Erfahrungsbericht: Notaufnahme Clinica Comfandi Cartago
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Tenere-wue
ThemenstarterVerified - Kolumbienfan

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Erfahrungsbericht: Notaufnahme Clinica Comfandi Cartago
Nun durfte ich auch unfreiwillig eine Notaufnahme in Cartago aufsuchen – betroffen war ich selber.
Nachdem ein Nachbar (Chirurg in Pereira) mir empfohlen hat, dringend in die Notaufnahme zur Behandlung zu gehen, stand die Frage des Transports und zur welchen Notaufnahme im Raum. Schnell musste es gehen und eine anständige Kardiologie sollten sie haben. Also ging es mit dem Taxi zur Urgencias Comfandi.
Die Taxifahrt dahin war ein Erlebnis. Die ersten zwei Minuten ist der Taxista auf Sparflamme gefahren. Als auch er den Ernst der Lage erkannte, spielte er Formel‑1‑Fahrer auf dem Kurs in Monaco. Durchgeschüttelt sind wir unverletzt bei Comfandi angekommen.
In der Notaufnahme wurden zuerst alle Daten von mir aufgenommen. Meine CE musste ich im Delirium per WhatsApp an Comfandi schicken. Danach mussten 300.000 Pesos Vorkasse hinterlegt werden. Zwischenzeitlich machte meine Frau mehrmals auf meinen schlechten Zustand aufmerksam, was aber keinen interessiert hat. Nach 30 Minuten war der Anmeldeprozess endlich abgeschlossen und ich bekam ein Bändchen ans Handgelenk.
Da vor mir kein anderer Notfall war, kam ich nach ca. 15 Minuten in den Behandlungsraum. Der behandelnde Arzt nahm sich viel Zeit und stellte mir auch viele Fragen. Bei einigen Fragen und Antworten musste meine Frau eingreifen, da mir einfach der passende Wortschatz fehlte. Die verwendeten medizinischen Geräte an mir machten alle einen guten Eindruck – alles funktionierte.
Danach wurde ich in einen 5‑qm‑Raum mit vier sehr großen, bequemen, voll einstellbaren Lederstühlen verfrachtet. Hier fand dann die Behandlung mit Infusionen und Spritzen statt. In dem Raum waren noch zwei andere Patienten. In der Liegeposition sind wir mit den Füßen aneinander gestoßen. Mein linker Nachbar hat laut Videos geschaut, während sich mein rechter Nachbar vor Schmerzen krümmte. Ich selber wollte nur schlafen und Ruhe haben. Nach zweimaliger Kritik an der Lautstärke des Videoguckers war endlich Ruhe.
Sechs Stunden später war ich endlich wieder draußen. Alles zusammen hat 400.000 Pesos gekostet.
Gelernt habe ich folgendes:
Es wird streng nach der Reihe behandelt, egal wie dringend.
Zuerst muss die Finanzierung geklärt sein, sonst wird nicht behandelt.
Es ist egal, ob privat oder per Krankenkasse/Versicherung bezahlt wird – alle werden gleich behandelt.
Nach mir kamen noch vier weitere Notfälle. Wenn keine Stühle mehr da sind, hat man Pech.
Wenn man Durst hat, muss man sich selber versorgen, ein Glas oder Becher kaufen gehen und dann Leitungswasser vom WC trinken.
Die Patiententoilette ist direkt im Labor. Egal ob da jemand behandelt wird oder nicht, es gibt nur diese Toilette und da muss man durch.
Das Personal hat gut gearbeitet und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln geholfen.
Mittlerweile bin ich wieder fit und habe die Rechnungen mit den Rezepten bei einem deutschen Automobilclub zur Begleichung eingereicht.
Liebe Grüße aus Cartago und bleibt gesund.
Nachdem ein Nachbar (Chirurg in Pereira) mir empfohlen hat, dringend in die Notaufnahme zur Behandlung zu gehen, stand die Frage des Transports und zur welchen Notaufnahme im Raum. Schnell musste es gehen und eine anständige Kardiologie sollten sie haben. Also ging es mit dem Taxi zur Urgencias Comfandi.
Die Taxifahrt dahin war ein Erlebnis. Die ersten zwei Minuten ist der Taxista auf Sparflamme gefahren. Als auch er den Ernst der Lage erkannte, spielte er Formel‑1‑Fahrer auf dem Kurs in Monaco. Durchgeschüttelt sind wir unverletzt bei Comfandi angekommen.
In der Notaufnahme wurden zuerst alle Daten von mir aufgenommen. Meine CE musste ich im Delirium per WhatsApp an Comfandi schicken. Danach mussten 300.000 Pesos Vorkasse hinterlegt werden. Zwischenzeitlich machte meine Frau mehrmals auf meinen schlechten Zustand aufmerksam, was aber keinen interessiert hat. Nach 30 Minuten war der Anmeldeprozess endlich abgeschlossen und ich bekam ein Bändchen ans Handgelenk.
Da vor mir kein anderer Notfall war, kam ich nach ca. 15 Minuten in den Behandlungsraum. Der behandelnde Arzt nahm sich viel Zeit und stellte mir auch viele Fragen. Bei einigen Fragen und Antworten musste meine Frau eingreifen, da mir einfach der passende Wortschatz fehlte. Die verwendeten medizinischen Geräte an mir machten alle einen guten Eindruck – alles funktionierte.
Danach wurde ich in einen 5‑qm‑Raum mit vier sehr großen, bequemen, voll einstellbaren Lederstühlen verfrachtet. Hier fand dann die Behandlung mit Infusionen und Spritzen statt. In dem Raum waren noch zwei andere Patienten. In der Liegeposition sind wir mit den Füßen aneinander gestoßen. Mein linker Nachbar hat laut Videos geschaut, während sich mein rechter Nachbar vor Schmerzen krümmte. Ich selber wollte nur schlafen und Ruhe haben. Nach zweimaliger Kritik an der Lautstärke des Videoguckers war endlich Ruhe.
Sechs Stunden später war ich endlich wieder draußen. Alles zusammen hat 400.000 Pesos gekostet.
Gelernt habe ich folgendes:
Es wird streng nach der Reihe behandelt, egal wie dringend.
Zuerst muss die Finanzierung geklärt sein, sonst wird nicht behandelt.
Es ist egal, ob privat oder per Krankenkasse/Versicherung bezahlt wird – alle werden gleich behandelt.
Nach mir kamen noch vier weitere Notfälle. Wenn keine Stühle mehr da sind, hat man Pech.
Wenn man Durst hat, muss man sich selber versorgen, ein Glas oder Becher kaufen gehen und dann Leitungswasser vom WC trinken.
Die Patiententoilette ist direkt im Labor. Egal ob da jemand behandelt wird oder nicht, es gibt nur diese Toilette und da muss man durch.
Das Personal hat gut gearbeitet und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln geholfen.
Mittlerweile bin ich wieder fit und habe die Rechnungen mit den Rezepten bei einem deutschen Automobilclub zur Begleichung eingereicht.
Liebe Grüße aus Cartago und bleibt gesund.
-vive tu sueno !
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desertfox
Verified - Kolumbien-Experte

