Hinter dem Projekt steht offenbar ein Zusammenschluss aus einflussreichen Unternehmern, Kreisen rund um den ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe sowie namhaften Denkfabriken. Koordiniert wird das Ganze laut den Berichten vom ehemaligen Außenminister Jaime Bermúdez. Offiziell wird die Initiative als „Demokratie-Workshops“ und „politische Bildung“ für Angestellte in großen Unternehmen wie Sura oder Postobón deklariert. Doch die Recherchen von Colombia Informa und der Revista Raya zeichnen ein anderes Bild: Es geht wohl weniger um neutrale Aufklärung als vielmehr darum, durch gezielte Narrative von Angst und Empörung Einfluss auf das Wahlverhalten junger Arbeitnehmer zu nehmen.
Besonders brisant ist die Verwicklung des bekannten Mediums La Silla Vacía. Während die Plattform für sich in Anspruch nimmt, unabhängig zu sein, stehen nun Vorwürfe im Raum, sie sei Teil dieser konzertierten Strategie. Die Debatte hat bereits juristische Wellen geschlagen: Der Politiker Iván Cepeda hat die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, um zu prüfen, ob hier unzulässiger Druck auf Wähler ausgeübt wird.
Auf der einen Seite stehen die Initiatoren, die von der „Verteidigung der Freiheit“ sprechen, auf der anderen Seite Kritiker, die darin eine orchestrierte Desinformationskampagne sehen. Es bleibt abzuwarten, wie tief die Verstrickungen zwischen Wirtschaft, Politik und Medien in diesem Fall wirklich gehen.
Quelle Video: Señal Colombia



