Inflation in Kolumbien 2023 / 2024 / 2025 / 2026

Encuentra las últimas noticias de Colombia en Español.
Aufrufe: 12200 Beiträge: 111 Lesezeichen: 0 Abonnenten: 2

Andi
Kolumbien-Neuling
Kolumbien-Neuling
Offline
Beiträge: 1
Registriert: 24. Mai 2026, 13:40

Inflation in Kolumbien 2023 / 2024 / 2025 / 2026

Beitrag von Andi »

⇒ Letzter Beitrag der vorhergehenden Seite:

@gordito54

Das der Gemahlene Kaffee günstiger ist, wird vermutlich daran liegen, das dort nicht nur die besten Bohnen darin landen.
Vor Jahren habe ich meine Frau noch belächelt als Sie Kaffee in den Garten Pflanzte.

Wenn ich das hier so lese mit der Preissteigerung werde ich mich wohl als Armer Rentner Glücklich damit schätzen können, Kaffee selbst zu Pflücken und Marmelade selbst einkochen.

coentros
Verified
Kolumbienfan
Kolumbienfan
Offline
Beiträge: 395
Registriert: 22. Juni 2014, 22:59

Inflation in Kolumbien 2023 / 2024 / 2025 / 2026

Beitrag von coentros »

Ja die böse Inflation. Man sollte sich nicht täuschen. Sie ist allerorts eine Realität. Ich bin gerade aus Turku in Finnland zurückgekommen, wo ich auch einige Kunden betreue. Was ist das Thema dort ? Alles ist so teuer geworden !! Und tatsächlich: In dem einfachen 3-Sterne Hotel in dem ich gehaust habe, war ich an dem einzigen Abend den ich für mich alleine hatte, in reduzierter Selbstverpflegung unterwegs, aus dem direkt von der Rezeption betriebenen Mikroshop. Ein einfaches kaltes Sandwich für 8 Euro, plus ein alkoholfreies Bier für 7 Euro. Alkoholhaltiges Bier wird in Finnland kräftig besteuert. Diese Flasche hätte 12 Euro gekostet. Wie gesagt es war nicht das Scandic, Radisson oder Ritz Carlton.

Die Krise an der Strasse von Hormus und der drastisch gestiegene Ölpreis haben allerorts ihre Wirkung. Kosten für Energie, Tierfutter, Dünger, Kühlketten, Zinsen, alles deutlich gestiegen. Mindestlöhne in Kolumbien das Sahnehäubchen obendrauf. Die (zu) wenigen Teilnehmer in der kolumbianischen supply chain nützen ihre Position aus um ihre eigenen Margen sicherzustellen. Sie wollen auch (über)leben.

In Ländern und dort in den Ballungsräumen wo noch ausreichend Wettbewerb herrscht, z.B. den Grosstädten Deutschlands, gibt es sicherlich noch Angebote um den Preissteigerungen zu einem gewissen Ausmass zu entkommen. Dort aber ein anderes Damoklesschwert: Explosiv steigende Mieten und fehlender Wohnraum. Ohne Wohneigentum sollte man sich dort keine Illusionen machen. Lebenshaltungskosten, besonders Nebenkosten sowas von gestiegen. Genauso wie in Italien, Thailand, Japan oder Australien. Es gibt keine Fluchtoasen mehr in denen man mit historischen Euro- oder USD- budgets aus dem vorherigen Jahrzehnt noch erträglich gut leben kann. Man muss die Inflation an der Wurzel packen um ihr zu entkommen. Anders geht es nicht. Es ist bei weitem nicht nur in Kolumbien ein Thema.
Benutzeravatar

gordito54
Verified
Miembro de Honor
Miembro de Honor
Offline
Beiträge: 329
Registriert: 9. Juli 2021, 09:11
Wohnort: Cartago/Valle
Alter: 71

Inflation in Kolumbien 2023 / 2024 / 2025 / 2026

Beitrag von gordito54 »

Zitat @coentros: "Man muss die Inflation an der Wurzel packen, um ihr zu entkommen."
Genau das wollen alle westlichen Länder nicht wegen ihrer hohen Verschuldung. So lassen sich die Zinsen leichter bedienen, wenn man schon die Kredite nie zurückzahlen kann.

