Ein Erfahrungsbericht: Notfallversorgung mit einer privaten EPS ohne Zusatzversicherung

Persönliche Berichte und Austausch über Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und chirurgische Behandlungen mit oder ohne Krankenversicherung.
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gordito54
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Ein Erfahrungsbericht: Notfallversorgung mit einer privaten EPS ohne Zusatzversicherung

Beitrag von gordito54 »

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Mir fiel heute Nacht noch eine Begebenheit ein, die mir meine Frau erzählt hat. Ein altes Ehepaar hat ihr folgendes während ihres Aufenthaltes in der Notaufnahme des örtlichen Uniklinik neulich berichtet:
Ob ER oder SIE der Patient war, weiss ich nicht mehr, es spielt auch keine Rolle. Jedenfalls sind beide permanent im Krankenhaus, da der Ehepartner den Kranken ja betreut, wie es hier üblich ist. Da sie weder Moto noch Auto haben, kann nicht mal eben nach Hause gefahren werden.
Sie wohnen außerhalb auf einer Finca und haben eine oder einige wenige Kühe. Ob eine oder wenige ist auch wurscht, denn es muß zweimal täglich gemolken werden. Das erledigt ihr Sohn, der offenbar auf dem Bau arbeitet. Er steht also morgens noch vor den berühmten Hühnern auf, um zu melken. Dann stellt er die Milchkanne an die Straße, wo sie später abgeholt wird. Und dann: per Motorrad ab zur Arbeit.
10 Stunden später: Er kommt zurück. Wieder melken. Danach besucht er seine alten Eltern im Krankenhaus. Brauchen sie was, besorgt er es.
Danach fährt er nach Hause, um (kurz) zu schlafen. Am nächsten Tag das gleiche.
Zugegebenerweise betrifft mein Bericht nicht genau den eigentlichen Krankentransport, aber er ist ein Beispiel für die Schwierigkeiten, mit denen du zu kämpfen hast, wenn du hier alt, arm und krank bist und auf dem Land wohnst.
Umso wichtiger ist mir persönlich, daß in ferner Zukunft meine Frau auch selber Autofahren kann und ein Kleinwagen vor der Tür steht, gerne ein R6 mit H-Kennzeichen, Hauptsache technisch in Ordnung und preiswert.

Herzliche Grüße aus Cartago
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Eisbaer
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Ein Erfahrungsbericht: Notfallversorgung mit einer privaten EPS ohne Zusatzversicherung

Beitrag von Eisbaer »

@gordito54, diese Schilderung unterstreicht die Problematik sehr eindrücklich. Sie zeigt, dass die Lösung von Transport- und Versorgungsproblemen im Krankheitsfall oft allein auf den Familien lastet und diese bis an die Grenzen der Belastbarkeit fordert.
Du bist mit unserer Hilfe zufrieden! Dann hilf bitte mit einer kleinen » Spende « Danke und Vergelt's Gott!
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Tenere-wue
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Ein Erfahrungsbericht: Notfallversorgung mit einer privaten EPS ohne Zusatzversicherung

Beitrag von Tenere-wue »

Nun durfte ich auch unfreiwillig eine Notaufnahme in Cartago aufsuchen. Betroffen war ich selber. Nachdem ein Nachbar (Chirurg in Pereira) mir empfohlen hat dringend in die Notaufnahme zur Behandlung zu gehen, stand die Frage des Transports und zur welchen Notaufnahme im Raum. Schnell musste es gehen und eine anständige Kardiologie sollten sie haben. Also ging es mit dem Taxi zur Urgencias Comfandi.Die Taxifahrt dahin war ein Erlebnis. Die ersten 2Minuten ist der Taxista auf Sparflamme gefahren. Als auch er den Ernst der Lage erkannte, spielte er Formel1 Fahrer auf dem Kurs in Monaco. Durchgeschüttelt sind wir unverletzt bei Comfandi angekommen. In der Notaufnahme wurden zuerst alle Daten von mir aufgenommen. Meine CE müsste ich im Dilerium per WApp an Comfandi schicken.Danach mussten 300.000 Pesos Vorkasse hinterlegt werden.Zwischenzeitlich machte meine Frau mehrmals auf meinen schlechten Zustand aufmerksam,was aber keinen interessiert hat. Nach 30min war der Anmeldeprozess endlich abgeschlossen und ich bekam ein Bändchen ans Handgelenk. Da vor mir kein andere Notfall war,kam ich nach ca 15 min in den Behandlungsraum. Der behandelnde Arzt nahm sich viel Zeit und stellte mir auch viele Fragen.Bei einigen Fragen und Antworten musste meine Frau eingreifen da mir einfach der passende Wortschatz fehlte.Die verwendeten medizinischen Geräte an mir machten alle einen guten Eindruck. Alles funktionierte. Danach wurde ich in einen 5qm Raum mit 4 sehr großen bequemen voll einstellbaren Lederstühlen verfrachtet. Hier fand dann die Behandlung mit Infusionen und Spritzen statt. In dem Raum waren noch 2andere Patienten. In der Liegeposition sind wir mit den Füßen aneinander gestoßen. Mein linker Nachbar hat laut Videos geschaut während sich mein rechter Nachbar vor Schmerzen krümmte. Ich selber wollte nur schlafen und Ruhe haben. Nach zweimaliger Kritik an der Lautstärke des Videoguckers war endlich Ruhe.6 Stunden später war ich endlich wieder draußen. Alles zusammen hat 400.000Pesoa gekostet. Gelernt habe ich folgendes,es wird streng nach der Reihe behandelt,egal wie dringend. Zuerst muss die Finanzierung geklärt sein ,sonst wird nicht behandelt. Es ist egal ob privat oder per Krankenkasse/Versicherung bezahlt wird,alle werden gleich behandelt. Nach mir kamen noch 4weitere Notfälle,wenn keine Stühle mehr da sind,Pech gehabt.Wenn man Durst hat,muss man sich selber versorgen,ein Glas oder Becher kaufen gehen und dann Leitungswasser vom WC trinken. Die Patiententoilette ist direkt im Labor. Egal ob da jemand behandelt wird oder nicht, es gibt nur diese Toilette und da muss man durch.Das Personal hat gut gearbeitet und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln geholfen. Mittlerweile bin ich wieder fit und habe die Rechnungen mit den Rezepten bei einem deutschen Automobilclub zu Begleichung eingereicht.Liebe Grüße aus Cartago und bleibt gesund.
-vive tu sueno !

desertfox
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Ein Erfahrungsbericht: Notfallversorgung mit einer privaten EPS ohne Zusatzversicherung

Beitrag von desertfox »

@Tenere-wue,

Danke für den Interessanten Bericht.

wegen Deiner Auslandskrankenversicherung wollte ich Dir eine PN über das Forum senden, funktioniert aber nicht..., wie kann ich mit Dir in Kontakt treten?