Auch von mir vielen Dank, dass du deinen Alltag immer wieder mit uns teilst. Ich lese diese Geschichten immer sehr gerne durch und ich muss gestehen das ich dann ins Träumen kommen. Du beschreibst alles so lebendig, ehrlich und auch ungeschönt. Danke Dir
PS: Ich glaube, ich muss mal während meines Urlaubes nach Pereira und Cartago kommen. Und dank deiner Beschreibungen kenne ich mich dort nun auch schon aus.
Und herzlichen Glückwunsch zum Titel des Ehrenmitgliedes. Das hast du dir redlich verdient.
@Eisbaer und Team
Eine sehr gute Entscheidung von Euch
Servus Gordito,
Vielen Dank für deine Berichte. Ich musste mir erst mal die letzten Monate durchlesen, um mich zu aktualisieren. Es freut mich von Herzen über die Fortschritte zu lesen. Herzlichen Glückwunsch auch zum Ehrenmitglied hier. Du hast es verdient. Liebe Grüße nach Cartago und bis bald
Hallo gordito54
Auch von mir einen herzlichen Glückwunsch zu der Beförderung ! Ich habe mich sehr gefreut. Deine Berichte finde ich immer wieder bereichernd. Es ist so greifbar wie Du den Alltag beschreibt. Darüberhinaus sehe ich eine enorme Anpassungsleistung, ein evolutionäres Grundprinzip, wie Du Deinen Weg in einer völlig neuen Kultur und Umfeld gefunden hast.
@coentros: Vielen Dank für dein Lob. Ja, das ist meine Domäne: unser Alltag. Die Anpassung hier fiel mir leichter als gedacht, ich habe mich gut vorbereiten können, denn meine Frau lebte vor unserem Auszug aus Europa noch in Fuenlabrada/Madrid. Wir haben uns so oft gesehen, wie es ging. Und mein halbes Jahr als Garantie-Ingenieur bei Alstom Power Boiler (gibt es heute nicht mehr) in Can/Türkei haben mich auch bestens vorbereitet.
Hätte meine Frau mir gesagt: "Schatz, meine Familie züchtet Yaks in der Inneren Mongolei, sie sind Nomaden und leben von und mit ihren Tieren. Kommst du mit?" Das hätte ich mir nochmal überlegt....
@Tenere-wue: Danke für deinen Kommentar und deine Grüße, herzliche Grüße an euch und bis in Kürze wieder hier in Cartago! Bier steht schon kalt!
@Holger78: Pereira erreichst du leicht, die haben sogar einen eigenen Flughafen. Vom Terminal de transporte fährt der Rumpelbus direkt bis Cartago. Die einfache Tour kostet mittlerweile 7.500 COP (1,82 Euro), wenn man die Rückfahrt gleich mit kauft. Laufen ist teurer. Kommt einfach mal vorbei, wenn ihr hier in der Kaffee-Ecke seid. Ihr seid herzlich willkommen. Danke für deine Kommentare und deinen Glückwunsch!
@Nico: Das freut mich, daß du meine Berichte gerne liest. Du und andere warten immer wieder auf Neuigkeiten, das macht mir das Schreiben leicht. Danke und herzliche Grüße und bleib weiterhin auf diesem Kanal.
Last, not least:
@Eisbaer und Team:
Ich war überrascht und hatte tatsächlich feuchte Augen, denn damit habe ich nicht gerechnet.
Vielen, vielen Dank für diese Auszeichnung, die ich zu würdigen weiss und heute Abend mit einem Bierchen oder eher einigen feiern werde!
Während manche hier kompetente Beiträge zu den Theman Politik, Kunst und Kultur schreiben, kann ich das nicht. Davon habe ich Null Ahnung und auch keinerlei Interesse daran.
Ich bilde unseren Alltag ab und beschreibe das, was wir hier erleben. Denn das kann ich. Und damit bin ich voll ausgelastet.
Diejenigen, die gerne auswandern würden, aber sich nicht trauen – und das werden immer mehr- kriegen auf diese Weise wenigstens einen Eindruck, was auf sie zukommen könnte, wenn sie es denn täten.