Ich habe alle Beiträge zu diesem Thema sorgfältig gelesen. Auch mich macht die hohe Inflation besorgt und ich denke, da kommt noch mehr Ungutes auf uns zu. Hohe Kunstdüngerpreise, fehlende Düngemittel, schlechtere Ernten, höhere Transportkosten um nur einiges zu nennen. Dazu kommt noch der derzeit hohe Umtauschkurs von Euro auf COP. Das unbeschwerte Leben geht zu Ende. Das Rechnen fängt an: was kann ich mir noch leisten?
Spoiler
Ich habe gelesen, daß für eine 85-Gramm (!) Tafel Markenschokolade in Deutschland mittlerweile über 2,50 Euro verlangt werden. Das sind fünf D-Mark in richtigem Geld! Daher der Run auf No-Name-Produkte. Welcher Rentner soll das noch bezahlen mit Miete, Strom und Benzin?

Damit komme ich zu einem Punkt, den hier noch keiner auf dem Schirm hatte: das Visum R.
Ich bin im November dran und werde mich ab Juli um die beizubringenden Unterlagen kümmern. Dazu gehört auch der Einkommensnachweis. Diesmal wird mir der Nachweis des dreifachen Mindesteinkommens noch gelingen, aber ob das in fünf Jahren auch noch klappt, ich habe meine Zweifel.

Aus diesem Grund werde ich meine Einbürgerung beantragen, sobald es geht.

Herzliche Grüße aus Cartago.
Benutzeravatar

Oswaldo
Administrator(in)
Administrator(in)
Offline
Beiträge: 150
Registriert: 25. Mai 2010, 17:23
Wohnort: Cuenca (Ecuador)

Inflation in Kolumbien 2023 / 2024 / 2025 / 2026

Beitrag von Oswaldo »

Moderatorenhinweis:

Bitte bleibt beim eigentlichen Thema dieses Threads, das da heißt Inflation in Kolumbien 2023 / 2024 / 2025 / 2026. Zu den Themen Einbürgerung und Visum R gibt es im Forum bereits eigene, ausführliche Threads, in denen diese Aspekte bei Bedarf gerne diskutiert werden können. Lasst uns hier bitte den Fokus auf die Preissteigerungen und deren wirtschaftliche Auswirkungen richten.

Vielen Dank für euer Verständnis und für die Einhaltung der Forendisziplin. Oswaldo.
Kein Support per PN • Eine PN hilft einem, ein öffentlicher Beitrag allen. Du bist zufrieden mit unserer Hilfe! Dann helfe uns mit einer kleinen » Spende «

coentros
Verified
Kolumbienfan
Kolumbienfan
Offline
Beiträge: 395
Registriert: 22. Juni 2014, 22:59

Inflation in Kolumbien 2023 / 2024 / 2025 / 2026

Beitrag von coentros »

Schuldenpolitik und mangelnde Haushaltsdisziplin mit der Folge von Inflation ist immer eine unsoziale Politik, da es die Schwächeren am stärksten trifft. Die Idee einen Staatshaushalt über Inflation zu entschulden bedeutet dann schlicht und einfach dass die Schulden auf alle umlegt werden, wobei soziale Kriterien dabei dann auch keine Rolle mehr spielen.

Der Gedanke "Inflation an der Wurzel zu packen" auch dahingehend was man selber tun kann um ihr zu entkommen. Wenn Agrarkonzerne, Düngemittelkonzerne, Energiekonzerne, Rohstoffkonzerne, Lebensmittelkonzerne, Logistikkonzerne, offensichtlich alle weiter ihren Schnitt machen und jeder die Preiseerhöhungen einfach weitergibt sollte man vielleicht darüber nachdenken selber in Form von Aktienteilhabe und Spekulationsgewinnen zu partizipieren und sich etwas vom Kuchen abzuschneiden um einen Realzins zu erwirtschaften und der Inflation zu entkommen.
Benutzeravatar

Themenstarter
News Robot
Newsbot
Newsbot
Offline
Beiträge: 16278
Registriert: 3. März 2010, 03:16

Dämpfer für die Inflationshoffnung: Erzeugerpreise in Kolumbien ziehen im Mai wieder an

Beitrag von News Robot »

Wie das Wirtschaftsportal Valora Analitik unter Berufung auf das nationale Statistikamt DANE berichtet, gibt es einen Dämpfer für alle, die auf ein schnelles Sinken der Inflation in Kolumbien gehofft hatten. Der Erzeugerpreisindex (IPP) – ein wichtiger Frühindikator für die spätere Inflation an den Supermarktkassen – ist im Mai 2026 im Vergleich zum Vormonat April um 0,77 % gestiegen.

