Raul Zelik über Kolumbien

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Kamachi
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Re: Raul Zelik über Kolumbien

Beitrag von Kamachi »

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Makopp, in Ordnung.
Ich gebes es auf.
Bin absolut davon überzeugt,dass du tatsächlich glaubst, was du schreibst und dann lassen wir es dabei.
Saludos,
William

Dolfi
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Re: Raul Zelik über Kolumbien

Beitrag von Dolfi »

makopp5 hat geschrieben: Es gibt in der linken Presse keine positiven Nachrichten ueber Kolumbien.
Die gibt es ja schon reichlich genug in der rechten Jubelpresse. Solange Kolumbien die ungleichste Einkommensverteilung in ganz Südamerika hat, solange die Bedingungen für Gewerkschafter so schlecht sind, dass selbst in den USA das Freihandelsabkommen nicht durch den Kongress kommt, solange amnesty international alle paar Wochen zur Unterstützung irgendwelcher verfolgter Indigenas oder Afrokolumbianer in abgelegenen Gegenden aufruft, kann man wohl nicht allzuviel positive Reaktionen der Linkspresse erwarten.

hoffnung_2013
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Re: Raul Zelik über Kolumbien

Beitrag von hoffnung_2013 »

...jetzt muss ich makopp5 schon mal unterstützen.

Ich kannte vor 20 Jahren von Kolumbien nur Escobar, Drogen, Mord und Totschlag. Was heißen soll ich kann mir über diese Zeit keine eigen Meinung bilden. Aber mein kol. Familien die ganz bestimmt weder links- noch rechtsextrem sind und viele Freunde von mir, geben denen Recht die sagen: Es hat sich in den letzten 5, 10 Jahren vieles, sehr vieles zum besseren gewendet. Ich denke das ist auch mein Eindruck, und man sollte das auch anerkennen und nicht alles einfach alles schlecht. Damit wird aber nicht ausgeschlossen oder verleugnet, das es auch noch vieles gibt das überhaupt nicht akzeptiert werden kann. Mehr will ich darüber nicht schreiben, weil sonst dieser Thread ausufert.
Gruß
P.

makopp5
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Re: Raul Zelik über Kolumbien

Beitrag von makopp5 »

hoffnung
ja es gibt leider Leute, die koennen nur mit einem linken Auge sehen. Ich denke Dofli ist das erste Mal ueberhaupt erst nach Kolumbien gekommen, da die Sicherheitslage verbessert war. Oder ihm gefaellt Kolumbien wie vor 8 Jahren, als Kolumbien als das naechste Vietnam fuer die USA dargestellt wurde, sich allerdings zwischenzeitlich als einer der Glanzpunkte der Amerikanischen Aussenpolitk.
Es wundert mich, dass die ganze Welt Kolumbien lobt ueber die positiven Veraenderung, nur ein kleiner linker Zirkel es einfach nicht sehen will, da es ihrem politischen Konzept nicht entspricht. Dolfi lies doch einfach die kommentare nach uber die BID Versammlung letztes Jahr in Medellin oder des World Economic Forums in Cartagena.
Dolfi
vielleicht solltest du den Lesern hier auch sagen, dass im Jahr 2001 ca. 200 Gewerkschafter umgebracht wurden und imlezten Jahr waren es ca. 35. Vielleicht sollten sich nicht soviele Gewerkschafter in Terroristenlagern aufhalten, dann wuerden dies bei Kaempfen mit dem Militaer nicht sterben. Dies ist noch zuviel, aber es zeigt eine deutliche Verbesserung, die dank Uribe stattgaefunden hat. Fuer deine linke Presse ist es kein Erfolg, wenn die Entfuehrungen von 3.000 im Jahr auf unter 300 gefallen ist? Oder die Gewaltopfer von 30.000 auf ca. 16.000 zurueckgehen (im Gegensatz zum linken gefuehrten Venezuela wo diese Zahl drastisch angestiegen ist unter der linken Fuehrung Chavez). Dass es noch Probleme gibt, bestreite ich absolut nicht. Aber es ist viel besser als vor 8 Jahren.
Ja das mit den Indigenas, die von der Farc vertrieben und masakriertwurden an der ecuadorianischen Grenze ist schon eine Schande. Das zeigt, dass den Terroristen der Farc ihr eigenes Drogengeschaeft wichtiger ist als die Bevoelkerung. Oder schau an was in Ituango passiert ist. Koenntest du vielleicht einen Artikel darueber aus deiner linken Presse veroeffentlichen, wo diese dazu Stellung nehmen? Oder zeige mir doch einen Artikel ueber die unschuldighen verbrannten Zivilisten, die von den Terroristen vor ca. 5 Monaten in einem Bus verbrannt wurden. Ich habe darueber nicht bei Neuber (amerika21) und kosorten gelesen.
Das TLC wird unterschrieben, wenn das mit der Europaeischen Union unterschrieben ist.