- Beiträge: 1620
- Registriert: 24. August 2012, 19:57
- Wohnort: Unterfranken
- Alter: 68
Erfahrungsbericht: Notaufnahme Clinica Comfandi Cartago
@Tenere-wue,
Danke für den Interessanten Bericht.
wegen Deiner Auslandskrankenversicherung wollte ich Dir eine PN über das Forum senden, funktioniert aber nicht..., wie kann ich mit Dir in Kontakt treten?
Danke für den Interessanten Bericht.
wegen Deiner Auslandskrankenversicherung wollte ich Dir eine PN über das Forum senden, funktioniert aber nicht..., wie kann ich mit Dir in Kontakt treten?
Moderatorenhinweis:
Ein Forum lebt von den Beiträgen seiner Mitglieder. Damit alle von den Erfahrungen profitieren können, bitten wir darum, Informationen direkt im Thema zu teilen. So bleibt der Austausch transparent und für alle hilfreich.
Ein Forum lebt von den Beiträgen seiner Mitglieder. Damit alle von den Erfahrungen profitieren können, bitten wir darum, Informationen direkt im Thema zu teilen. So bleibt der Austausch transparent und für alle hilfreich.
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Eisbaer
- Moderator(in)

- Beiträge: 10527
- Registriert: 10. Juli 2009, 05:34
Erfahrungsbericht: Notaufnahme Clinica Comfandi Cartago
Vielen Dank für deinen ausführlichen und ehrlichen Bericht, Tenere‑wue. Solche Erfahrungsberichte aus erster Hand sind unheimlich wertvoll für das Forum – sie zeigen realistisch, wie es in kolumbianischen Notaufnahmen abläuft. Hauptsache ist, dass es dir wieder besser geht und man dir vor Ort helfen konnte!
Was deine Erfahrung bezüglich der Behandlung angeht: In den Notaufnahmen (Urgencias) gilt gesetzlich das medizinische Triage-System. Ob man bar bezahlt, Selbstzahler ist oder über eine EPS kommt, macht bei der Reihenfolge der Behandlung leider keinen Unterschied. Der Vorteil von privaten Zusatzversicherungen oder Selbstzahlung greift meist erst außerhalb der regulären Notaufnahmen in spezialisierten Privatkliniken.
Ein kleiner, aber wichtiger Hinweis zur Krankenversicherung für die Zukunft: Da du ja mit einem Ehevisum fest in Kolumbien lebst, solltest du bei der Abrechnung mit dem deutschen Automobilclub die Tarifbedingungen genau im Blick behalten. Normale deutsche Auslandskrankenversicherungen gelten meist nur für vorübergehende Reisen. Wenn der Versicherer mitbekommt, dass ein fester Wohnsitz in Kolumbien vorliegt, verweigern manche Anbieter im Nachgang die Erstattung.
Schau dir am besten möglichst bald die Anmeldung bei einer kolumbianischen EPS an. Damit bist du für den Alltag solide abgesichert, und von dort aus kannst du bei Bedarf auch eine Medicina Prepagada buchen, um im Notfall direkt in Privatkliniken behandelt zu werden.
Weiterhin gute Besserung und ein gutes Einleben in swe neuen Heimat!
Was deine Erfahrung bezüglich der Behandlung angeht: In den Notaufnahmen (Urgencias) gilt gesetzlich das medizinische Triage-System. Ob man bar bezahlt, Selbstzahler ist oder über eine EPS kommt, macht bei der Reihenfolge der Behandlung leider keinen Unterschied. Der Vorteil von privaten Zusatzversicherungen oder Selbstzahlung greift meist erst außerhalb der regulären Notaufnahmen in spezialisierten Privatkliniken.