Damit dreht sich der Trend um: Im Vorjahresmonat (Mai 2025) war der Index noch spürbar gesunken. Auf das ganze Jahr hochgerechnet liegt die Teuerung bei den Erzeugerpreisen nun bei deutlichen 6,79 %, während das Plus in den ersten fünf Monaten dieses Jahres bereits akkumulierte 8,47 % beträgt.

Hauptverantwortlich für den jüngsten Anstieg ist der Bergbausektor, bei dem die Kosten allein im Mai um satte 5,55 % hochgeschnellt sind. Auch die verarbeitende Industrie meldet ein Plus von knapp einem Prozent. Schaut man sich einzelne Produkte an, stechen Karotten und Rüben mit einem extremen Preissprung von über 42 % hervor, gefolgt von Rohöl und Rohgold.

Ein kleiner Lichtblick kommt hingegen aus der heimischen Landwirtschaft, der Viehzucht und der Fischerei. Dieser Sektor verzeichnete als einziger einen Rückgang von 3,24 %. Vor allem bei den klassischen Grundnahrungsmitteln gab es spürbare Entlastung: Kochbananen (Plátanos) wurden fast 15 % günstiger, Zitrusfrüchte gaben um knapp 13 % nach.

Für die Verbraucher im Land bedeutet das unterm Strich: Während der Einkauf von frischem, regionalem Obst und Gemüse auf dem Markt derzeit stellenweise etwas günstiger wird, drückt der Außenhandel und die exportierte Ware den Gesamtindex nach oben. Da der Erzeugerpreisindex die Preise abbildet, bevor die Ware überhaupt in den Handel gelangt, müssen wir die Augen offenhalten, wie viel von diesem Anstieg in den nächsten Wochen bei den Endverbraucherpreisen (IPC) ankommen wird.
Seit fast 17 Jahren machst du einen simplen Roboter glücklich. Vielen Dank.

coentros
Verified
Kolumbienfan
Kolumbienfan
Offline
Beiträge: 395
Registriert: 22. Juni 2014, 22:59

Inflation in Kolumbien 2023 / 2024 / 2025 / 2026

Beitrag von coentros »

Gemäss eines Artikels der BBVA ist der Inflationstrend weiterhin ansteigend, per Mai 5.8%. https://www.bbvaresearch.com/en/publica ... ay-to-584/

Für das Gesamtjahr wird dort ein Anstieg auf nahe 7% erwartet. Im Bericht werden dann noch weiter die jeweiligen commodities, Services, Mieten, etc auseinanderdividiert. Für mich auffällig der Anstieg vor allem bei den Preisen für Benzin, Wasser und Elektrizität. Das was nun wirklich jeder braucht und somit im weiteren dann praktisch alles und alle betrifft, salopp vereinfacht.

Aktuellste Informationen aus den USA tönen noch anders. Das US-Handelsministerium spricht davon, dass Firmen dort infolge der Hormusblockade und Irankrise ganz erheblich mehr für Öl, Gas und Dünger ausgeben müssen. Da wird von Preisanstiegen von +23% für Düngemittel und +40% (!) für Benzin berichtet. Und dann soll der neue Notenbankchef dort auf Wunsch seines Präsidenten den Leitzins auch noch senken, was ja eigentlich ausgeschlossen ist da es ansonsten die Inflation noch weiter anheizen würde. Die Wähler würden ihm bei den midterms was husten.

Auf breiter Front sieht es also weiterhin nicht gut aus. Einzelne Ausnahmen bei lokalen Gemüsesorten wie Tomaten, platanos, Zwiebeln, Maniok. Es scheint sich also zu lohnen gezielt nach "Ausreissern" Ausschau zu halten, die zudem noch viel gesünder sind als Alkohol, Zucker und verarbeitete Fertigprodukte.