makopp5
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Re: Raul Zelik über Kolumbien

Beitrag von makopp5 »

Gast
ok das wird sich zeigen, wenn es in Kraft tritt. Wenn es auch nicht schadet ist es ja egal. Vielleicht hat Kolumbien auch andere und bessere Produkte als Mexiko.

Anonymous

Re: Raul Zelik über Kolumbien

Beitrag von Anonymous »

es wird schaden, den Armen wird es schaden. Wie immer in Kolumbien, die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher.

hoffnung_2013
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Re: Raul Zelik über Kolumbien

Beitrag von hoffnung_2013 »

Gast hat geschrieben:@makopp5:

Was bringt der TLC? Mexiko steht nach über 10 Jahren TLC nicht besser (und auch nicht schlechter) da als andere Länder Lateinamerikas.
...stimmt leider nicht bzw. Gott sei Dank nicht. Die Armut ist lt Weltbank von rd. 50% in den 90er Jahren auf rd. 20%2004 gesunken. Ist doch etwas oder?

Ein allgemeiner Artikel über Südamerika und Mexiko hier:
http://www.handelsblatt.com/politik/int ... ka;1354720
Gruß
P.

makopp5
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Re: Raul Zelik über Kolumbien

Beitrag von makopp5 »

hoffnung

danke, also es bringt doch was, haette mich schon gewundert, wenn die Gewerkschafter (nicht auf Refajobezogen) einmal im Leben recht haetten. Aber es gibt immer Anpassungprozesse bei Veraenderungen. Es gibt immer Gewinner und Verlierer. In Deutschland gab es in den 50er Jahren eine grosse Textilindustrie. Heute nicht mehr, dafuer gibt es andere Jobs. So wird es auch mit Kolumbien passieren, wenn es ein TLC mit Europa und/oder USA gibt. Im Schnitt muss es einfach nach oben gehen mit den Beschaeftigungszahlen.

Dolfi
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Re: Raul Zelik über Kolumbien

Beitrag von Dolfi »

makopp5 hat geschrieben: Es gibt immer Gewinner und Verlierer.
Zweifellos, es fragt sich nur in welcher zahlenmäßigen Relation sie zueinander stehen. In Kolumbien jedenfalls ändert sich da wenig zum positiven hin:
Wenngleich die Zahl der absolut Armen seit mehreren Jahren kontinuierlich sinkt, hat sich am innergesellschaftlichen Ungleichheitsverhältnis in den letzten 50 Jahren kaum etwas geändert. Nach dem Entstehen einer zahlenmäßig geringen Mittelschicht während der 1940er, 50er und 60er Jahre stagnierte die ungleiche Einkommensverteilung weiterhin auf hohem Niveau. So liegt der von der CEPAL für den Zeitraum 2003/05 errechnete Gini-Koeffizient gegenwärtig bei 0,584 und hat sich damit im Vergleich zu 1998/99 (0,572) weiter verschlechtert. Nach einer im Jahr 2009 veröffentlichten Untersuchung der Nationalen Universität in Bogotá beträgt er 0,59. Der Leiter der Studie, Ricardo Bonilla, betonte, dass Kolumbien damit den schlechtesten Wert „dieser entehrenden Kategorie“ in ganz Lateinamerika aufweise. Gerade die Bevölkerungsteile mit niedrigen und mittleren Einkommen seien in den letzten Jahren in prekäre Beschäftigungsverhältnisse gedrückt worden, ihre Einkommen sind gesunken. Nur ein Drittel der Beschäftigten des Landes verfüge über Sozial- und Krankenversicherungen. Die reichen 20 Prozent der Bevölkerung verfügten über 62 Prozent des gesamten Einkommens und seien damit verantwortlich für den wesentlichen Teil des landesweiten Konsums. Den Anteil der sehr Armen an der Bevölkerung gibt die Studie mit 18 % an.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kolumbien# ... _Situation
In prosperous years of the century, between 2003 and 2008, Colombia raised as never seen before: grew on average 5.5 percent of GDP each year, and exceeded Brazil, Chile and Mexico. However, while for several Latin American countries this bonanza meant that many of its inhabitants got a decent job, in Colombia the rise of investor confidence didn’t move us from the club of the poorest.
Thus, an enormous country like Brazil could rescue from poverty 40 million people. And Peru, where one of every four people was hungry in 2001, reduced extreme poverty by half. Even Venezuela, despite political polarization, reduced its poor and indigent people in half and Ecuador dropped poor rate in 10 percent.