Und die, die einfach nur lesen wollen, denen mache ich gerne eine Freude. Das wird auch so bleiben, bis mir das “Futter” ausgeht und dieser Tag wird irgendwann sicher kommen.
Herzliche Grüße aus Cartago/Valle und allen in Nah und Fern ein schönes Wochenende!
Lieber Gordito54, deine Worte haben mich sehr berührt. Genau solche Mitglieder machen ein Forum lebendig. Mach weiter – in deinem Tempo, auf deine Art.
Und Prost! – Eisbaer
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Die Woche ist rum, wir haben Mitte Juni, was gibt es zu berichten?
AKTUELLES
heute am Vormittag stand vor unserem Häuschen in der Urb. Villa Juliana plötzlich ein Klein-LKW von VEOLIA. Das ist die Firma, die die Wasserzähler abliest und ggf. auch wechselt.
Ein Mann stieg aus und fragte, ob wir hier wohnen. Ich habe ihn erklärt, daß wir das Haus im Februar gekauft haben, aber noch nicht fest hier wohnen.
Er wollte den Wasserzähler prüfen. In diesem Moment ging mir durch den Kopf: der LKW ist authentisch, also wird das wohl stimmen.
Ich habe ihn nach dem Grund gefragt. Unser geringer Verbrauch ist aufgefallen und es könnte ja sein, daß die Wasseruhr defekt ist.
Plausibel, also lasse ich ihn eintreten.
Er bat mich einen Wasserhahn zu öffnen, nachdem er den Deckel vom Schacht geöffnet hatte. Das habe ich getan. Die Prüfung ergab, daß die Wasseruhr der Diehl-Gruppe (made in germany!) einwandfrei arbeitet. Er hat sich bedankt und verabschiedet.
Was in Deutschland nicht der Rede wert ist, lässt dich hier überlegen, was du machen oder nicht machen wirst. Das macht Kolumbien mit dir.
Meine Frau sagte mir heute, bald seien ja wieder Wahlen. Wir sollten uns daher Vorräte anlegen wie Milch, Bohnen, Erbsen und Linsen, Getränke und einige Dosen. Ich fragte sie nach dem Grund.
Nun, egal welcher Kandidat gewinnt, meinte sie, der unterlegene wird sicher von Wahlbetrug reden. Und wenn dem jetzigen Präsident das Wahlergebnis nicht passt, räumt er womöglich seinen Platz nicht. Es könne auf jeden Fall Unruhen geben und die Versorgung der Supermärkte gestört werden.
Ich kann dem nichts entgegnen, gehen wir also einkaufen.
WASCHTAG
Als wir neulich in der Hühnerbraterei in der vierten Straße unser Mittagessen einnahmen und der Alte vor dem Restaurant unseren Roller putzte, sah ich auf der anderen Straßenseite auf dem eingezäunten Gelände des Supermarktes mit dem Vogel eine junge Frau mit Gummischürze und Hochdruckreiniger in der Hand. Sie wusch die firmeneigenen Mülltonnen. Innen und außen.
Ein paar Tage später ging ich zu Fuß zur Filiale dieser Supermärkte, die bei uns um die Ecke liegt. Am offenen Rolltor der Warenannahme das gleiche Bild. Eine junge Frau mit Gummischürze wäscht mit dem Hochdruckreiniger die Einkaufswagen.
Ich dachte zurück an Deutschland, an die Sonderpostenmärkte oder Billig-Diskounter. Da hätte mancher Laden sowas auch nötig.
NEUES VOM RUMPELBUS
Wir sind in dieser Woche wieder mit einem Kleinbus des Colectivo del Cafe nach Pereira gefahren, um dem Steuerberater den ersten Schwung Unterlagen zu übergeben. Die einfache Tour kostet pro Person mittlerweile 7.500 COP (1,82 Euro), wenn man die Rückfahrt gleich mit kauft. Laufen ist teurer. Aber: der Anstieg der Dieselpreise macht sich halt doch bemerkbar.