Ein kleiner, aber wichtiger Hinweis zur Krankenversicherung für die Zukunft: Da du ja mit einem Ehevisum fest in Kolumbien lebst, solltest du bei der Abrechnung mit dem deutschen Automobilclub die Tarifbedingungen genau im Blick behalten. Normale deutsche Auslandskrankenversicherungen gelten meist nur für vorübergehende Reisen. Wenn der Versicherer mitbekommt, dass ein fester Wohnsitz in Kolumbien vorliegt, verweigern manche Anbieter im Nachgang die Erstattung.
Schau dir am besten möglichst bald die Anmeldung bei einer kolumbianischen EPS an. Damit bist du für den Alltag solide abgesichert, und von dort aus kannst du bei Bedarf auch eine Medicina Prepagada buchen, um im Notfall direkt in Privatkliniken behandelt zu werden.
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desertfox
Verified - Kolumbien-Experte

- Beiträge: 1620
- Registriert: 24. August 2012, 19:57
- Wohnort: Unterfranken
- Alter: 68
Erfahrungsbericht: Notaufnahme Clinica Comfandi Cartago
@Eisbaer,
Danke..., das mit der Aufenthaltsdauer ist eigentlich das was ich wissen wollte..., mir ist dieser Passus bekannt, daher wollte ich Klarheit.
Danke..., das mit der Aufenthaltsdauer ist eigentlich das was ich wissen wollte..., mir ist dieser Passus bekannt, daher wollte ich Klarheit.
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Nico
Verified - Kolumbien-Süchtige(r)

- Beiträge: 787
- Registriert: 21. Juli 2014, 20:43
Erfahrungsbericht: Notaufnahme Clinica Comfandi Cartago
@Tenere‑wue
Danke für deinen Bericht, Tenere‑wue.
Schön zu hören, dass es dir inzwischen wieder besser geht. Ich wünsche dir gute Gesundheit und alles Gute.
Danke für deinen Bericht, Tenere‑wue.
Schön zu hören, dass es dir inzwischen wieder besser geht. Ich wünsche dir gute Gesundheit und alles Gute.
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Tenere-wue
ThemenstarterVerified - Kolumbienfan

- Beiträge: 460
- Registriert: 29. Juli 2011, 19:00
- Wohnort: Quindio y Valle y Hessen
Erfahrungsbericht: Notaufnahme Clinica Comfandi Cartago
Hallo Eisbär,
vielen Dank für deine Information. Die EPS habe ich auf dem Schirm, an die medicina prepagada habe ich aber nicht gedacht. Vielen Dank.
vielen Dank für deine Information. Die EPS habe ich auf dem Schirm, an die medicina prepagada habe ich aber nicht gedacht. Vielen Dank.
-vive tu sueno !
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Felix
Verified - Kolumbien-Neuling

- Beiträge: 14
- Registriert: 18. Februar 2026, 12:26
Erfahrungsbericht: Notaufnahme Clinica Comfandi Cartago
Tenere-wue,
danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst, und vor allem erst mal weiterhin gute Besserung! Schön zu hören, dass du wieder fit bist.
Gute Erholung weiterhin!
danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst, und vor allem erst mal weiterhin gute Besserung! Schön zu hören, dass du wieder fit bist.
Gute Erholung weiterhin!
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Max
Verified - Kolumbien-Experte

- Beiträge: 1011
- Registriert: 3. Februar 2010, 11:53
Erfahrungsbericht: Notaufnahme Clinica Comfandi Cartago
Gute Besserung schön das es gut ausgegangen ist.