Colombia, however, improved slowly in social terms. Poverty dropped from 51 to 46 percent, only 5 points. And among the poor, the number of indigents again became almost as it was in 2002, on the edge of 18 percent. This means that almost one out of every five Colombians do not have enough income to cover their basic caloric needs, which is the technical way of saying that they’re hungry.

Another ingredient is added to this sad scenario. According to the Economic Commission for Latin America (Cepal), the economic boom widened the gap between rich and poor in Colombia. At the beginning of XXI century, Colombia was among the countries with high inequality rates, as Peru, and Brazil was almost the worst in Latin America. By 2008, Peru had fallen to the middle category and Brazil was out from the list of extreme inequality. Colombia, however, entered the list of the very uneven.

http://www.semana.com/noticias-print-ed ... 36539.aspx

Sprich: die Wirtschaft Kolumbiens wächst zwar kräftig, aber die Gewinne tragen nicht zur Verbesserung der sozialen Situation bei. Und das wird auch so bleiben, solange die Regierung weiter dem längst gescheiterten Neoliberalismus amerikanischen Stils folgt. In Kolumbien sickert nichts von oben nach untern durch, die Armen werden kaum weniger und die extrem Armen werden mehr.

makopp5, du lebst doch in Medellín, fällt dir die Zunahme der Kriminalität nicht auf? Zweifellos gibt es kaum noch Guerilla-Angriffe, aber die normale Kriminalität nimmt z.Z. kräftig zu, was eindeutig soziale Ursachen hat.

makopp5
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Re: Raul Zelik über Kolumbien

Beitrag von makopp5 »

Dolfi
ich habe in den Wahlversprechungen von Uribe aus dem Jahr 2002 nachgeschaut, dort versprach er den Kolumbianern mehr Sicherheit an erster Stelle. Er hatte in seinem Wahlprogramm nicht an erster Stelle soziale Gerechtigkeit. Ich denke im Wahlprogramm vom Polo stand etwas ueber soziale Gerechtigkeit. Gewaehlt wurde Uribe mit 5.862.000 votos, Polo 680.000. Du kannst nicht so undemokratisch sein, wenn ein Praesident ein Wahlversprechen macht dieses Einhaelt, nicht wirklich gewaehlt wurde, bei einer so grossen Differenz. Und er hat Vertrauen der Welt in Kolumbien geschaffen. Vertrauen ist sehr wichtig fuer Investment, die Arbeitsplaetze schaffen. Spanien ist bei 20% Arebtislosigkeit, Kolumbien bei 12% Fuer das , dass der zweitwichtigste Exportmarkt weggefallen ist, steht Kolumbien besser da als viele europaeische Laender.

Dolfi
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Re: Raul Zelik über Kolumbien

Beitrag von Dolfi »

makopp5 hat geschrieben:ich habe in den Wahlversprechungen von Uribe aus dem Jahr 2002 nachgeschaut, dort versprach er den Kolumbianern mehr Sicherheit an erster Stelle. Er hatte in seinem Wahlprogramm nicht an erster Stelle soziale Gerechtigkeit.
Als wenn man das voneinander trennen könnte. Ohne eine Verbesserung der sozialen Situation großer Teile der kolumbianischen Bevölkerung wird man die Lage nicht stabilisieren können, und wenn das Militär noch so viele Guerilleros tötet. Es wird immer ein großer Reservoir von Armen, die nichts zu verlieren haben geben, aus denen sich neue Guerillerso und Paracos rekrutieren.

Genau das ist das Problem der Regierung Uribe: Man ist angetreten, die innere Sicherheit zu verbessern, hat das auch teilweise geschafft (was durchaus Anerkennung verdient), hat aber keinen darüber hinausgehenden Plan, außer sich möglichst dicht an die USA anzuschließen.

Aber vielleicht hat die nächste Regierung ja andere Ideen...

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