Ich war angenehm überrascht, einen Sprinter mit dem guten Stern vorzufinden. Anständige Bestuhlung, ein leiser Motor, ein Getriebe, das man nicht hört und an den Steigungen geht die Drehzahl des Motors nicht in die Knie. Das beste ist der Fahrkomfort. Die Straßen sind nach wie vor teilweise schlecht, nur werden die Schlaglöcher nicht mehr direkt an deine Wirbelsäule weitergereicht. Was für ein qualitativer Unterschied zu den Uralt-Bussen der Vergangenheit! Da macht die Fahrt nach Pereira wieder Freude und ist keine Zumutung mehr für die Wirbelsäule!
Es scheint also nach und nach einen Wechsel im Fuhrpark zu geben, denn auch ein Crafter aus Wolfsburg steht nun auf dem Hof. Nun werden aber die Fahrzeuge aus Japan oder Korea dadurch nicht komplett verdrängt, denn diese gibt es in neuerer Ausführung natürlich auch noch. Auch hier sind deutliche Verbesserungen vorgenommen worden, wie mir die Rückfahrt gezeigt hat.
Etwas ganz anderes sind die bunt bemalten Chivas, das sind umgebaute LKW, die ihr zweites Leben mit einem Aufbau für den Personentransport haben. Sie verbinden das Umland mit der Stadt.
Die Fenster sind offen, Scheiben gibt’s nicht, nur vorne die Windschutzscheibe für den Fahrer. Das war’s.
Es kann auch sein, daß neben dir, wenn du einen Sitzplatz hast, Zement- und Kaffeesäcke oder Mauerziegel gestapelt sind. Der Rest kommt auf’s Dach. Die Chivas sind häufig das einzige Transportmittel in die Dörfer.
Achslast? Dachlast? Por favor, senor…..
Dafür gibt es hinten am Bus ein großflächiges Gemälde von Jesus oder der Muttergottes.
“Guia mi camino!” steht dort geschrieben. (Führe mich auf meinem Weg.)
Damit ich richtig verstanden werde:
Ich will nicht respektlos sein oder das irgendwie herabwürdigen oder gar lächerlich machen, aber für den Ingenieur in mir ist das letzte Protokoll des Bremsenprüfstandes halt viel aussagefähiger.
Mit der Mitnahme von Lebendvieh wie Hühnern, Enten oder Gänsen solltest du rechnen.
Willst du mit und die Sitzplätze sind schon ausverkauft: Stoßstange oder Dach.
Last, not least fahren in die umliegenden Fincas noch die Yipeos, US-Jeeps aus Armeebeständen. Freitagnachmittag sind auch die voll besetzt. Das bedeutet, die Passagiere sitzen nicht nur auf den wenigen Sitzen, sondern stehen hinten auf der Stoßstange. Eine schlammige Angelegenheit, wenn’s regnet.
Morgen ist Freitag, das WE steht vor der Tür.
Euch allen in nah und fern wünsche ich ein schönes Wochenende!
Danke Gordito, wieder spannend geschrieben. Hatte am Anfang des Berichts schon Angst, dass ein Räuber vorfuhr. So tickt man leider schon ob der vielen Berichte über schlimme Zustände.
Unser Kaffeeautomat ist defekt. Der Kaffee läuft nicht in die Tasse, sondern aus dem Gehäuse.
Nach kurzer Suche hat meine Frau einen Laden gefunden, der nicht nur Haushaltsgeräte verkauft, sondern auch repariert. Da nun der einzige Monteur, der für diese Reparatur qualifiziert ist, Urlaub hat, greifen wir weiterhin zum Pulverkaffee des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns. Es gibt schlimmeres.
Ich hoffe, bis Ende Juli haben wir unser Gerät zurück, frisch revidiert zum kleinen Preis. Die Reparaturkosten von veranschlagten 250.000 COP (64 Euro) sind zu verkraften. 2.5 Mio. COP für ein neues Gerät sind momentan nicht drin.
Mit der Reinigung der Holzapplikationen von weisser Wandfarbe in unserem Häuschen bin ich fertig. Mir gefällt es so sehr gut, meiner Frau auch. Der Anstrich mit Klarlack kommt noch.
