilität hat den Aufstieg des Jalisco Nueva Generación-Kartells (CJNG) stark begünstigt, das neue Allianzen geschlossen und seinen Einfluss und seine Betriebskapazitäten erweitert hat, insbesondere im Geschäft mit den sehr lukrativen synthetischen Drogen.
Infolge dieser Entwicklungen hat Präsidentin Claudia Sheinbaum die sanfte Linie ihres Vorgängers verlassen und die Operationen gegen die Kartelle intensiviert. Der zunehmende Druck seitens der Vereinigten Staaten, insbesondere unter der zweiten Amtszeit von Donald Trump, hat die Situation jedoch weiter verkompliziert: Die Einstufung der mexikanischen Kartelle als ausländische terroristische Organisationen hat den Weg für mögliche einseitige militärische Interventionen, wie den Einsatz von Drohnen, geebnet und damit absolut berechtigte Bedenken hinsichtlich der Souveränität Mexikos ausgelöst.
Die fast lautlose Revolution der synthetischen Drogen verändert zudem den Markt durch eine dezentrale und leichter zugängliche Produktion, die die Kontrolle der traditionellen Kartelle schwächt und die Fragmentierung der kriminellen Macht verstärkt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die klassischen Kartelle in diesem Sinne neue Formen und Strukturen angenommen haben, die – unternehmerisch ausgedrückt – als Franchising und Diversifizierung bezeichnet werden können.
Insbesondere das hier diskutierte Kartell, Jalisco Nueva Generación (CJNG), hat sich zu einer hoch diversifizierten und weltweit stark expandierenden kriminellen Organisation entwickelt.
Dies macht diese "innovative" Kartelle flexibler und schwieriger zu zerschlagen als die, mit den alten feudalen Modelle.Die Eliminierung des Anführers El Mencho trifft zwar die Spitze, zerstört aber kaum die operative Struktur der Gruppe, die seit Jahren auf einem Netzwerk regionaler Kommandanten und lokaler Allianzen basiert.
Die wirksamste Taktik zur Bekämpfung der Drogenkartelle basiert nicht ausschliesslich auf Repression oder der Ausschaltung ihrer Anführer, wie die erfolglosen Ergebnisse der „Kingpin-Strategie“ zeigen. Die Erfahrungen in Mexiko und die allgemeinen Drogenpolitiken zeigen, dass der vielversprechendste Ansatz Prävention, öffentliche Gesundheit, soziale Entwicklung und internationale Zusammenarbeit integrieren muss.
Meiner Meinung nach ist insbesondere auch ein neuer integrativer Ansatz zur Bekämpfung der Geldwäsche dringend erforderlich. Dieser Aspekt wird meiner Wahrnehmung nach oft in einer überwiegend wirtschaftlichen abgetrennte Perspektive betrachtet.
Ein weiterer heikler Aspekt ist die Rolle der USA in der gesamten Angelegenheit.
Die Vereinigten Staaten spielen eine zentrale Rolle in der Dynamik der Drogenkartelle, nicht nur als Hauptmarkt, sondern auch als Faktor, der den Konflikt schürt und verschärft. Die unstillbare Nachfrage nach illegalen Drogen in den Vereinigten Staaten gilt als Hauptantriebskraft des Drogenhandels.
Die Rolle und Verantwortung der Vereinigten Staaten erstreckt sich auch auf die Finanzierung und Versorgung: Der Großteil der Finanzierung der Kartelle stammt von US-Konsumenten, während Geldwäsche und der Handel mit Schusswaffen, die in den Vereinigten Staaten leicht zugänglich sind, die militärische Macht der Kartelle stärken.
Über 80 % der Waffen, mit denen kriminelle Gruppen in Mexiko ausgerüstet sind, stammen aus den USA.
Insbesondere die derzeitige Regierung unter Trump versucht verbissen, die Verantwortung vollständig auf die Regierungen von Ländern wie Mexiko abzuwälzen.
Bei näherer Betrachtung der Position der Vereinigten Staaten in dieser Angelegenheit treten eine Reihe entscheidender Dynamiken und Rollen zutage, die den Vereinigten Staaten eine massgebliche Mitverantwortung für diese tragische Entwicklung der Drogenkartelle und die damit einhergehende Realität zuweisen.
Um diesem Phänomen wirksam entgegenzuwirken, ist ein vielschichtiger Ansatz im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit erforderlich. Dies setzt unter anderem eine intensive und auf einem neuen Ansatz basierende Beteiligung der USA voraus. Dies wiederum würde eine langwierige entsprechende ehrliche innenpolitische Aufarbeitung voraussetzen.
Virtus Junxit Mors Non Separabit
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Drogenboss "El Mencho" ist tot
Vielen Dank @Don Maximo für Deine sehr differenzierte Darstellung. Die von mir eingeworfene harte Linie ggü Kartellbossen ist so alleinstehend in der Tat zu eindimensional und wirkungslos. Den Punkt als solchen halte ich jedoch aufrecht, im Rahmen einer integrierten Strategie. Absolut richtig.
Nach meinen Recherchen der Präsidentschaften der letzten 20 Jahre waren die meisten Toten in den Jahren 2018-2024 unter Lopez Obrador zu verzeichnen (ca 200’000 Morde/Tötungsdelikte). Aber es stimmt, auch unter den Vorgängern, wie Calderon 2006-2012 war die Zahl mit 130’000 Toten erschreckend. Eine harte Linie alleine, die nicht differenziert, effektiv und effizient ist, reicht nicht aus bzw kann sogar eskalierend wirken.
Was könnte wirksam sein ? In hochkomplexen Systemen lehren uns die Naturwissenschaften dass es vollkommen unmöglich ist alle Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Gleichgewichte detalliert zu analysieren oder zu verstehen. Zur Beeinflussung versucht man die grossen, wichtigsten Stellschrauben zu erkennen und möglichst selektiv bei diesen anzusetzen. So z.B. die Strategien in der Pharmakologie bei der Medikamentenentwicklung um gezielt eine bestimmte Krankheit zu bekämpfen.
Meines Erachtens hast Du ganz wesentliche Ansatzpunkte einer Strategie benannt. Meine geringfügigen Ergänzungen bzw. mit eigenen Worten formuliert:
1) Die kompromisslose Benennung des Feindes. Präsidenten und Politiker müssen klarstellen, dass Schwerstkriminelle gnadenlos verfolgt werden. Ansonsten wird man von vorneherein unglaubwürdig (im Volk) und ermutigt den Feind geradezu. Lebenslange Einzelhaft bis wirklich an den letzten Tag.
2) Die Reduzierung, idealerweise Austrockung der Nachfrage. Wenn es möglich war das Rauchen zurückzudrängen, warum nicht auch bei Drogen ? Ansonsten, so leid es mir tut, muss die Nachfrage im Sinne hoher Umsätze ggf. durch Legalisierung reduziert werden. Wer es nicht versteht von dem Teufelszeug die Finger zu lassen muss die Konsequenzen selber tragen. Das Leben ist nun einmal kein Ponyhof. Dazu gehören Aufklärungs- und Bildungsinitiativen, social media Kampagnen („Keine Macht den Drogen“), modern mit geeigneten Influencern. Eine Legalisierung würde zu Preisverfall und somit letztlich weniger Umsatz und Nachfrage bedeuten.
3) Finanzielle Austrocknung: Geldwäschebekämpfung, Einfrieren von Konten & Briefkastenfirmen, Vermögensbeschlagnahmung.
4) Infiltration: Einschleusen von V-Männern um gezieltere Aktionen und Schläge zu fahren, Schutzprogramme für Kronzeugen.
5) Zerschlagung von Lieferketten und Infrastruktur: Den globalen Allianzen der Kartelle muss gleichermassen die internationale Zusammenarbeit gegenübergestellt werden. Daher bin ich auch kein Freund von Konfrontationskursen ggü den USA, egal wer da nun gerade oben ist. Diese verfügen wie kein anderes Land über high tech Möglichkeiten wirksam Lieferketten zu überwachen und gezielt zu attackieren.
Der kontinuierliche Einsatz aller vorgenannten Elemente dürfte solche Organisationen schwächen und zu Ermüdungserscheinungen führen.
Nach meinen Recherchen der Präsidentschaften der letzten 20 Jahre waren die meisten Toten in den Jahren 2018-2024 unter Lopez Obrador zu verzeichnen (ca 200’000 Morde/Tötungsdelikte). Aber es stimmt, auch unter den Vorgängern, wie Calderon 2006-2012 war die Zahl mit 130’000 Toten erschreckend. Eine harte Linie alleine, die nicht differenziert, effektiv und effizient ist, reicht nicht aus bzw kann sogar eskalierend wirken.
Was könnte wirksam sein ? In hochkomplexen Systemen lehren uns die Naturwissenschaften dass es vollkommen unmöglich ist alle Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Gleichgewichte detalliert zu analysieren oder zu verstehen. Zur Beeinflussung versucht man die grossen, wichtigsten Stellschrauben zu erkennen und möglichst selektiv bei diesen anzusetzen. So z.B. die Strategien in der Pharmakologie bei der Medikamentenentwicklung um gezielt eine bestimmte Krankheit zu bekämpfen.
Meines Erachtens hast Du ganz wesentliche Ansatzpunkte einer Strategie benannt. Meine geringfügigen Ergänzungen bzw. mit eigenen Worten formuliert:
1) Die kompromisslose Benennung des Feindes. Präsidenten und Politiker müssen klarstellen, dass Schwerstkriminelle gnadenlos verfolgt werden. Ansonsten wird man von vorneherein unglaubwürdig (im Volk) und ermutigt den Feind geradezu. Lebenslange Einzelhaft bis wirklich an den letzten Tag.
2) Die Reduzierung, idealerweise Austrockung der Nachfrage. Wenn es möglich war das Rauchen zurückzudrängen, warum nicht auch bei Drogen ? Ansonsten, so leid es mir tut, muss die Nachfrage im Sinne hoher Umsätze ggf. durch Legalisierung reduziert werden. Wer es nicht versteht von dem Teufelszeug die Finger zu lassen muss die Konsequenzen selber tragen. Das Leben ist nun einmal kein Ponyhof. Dazu gehören Aufklärungs- und Bildungsinitiativen, social media Kampagnen („Keine Macht den Drogen“), modern mit geeigneten Influencern. Eine Legalisierung würde zu Preisverfall und somit letztlich weniger Umsatz und Nachfrage bedeuten.
3) Finanzielle Austrocknung: Geldwäschebekämpfung, Einfrieren von Konten & Briefkastenfirmen, Vermögensbeschlagnahmung.
4) Infiltration: Einschleusen von V-Männern um gezieltere Aktionen und Schläge zu fahren, Schutzprogramme für Kronzeugen.
5) Zerschlagung von Lieferketten und Infrastruktur: Den globalen Allianzen der Kartelle muss gleichermassen die internationale Zusammenarbeit gegenübergestellt werden. Daher bin ich auch kein Freund von Konfrontationskursen ggü den USA, egal wer da nun gerade oben ist. Diese verfügen wie kein anderes Land über high tech Möglichkeiten wirksam Lieferketten zu überwachen und gezielt zu attackieren.
Der kontinuierliche Einsatz aller vorgenannten Elemente dürfte solche Organisationen schwächen und zu Ermüdungserscheinungen führen.