Würde ich diejenigen, die seit 1997 derart mit Wandfarbe gewütet haben, persönlich kennen, ich würde sie für die “Hall of fame” des you-tube-Kanals “Idiots at work” vorschlagen.
Am 21. Juni war Wahltag. An diesem Sonntagabend bin ich von unserem neuen Domizil um 07:30 p.m. nach Hause gefahren. Die Straßen waren leerer als sonst um diese Zeit. Am Viertel “La pradera” kam mir ein kleiner Konvoi mit hupenden Fahrzeugen entgegen, die meisten Motos, nur wenige Autos waren dabei. In einigen Barrios waren Böller zu hören. Feuerwerk habe ich nicht gesehen.
Insgesamt war es am Wahlabend ruhig, es gab keinerlei Ausschreitungen in Cartago. Am nächsten Morgen: Normalbetrieb.
Meine Frau hat für unseren Steuerberater noch die Unterlagen eingeholt, um die er sie gebeten hatte.
Ich habe alles geordnet und für sie eingescannt. Die pdf-files sind gerade per whats-app rausgegangen.
Fertig. Ich bin auf das Ergebnis der Steuererklärungen gespannt. Hier wird ja jeder für sich veranlagt, eine Ehepaar-Besteuerung gibt es nicht.
In diesem Zusammenhang haben wir die letzte Woche auch jeden Vormittag dazu genutzt, die Verträge für unser Häuschen begl. Strom, Erdgas und Wasser/Abfall auf den Namen meiner Frau umzustellen. Das wäre also jetzt auch erledigt.
GASPRÜFUNG
Vor drei Monaten lies uns der Gasversorgen GdO wissen, daß die Gasinstallation in unserem Noch-Domizil zur turnusmäßigen Überprüfung fällig ist. Also hat meine Frau einen Termin vereinbart.
Der Prüfer kam und hat den Gasbackofen, den Herd und die Warmwassertherme sowie den außenliegenden Gaszähler mit Druckminderer überprüft.
Der Regler war zu tauschen da mit den Jahren die Membranen porös werden. OK.
Herd und Backofen waren auch OK. Aber die Therme….
Sie wurde im Badezimmer angebracht, obwohl auf der Verpackung klar draufsteht, daß sie NICHT in geschlossenen Räumen betrieben werden darf. Aber welcher Monteur hier schert sich schon um solche Kleinigkeiten.
Das Ende vom Lied war: Therme umsetzen ins espacio, also 5 Meter weiter in den oben offenen Treppenaufgang. Für das Verlegen der Rohre mußten die neuen Fliesen runter, es gab eine Woche lang eine Riesensauerei. Hätte der Dödel, der das verlegt hat, den Karton gelesen, hätten wir nicht 2 Mio. COP hinlegen müssen für nichts und wieder nichts. Nach Fertigstellung war die Gasabnahme dann auch kein Problem mehr. Der Gasversorger gibt dir für solche Änderungen eine Woche Zeit, dann wird das Gas für dich abgestellt. Also: auf die lange Bank schieben ist nicht….
Heute spielt Kolumbien, das Spiel wird natürlich übertragen. Um 9 Uhr geht’s los. Alles fiebert dem entgegen.
Wir sind vom Wocheneinkauf zurück und bereiten das Mittagessen vor.
Erbsensuppe mit Räucherfleisch drin. Dessert: Banane kolumbiana.
Die Rechnungen zum Monatsanfang sind natürlich sämtlich bezahlt. Auf unseren Wechsel von der Nueva-EPS zu Cmfandi haben wir im Versicherungsbüro nochmal ersucht. Wenn man sich nicht um alles mit Nachdruck selber kümmert, passiert: nichts.
Für den 01.08. ist das also vorgemerkt. Die monatliche Prämie ist die gleiche (137.400 COP) pro Person, das sind 35,83 Euro.
Hallo lieber @gordito,
Wir haben uns von Kolumbien den Kaffe von TOSTAO instantáneo Granulado mitgenommen und trinken den sehr gerne auf dem Segelboot, weil er uns besser als alle andere hiesige Marken schmeckt. LG nach Cartago